Fußball, Terror

Nach dem Anschlag auf den BVB-Teambus sprechen die Ermittler von Terror.

12.04.2017 - 19:44:05

Merkel: «Widerwärtige Tat» - Anschlag auf BVB-Bus: Verdacht auf islamistischen Terror. Die Kanzlerin verurteilt ebenfalls die «widerwärtige Tat». Auch wenn eine Spur zu Islamisten führt, ist das Motiv noch unklar. Der Verein vermittelt eine klare Botschaft.

  • Marc Bartra - Foto: Guido Kirchner

    Dortmunds Marc Bartra wurde bei den Explosionen verletzt. Foto/Archiv: Guido Kirchner Foto: Guido Kirchner

  • Tatort - Foto: Marcel Kusch

    In der Nacht gingen die Untersuchungen des LKA am BVB-Bus weiter. Foto: Marcel Kusch

  • Zerborsten - Foto: Bernd Thissen

    Einige Scheiben des Mannschaftsbusses zerbrachen bei den Explosionen. Foto: Bernd Thissen

  • Geschockt - Foto: Ina Fassbender

    Nach der Attacke standen die BVB-Spieler und Betreuer unter Schock. Foto: Ina Fassbender

  • Sicherheitslage - Foto: Marcel Kusch

    Der Tatort in Dortmund wird von bewaffneten Polizisten bewacht. Foto: Marcel Kusch

  • Maßnahme - Foto: Marius Becker

    Die Polizei nahm im Zusammenhang mit dem Anschlag auf den BVB-Bus einen Verdächtigen fest. Foto: Marius Becker

  • Spurensuche - Foto: Rolf Vennenbernd

    Ermittler sichern am Tatort in Dortmund Beweismittel an der zerfetzten Hecke vor dem l'Arrivée Hotel, wo die Sprengsätze explodierten. Foto: Rolf Vennenbernd

  • «You'll never walk alone» - Foto: Marius Becker

    Fans halten vor dem Trainingsgelände von Borussia Dortmund Schilder mit der Aufschrift «You'll never walk alone». Foto: Marius Becker

  • Presseerklärung - Foto: Uli Deck

    Frauke Köhler, Pressesprecherin des Generalbundesanwalts, gibt in der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe eine Erklärung zur Übernahme der Ermittlungen nach dem Anschlag ab. Foto: Uli Deck

  • Vorsichtsmaßnahme - Foto: Guido Kirchner

    Ein Polizeibeamter durchsucht mit seinem Sprengstoffspürhund die Sitzreihen auf der Hauttribüne im Signal-Iduna-Park in Dortmund. Foto: Guido Kirchner

Marc Bartra - Foto: Guido KirchnerTatort - Foto: Marcel KuschZerborsten - Foto: Bernd ThissenGeschockt - Foto: Ina FassbenderSicherheitslage - Foto: Marcel KuschMaßnahme - Foto: Marius BeckerSpurensuche - Foto: Rolf Vennenbernd«You'll never walk alone» - Foto: Marius BeckerPresseerklärung - Foto: Uli DeckVorsichtsmaßnahme - Foto: Guido Kirchner

Dortmund - Terrorverdacht, Metallstifte in Sprengsätzen, offene Fragen zu Bekennerschreiben: Der mutmaßlich islamistische Anschlag auf den BVB-Teambus rückte das neu angesetzte Champions-League-Spiel völlig in den Hintergrund.

Während die Profis von Borussia Dortmund versuchten, sich nach dem Schock wieder auf den Fußball zu fokussieren, offenbarten die Ermittler das ganze Ausmaß des heimtückischen Angriffs.

Es gebe möglicherweise einen islamistischen Bezug, berichtete Frauke Köhler, Sprecherin der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe und sprach von einem terroristischen Hintergrund der Tat. Ein Islamist sei festgenommen, seine Wohnung sowie die eines zweiten Tatverdächtigen aus dem islamistischen Spektrum seien durchsucht worden. Bei dem Sprengstoffanschlag mit zwei Verletzten bohrte sich auch ein Metallstift in die Kopfstütze eines Sitzes im Mannschaftsbus des Bundesligisten. «Wir können daher von Glück sagen, dass nichts Schlimmeres passiert ist», sagte Köhler.

