International, Militär

Moskau und Minsk bringen sich in Stellung.

14.09.2017 - 16:30:05

Gemeinsam mit Weißrussland - Umstrittenes russisches Manöver: Bedrohung für den Westen?. Sieben Tage lang halten Streitkräfte beider Länder ein Manöver der Superlative ab. Alles nur zu Übungszwecken, sagt Russland. Doch der Westen reagiert besorgt.

, das jeweils nach der Region benannt wird. Im vergangenen Jahr fand im Kaukasus im Süden Russlands eine derartige Übung statt, in den Jahren 2009 und 2013 gab es ebenfalls Manöver mit dem Namen «Sapad» im Westteil des Landes.

Das diesjährige Manöver wird nach Angaben Moskaus an sechs Übungsplätzen in Weißrussland stattfinden. Rund 250 Panzer und etwa 70 Flugzeuge sollen im Einsatz sein. Zudem sollen taktische Manöver der Luftwaffe in Russland geprobt werden. An dem Großmanöver sollen nach offiziellen Angaben 12 700 Soldaten aus beiden Ländern teilnehmen: 5500 russische und 7200 weißrussische Soldaten.

Einige westliche Staaten und die Nato gehen jedoch davon aus, dass die eigentliche Teilnehmerzahl viel höher sein könnte und Moskau und Minsk somit gegen die internationalen Spielregeln verstoßen. Die Zahl von 12 700 nennt Russland demnach nur, um Verpflichtungen zu umgehen, die es als Mitglied der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) eingegangen ist.

Diese sehen unter anderem vor, dass OSZE-Staaten bei Militärmanövern mit mehr als 13 000 Soldaten eine umfangreiche Beobachtung ermöglichen. Selbst das Überfliegen das Manövergebiets und Gespräche mit beteiligten Soldaten wären demnach erlaubt.

Deshalb verlegten die USA bereits Ende August sieben Kampfjets nach Litauen, US-Militärfahrzeuge wurden nach Polen geliefert. «Wir selbst sind jetzt besser vorbereitet, da wir mehr Abschreckungs- und Verteidigungsinstrumente auf unserem Gebiet haben und unsere Partner, unsere Freunde aus der NATO helfen uns auch», sagte die litauische Präsidentin Dalia Grybauskaite.

«Das russische Großmanöver gibt Anlass zur Sorge», teilte der Vizepräsident des EU-Parlaments, Alexander Graf Lambsdorff, mit. «Russland muss zu einer Außenpolitik zurückfinden, die auf seine eigenen legitimen Sicherheitsbedürfnisse, nicht auf Verunsicherung und Einschüchterung der Nachbarn ausgerichtet ist», sagte der FDP-Politiker.

Nach Ansicht des CDU-Politikers Franz Josef Jung schürt Moskau gezielt Bedrohungsängste in den baltischen Staaten und Polen und bewirkt so weiteres Misstrauen im Westen. «Russland hat kein echtes Interesse an einer Verbesserung der Beziehungen zum Westen und seinen Nachbarstaaten sowie am Abbau von Spannungen», teilte er mit.

@ dpa.de

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