Wahlen, Parteien

Marine Le Pen will den Franc wieder als französische Währung einführen.

21.03.2017 - 08:22:05

Präsidentenwahl - Gegenwind für Rechtspopulistin Le Pen bei TV-Debatte. Ihre Widersacher bei der Präsidentenwahl warnen vor den katastrophalen Folgen eines Euro-Ausstiegs.

Paris - Die französische Rechtspopulistin und Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen stößt mit ihrem Vorhaben eines Euro-Austritts auf harten Widerstand.

«Sie sind dabei, das Land in ein regelrechtes wirtschaftliches und soziales Chaos zu ziehen», sagte ihr konservativer Widersacher François Fillon am späten Montagabend bei der ersten großen TV-Debatte mit den wichtigsten Kandidaten.

Die Chefin der rechtsextremen Front National fordert ein Referendum über den Verbleib in der EU sowie den Austritt aus dem Euro und dem Schengenraum, der das Reisen ohne Grenzkontrollen in weiten Teilen Europas ermöglicht. Le Pen und der sozialliberale Bewerber Emmanuel Macron gelten gut einen Monat vor dem ersten Wahlgang am 23. April als klare Favoriten für den Einzug in die Stichwahl. Die Umfragen sagen Macron dafür derzeit einen deutlichen Sieg gegen Le Pen voraus, allerdings ist die Entscheidung vieler Wähler noch unsicher.

«Man verlässt nicht die europäische Währung (...) und den Schutz der Europäischen Zentralbank», sagte Fillon. Der Ex-Premier hatte wegen der Affäre um die Beschäftigung seiner Frau auf Parlamentskosten viele Sympathiepunkte eingebüßt und liegt im Umfragen nur noch auf dem dritten Platz. Er warnte vor einem Abenteuer, das Kreditnehmer und Sparer ruinieren werde. Der Ex-Premier bezeichnete Le Pen als «Serienkiller der Kaufkraft der Franzosen». Macron schloss sich der Kritik an.

Le Pen bezeichnete die Angriffe als Angstmacherei. «Das wurde vor dem Brexit und vor der Wahl von Donald Trump benutzt.» Die Europaabgeordnete griff die EU an, weil sie «wirtschaftlichen Patriotismus» und Protektionismus verbiete und damit die Massenarbeitslosigkeit fördere. Die wirtschaftlichen Ergebnisse Großbritanniens, das die EU verlassen will, seien «wunderbar».

In der mehr als dreistündigen Sendung gerieten die Favoriten Le Pen und Macron mehrmals aneinander. «Man weiß nicht, was Sie wollen», sagte Le Pen. «Wenn Sie es nicht verstanden haben: Im Gegensatz zu Ihnen will ich nicht mit Herrn Putin gemeinsame Sache machen», entgegnete Macron.

Macron fuhr Le Pen auch in die Parade, als diese anderen Kandidaten vorwarf, «nicht das Interesse der Franzosen» sondern großer Konzerne zu vertreten - und dabei auf Macrons Lebenslauf anspielte. Der frühere Wirtschaftsminister ist Absolvent der Polit-Kaderschmiede ENA und war nach einer Beamtenkarriere zeitweise bei einer Bank tätig, bevor er in die Politik ging. «Ich werde Sie keine Verleumdung verbreiten lassen», hielt Macron ihr entgegen.

Kritik gab es in der Debatte auch am EU-Partner Deutschland: Die Deutschen könnten nicht auf ihren Handelsüberschüssen sitzen bleiben, während die französischen Soldaten in der Sahelzone ihr Leben riskierten, sagte Fillon als Spitzenmann der bürgerlichen Rechten. Er stellte seine staatsmännische Erfahrung als früherer Premierminister heraus. «Ich werde der Präsident der nationalen Sanierung sein.» Er will weitgehende Wirtschaftsreformen und einen klaren Sparkurs.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Ströbele: Ohne mich wäre Merkel wohl nicht Kanzlerin geworden Der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele, der mit Ende dieser Legislaturperiode aus Altersgründen den Bundestag verlässt, ist der Ansicht, dass Angela Merkel (CDU) ohne seine "bescheidene Mitwirkung" 2005 wahrscheinlich nicht Kanzlerin geworden wäre. (Politik, 16.08.2017 - 14:15) weiterlesen...

Wahlkampf in Hannover - SPD plant milliardenschweren Niedersachsen-Fonds. Die Opposition rügt das Vorhaben als Programm zur Schuldenaufnahme. Mehr Geld für Sportanlagen, sozialen Wohnungsbau und Krankenhäuser: Mit diesem Wahlkampfversprechen gehen die niedersächsischen Sozialdemokraten in die vorgezogene Landtagswahl. (Politik, 15.08.2017 - 16:54) weiterlesen...

Kein Ausstiegsdatum - Merkel: Ende des Verbrennungsmotors «richtiger Ansatz». Auch die Kanzlerin sagt: Aus dem Verbrennungsmotor auszusteigen, sei grundsätzlich richtig. Bei einem entscheidenden Punkt legt sie sich aber nicht fest. Viele Länder machen sich Gedanken, wie Menschen in Zukunft Auto fahren werden. (Wirtschaft, 14.08.2017 - 23:34) weiterlesen...

Kanzlerin im Interview - Merkel über Schulz: «Ich schätze meine Mitbewerber». Sie vermeidet es aber so zu wirken, als ob sie den Wahlsieg schon in der Tasche hätte. Kanzlerin Merkel geht als haushohe Favoritin in den Wahlkampf. (Politik, 14.08.2017 - 18:22) weiterlesen...

Merkel zu Schulz: «Ich schätze meine Mitbewerber». Berlin ? Trotz ihres riesigen Vorsprungs in den Umfragen zur Bundestagswahl nimmt Kanzlerin Angela Merkel das Duell mit ihrem SPD-Herausforderer Martin Schulz nicht auf die leichte Schulter. «Ich unterschätze meine Mitbewerber nie. Ich schätze meine Mitbewerber». Das sagte sie den Sendern Phoenix und Deutschlandfunk. Konkurrenz belebe das Geschäft. Eine Präferenz für eine der zahlreichen Koalitionsoptionen will die Kanzlerin in den knapp sechs Wochen bis zur Wahl am 24. September nicht erkennen lassen. Da kämpfe jeder jetzt erst einmal für sich. Merkel zu Schulz: «Ich schätze meine Mitbewerber» (Politik, 14.08.2017 - 17:48) weiterlesen...

Kanzlerin im Interview - Merkel zu Schulz: «Ich schätze meine Mitbewerber». Sie vermeidet es aber so zu wirken, als ob sie den Wahlsieg schon in der Tasche hätte. Kanzlerin Merkel geht als haushohe Favoritin in den Wahlkampf. (Politik, 14.08.2017 - 17:20) weiterlesen...