Konflikte, Wahlen

Istanbul - Trotz wiederholter Mahnungen zur Mäßigung hat der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan Europa Faschismus vorgeworfen.

21.03.2017 - 14:36:06

Angriffe gehen weiter - Erdogan nennt Europa «rassistisch» und «faschistisch»

«Dieses Europa ist das Europa vor dem Zweiten Weltkrieg, ein rassistisches, faschistisches und grausames Europa», sagte er am Dienstag in Ankara. «Dieses Europa ist ein Europa des Mittelalters und ein Türken- und islamfeindliches Europa.»

Erdogan greift Europa und Deutschland seit mehr als zwei Wochen immer wieder scharf an. Am Sonntag hatte er Bundeskanzlerin Angela Merkel sogar persönlich «Nazi-Methoden» vorgeworfen. Merkel forderte daraufhin, Nazi-Vergleiche müssten «ohne Wenn und Aber» aufhören.

Die Beziehungen sind wegen der Absage von Wahlkampfauftritten türkischer Minister in Europa angespannt. Am 16. April entscheiden die Türken in einem Referendum über die Einführung eines Präsidialsystems, das Erdogan mehr Macht verleihen würde.

Europa könne der Türkei nicht mehr drohen, sagte Erdogan weiter: «Von wegen Beitrittsprozess mit der Europäischen Union oder Rücknahmeabkommen. Dies oder jenes. Mit keinem davon können sie uns mehr drohen», sagte Erdogan. «Damit ist es nun vorbei», sagte er weiter und ließ dabei offen, ob er damit die Drohungen oder das Abkommen beziehungsweise den Beitrittsprozess meint.

Den inhaftierten «Welt»-Korrespondenten Deniz Yücel nannte Erdogan erneut einen «Agenten und Terroristen». Spionage von Europäern «unter unterschiedlichen Titeln» werde die Türkei nicht mehr dulden.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Referendum - Türken in Deutschland stimmen über Verfassungsreform ab Berlin - In Deutschland lebende Türken können von heute an bundesweit über die Verfassungsreform in der Türkei zur Einführung eines Präsidialsystems abstimmen. (Politik, 27.03.2017 - 05:36) weiterlesen...

Türken in Deutschland stimmen über Verfassungsreform ab. Rund 1,4 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, noch vor ihren Landsleuten in der Türkei über die Änderungen abzustimmen, die Präsident Recep Tayyip Erdogan mehr Macht verschaffen würden. Die Abstimmung wird überschattet von einer schweren Krise im deutsch-türkischen Verhältnis. Abgestimmt wird in Deutschland generell in den Generalkonsulaten. Berlin - In Deutschland lebende Türken können von heute an bundesweit über die Verfassungsreform in der Türkei zur Einführung eines Präsidialsystems abstimmen. (Politik, 27.03.2017 - 00:46) weiterlesen...

Nach dem 16. April - Erdogan für Referendum über EU-Beitritt Istanbul - Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan erwägt ein weiteres Referendum über den Beitritt zur Europäischen Union (EU). (Politik, 25.03.2017 - 20:10) weiterlesen...

Erdogan bekräftigt Plan für Wiedereinführung der Todesstrafe. Wenn die EU erkläre, für eine Türkei mit Todesstrafe sei in der Union kein Platz, sei dies so, sagte Erdogan. Er werde eine Entscheidung des Parlaments für die Todesstrafe bestätigen, sagte er. Nach dem gescheiterten Putschversuch im Juni 2016 hat Erdogan mehrfach die Wiedereinführung der Todesstrafe ins Spiel gebracht. Die EU hat deutlich gemacht, dass der Beitrittsprozess der Türkei damit beendet wäre. Istanbul - Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan will auch internationale Konsequenzen für die von ihm favorisierte Wiedereinführung der Todesstrafe akzeptieren. (Politik, 25.03.2017 - 18:10) weiterlesen...

Erdogan will Nazi-Vergleiche nicht stoppen. «Ihr sollt die Freiheit haben, Erdogan einen Diktator zu nennen, aber Erdogan soll nicht die Freiheit haben, Euch Faschist oder Nazi zu nennen», sagte er am Abend in einem Live-Interview der Sender CNN Türk und Kanal D in Ankara. Erdogan hatte Kanzlerin Angela Merkel dafür kritisiert, sich in dem Streit an die Seite der Niederlande gestellt zu haben, und ihr persönlich «Nazi-Methoden» vorgeworfen. Merkel hatte sich Nazi-Vergleiche verbeten. Istanbul - Trotz deutscher Forderungen nach verbaler Mäßigung will der türkische Staatspräsident Erdogan seine Nazi-Vergleiche nicht stoppen. (Politik, 23.03.2017 - 20:54) weiterlesen...

Kein Auftritt in Deutschland - Erdogan will Nazi-Vergleiche nicht stoppen Istanbul - Trotz deutscher Forderungen nach verbaler Mäßigung will der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan seine Nazi-Vergleiche nicht stoppen. (Politik, 23.03.2017 - 20:28) weiterlesen...