Trotz aller beunruhigenden Nachrichten vermittelten die Verantwortlichen des BVB mit voller Vehemenz eine Botschaft: Kein Einknicken! «Das Wichtigste ist, dass die Demokratie und unsere freiheitliche Grundordnung auf dem Prüfstand steht und die müssen wir stärken. Da leistet die Mannschaft einen weltweit beachteten Beitrag», betonte Club-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke kurz vor dem Anpfiff am Mittwochabend.

Der eigens nach Dortmund gereiste Innenminister Thomas de Maizière sagte dem TV-Sender Sky: «Wir wollen das solche Spiele stattfinden, wir wollen dem Terror nicht weichen.» In einem Telefonat mit BVB-Macher Watzke wünschte auch Kanzlerin Angela Merkel der Mannschaft, den Trainern und Fans alles Gute - und verurteilte den Anschlag als «widerwärtige Tat».

Das Entsetzen vom Vorabend wirkte auch bei Spielbeginn am Mittwoch noch nach. «Wir hätten uns mehr Zeit gewünscht, damit umzugehen», sagte Trainer Thomas Tuchel. Die BVB-Profis, denen ihr Einsatz freigestellt worden war, wärmten sich demonstrativ in T-Shirts mit Genesungswünschen für ihren beim Anschlag verletzten Teamkollegen Marc Bartra auf. «Wir sind alle geschockt und in Gedanken bei Marc», sagte Kapitän Marcel Schmelzer über den Spanier. Noch am Spieltag eilten viele Teamkollegen zu Bartra ins Krankenhaus, wo der an Hand und Arm verletzte 26-Jährige operiert worden war. Bartra selbst übermittelte via Instagram, es gehe ihm schon «deutlich besser».

Das Motiv für den Anschlag war bis zum Anpfiff des Spiels noch unklar. Beide Tatverdächtige stammen Medienberichten zufolge aus der nordrhein-westfälischen Islamisten-Szene - ein 25-jähriger Iraker aus Wuppertal und ein 28-jähriger Deutscher aus Fröndenberg (Kreis Unna). Beiden werde eine Nähe zur Terrororganisation Islamischer Staat vorgeworfen.

Große Fragen werfen jedoch auch weiterhin unterschiedliche Bekennerschreiben auf. Am Anschlagsort wurden nach Angaben der Bundesanwälte drei Schriftstücke mit gleichem Text gefunden - dies ist nach Aussage von Experten ungewöhnlich. «Das hat es so noch nicht gegeben», sagte Terrorexperte Peter Neumann vom Londoner King's College der «FAZ».

Neben der Forderung nach Abzug von Tornado-Kampfflugzeugen der Bundeswehr aus Syrien und Schließung des US-Luftwaffenstützpunktes Ramstein wird nach dpa-Informationen auch die Bundeskanzlerin in dem Schreiben namentlich genannt. «Aber anscheinend scherst du dich Merkel nicht um deinen kleinen dreckigen Untertanen. Deine Tornados fliegen immer noch über dem Boden des Kalifats, um Muslime zu Ermorden.»

An der Echtheit eines weiteren Bekennerschreibens bestehen nach einer ersten Bewertung erhebliche Zweifel. In dem Schriftstück, das auf der Seite «linksunten.indymedia.org» veröffentlicht wurde, wird ein linksextremistischer Hintergrund des Anschlags behauptet.

Die Europäische Fußball-Union versuchte, beruhigend auf Fans und Teams einzuwirken. Es gebe keine konkreten Hinweise der Sicherheitsbehörden auf eine Bedrohung, teilte die UEFA mit. Die Behörden in Nordrhein-Westfalen schlossen weitere Taten jedoch nicht aus und blieben in Alarmbereitschaft.

@ dpa.de

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