Kriminalität, Museen

Ist der Polizei der große Coup gelungen? Im März wurde aus dem Berliner Bode-Museum eine millionenschwere Goldmünze in einer spektakulären Aktion gestohlen.

12.07.2017 - 12:04:05

Spektakulärer Diebstahl - Festnahmen nach 100-Kilo-Goldmünzen-Coup. Nun wurden mehrere Männer festgenommen.

  • 100 Kilogramm schwere Goldmünze - Foto: Die 100 Kilogramm schwere Goldmünze «Big Maple Leaf» wurde aus dem Bode-Museum in Berlin gestohlen. Foto: Marcel Mettelsiefen

    Die 100 Kilogramm schwere Goldmünze «Big Maple Leaf» wurde aus dem Bode-Museum in Berlin gestohlen. Foto: Marcel Mettelsiefen

  • Leiter - Foto: Polizeipräsidium Berlin

    Die Täter ließen unter anderem eine Leiter am Tatort zurück. Foto: Polizeipräsidium Berlin

  • Bode-Museum - Foto: Bernd Settnik

    Die Täter waren über die direkt am Museum vorbeiführende S-Bahntrasse in das Gebäude eingestiegen. Foto: Bernd Settnik

  • Festnahme - Foto: Paul Zinken

    Polizeibeamte führen in Berlin-Neukölln einen Mann ab. Foto: Paul Zinken

  • Kleidungsstücke - Foto: Paul Zinken

    Kleidungsstücke wurden sichergestellt. Foto: Paul Zinken

100 Kilogramm schwere Goldmünze - Foto: Die 100 Kilogramm schwere Goldmünze «Big Maple Leaf» wurde aus dem Bode-Museum in Berlin gestohlen. Foto: Marcel MettelsiefenLeiter - Foto: Polizeipräsidium BerlinBode-Museum - Foto: Bernd SettnikFestnahme - Foto: Paul ZinkenKleidungsstücke - Foto: Paul Zinken

Berlin - Nach dem aufsehenerregenden Diebstahl einer millionenschweren Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum hat die Polizei mindestens zwei Tatverdächtige festgenommen. Ob die Münze oder Teile davon bei der stundenlangen Razzia beschlagnahmt werden konnte, ist unklar.

Im Fokus der Ermittler stand auch ein Juweliergeschäft. Um 14.00 Uhr wollte die Polizei auf einer Pressekonferenz Einzelheiten zu dem spektakulären Fall mitteilen.

Um 06.00 Uhr war ein Spezialeinsatzkommando der Polizei ausgerückt. Bis zu 300 Beamte durchsuchten mehr als ein Dutzend Objekte - vor allem in Berlin. Schwerpunkt war der Bezirk Neukölln. Anliegen war es, Beweise zu sichern. In Brandenburg wurde eine Wohnung kontrolliert, wie Polizeisprecher Winfrid Wenzel sagte.

In Neukölln wurde auch ein Juwelierladen durchsucht. Der Juwelier sei im Fokus der Ermittlungen, sagte Wenzel der Deutschen Presse-Agentur. Es gebe Anhaltspunkte, dass der dort Verantwortliche bei Absatz und Verwertung der 100 Kilogramm schweren Beute eine strafrechtlich relevante Rolle gespielt haben könnte.

Zu Spekulationen, dass die Tatverdächtigen zu arabischen Clans gehören sollen, äußerte sich die Polizei zunächst nicht.

Die zwei bislang bestätigten Festnahmen gab es in Wohnungen in den Neuköllner Straßen Mittelweg und Thomasstraße, die nahe beieinander liegen. Es gebe deutliche Anhaltspunkte, dass beide Verdächtige mit zwei Personen auf den Videoaufnahmen aus Überwachungskameras identisch seien, so die Polizei.

Sie hatte vor einer Woche Bilder aus Überwachungskameras veröffentlicht, um den Tätern auf die Spur zu kommen. Das Video zeigte drei schwarz gekleidete Personen am S-Bahnhof Hackescher Markt, die ihre Gesichter unter Kapuzen, hinter Kragen und ihren Händen verbergen.

Diebe hatten Ende März eine zwei Zentner schwere kanadische Goldmünze mit dem Bild von Königin Elizabeth II. aus dem Museum gestohlen. Allein das Material - reinstes Gold - ist geschätzt etwa 3,7 Millionen Euro wert. Wegen der Schwere der Münze ging die Polizei von mehreren Tätern aus.

Das gestohlene Goldstück namens «Big Maple Leaf», 2007 in nur fünf Exemplaren von der Königlichen Kanadischen Münze geprägt, war die Leihgabe eines Privatmanns an das Bode-Museum. Die Polizei ging damals davon aus, dass die Diebe die Münze einschmelzen und in kleineren Portionen zu Geld machen wollen.

Im Bode-Museum waren nach dem Diebstahl die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt worden. Die Täter waren am frühen Morgen über die direkt an dem Museum vorbeiführende S-Bahntrasse in das Gebäude eingestiegen. Eine Leiter und eine Schubkarre ließen sie in der Nähe stehen.

«Wir freuen uns über die Fortschritte der Ermittlungen der Polizei», erklärte ein Sprecher der Staatlichen Museen Berlin am Mittwoch. Jetzt müsse aber der Ausgang abgewartet werden.

@ dpa.de

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