Konflikte, Nahost

Israel stellt nach einem Anschlag Metalldetektoren am Tempelberg in Jerusalem auf.

22.07.2017 - 10:50:06

Tempelberg-Krise - Eskalation: Palästinenser brechen Kontakt zu Israel ab. Das versetzt die Palästinenser in Wut - es kommt nach den Freitagsgebeten zu blutigen Unruhen und einem tödlichen Angriff. Auch auf diplomatischer Ebene herrscht nun Eiszeit.

  • Sicherheit am Tempelberg - Foto: Mahmoud Illean

    Sicherheitsschleuse mit Metall-Detektoren am Tempelberg in Jerusalem. Israel beschränkt den Zugang zu der für Juden wie Muslimen gleichermaßen religiösen Stätte. Foto: Mahmoud Illean

  • Betende Palästinenser - Foto: Mahmoud Illean

    Palästinenser beten in der Nähe von Jerusalems Altstadt und werden von Israelischen Polizisten (r) bewacht. Im Hintergrund sind die al-Aqsa-Moschee (l) und der Felsendom (M) zu sehen. Foto: Mahmoud Illean

  • Tränengas-Schwaden - Foto: Mahmoud Illean

    Palästinenser flüchten nahe der Jerusalemer Altstadt vor Tränengas-Schwaden der israelischen Polizei. Foto: Mahmoud Illean

  • Steinschleuder - Foto: Nasser Shiyoukhi

    Mit einer Steinschleuder attackiert ein palästinensischer Demonstrant in Bethlehem israelische Soldaten. Foto: Nasser Shiyoukhi

  • Unruhen in Bethlehem - Foto: Nasser Shiyoukhi

    Kampf in den Straßen von Bethlehem: Die Palästinenser demonstrieren gegen die Metalldetektoren am Eingang zum Tempelberg in Jerusalem. Foto: Nasser Shiyoukhi

  • Festnahme - Foto: Mahmoud Illean

    Israelische Grenzpolizisten in Jerusalem einen Palästinenser fest. Nach neuer Gewalt am Tempelberg hat Israel den Zutritt für Muslime zu der heiligen Stätte beschränkt. Foto: Mahmoud Illean

  • Unruhen in Bethlehem - Foto: Nasser Shiyoukhi

    Flucht vor dem Tränengas: Palästinensische Demonstranten bringen sich bei Unruhen in Bethlehem in Sicherheit. Foto: Nasser Shiyoukhi

  • Mahmud Abbas - Foto: Raad Adayleh/Archiv

    Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat den Abbruch der Kontakte zu Israel angekündigt. Foto: Raad Adayleh/Archiv

  • Unruhen in Jerusalem - Foto: Mahmoud Illean

    Israelische Soldaten schießen in Jerusalem mit Tränengas in Richtung palästinensischer Demonstranten. Die Palästinenser demonstrieren gegen die Metalldetektoren am Eingang zum Tempelberg. Foto: Mahmoud Illean

  • Unruhen in Jerusalem - Foto: Mahmoud Illean

    Konfrontation zwischen palästinensischen Demonstranten und israelischen Soldaten in Jerusalem. Foto: Mahmoud Illean

  • Anhänger der Hamas - Foto: Mohammed Asad/APA Images via ZUMA Wire

    Bewaffnete Anhänger der Hamas protestieren in Gaza-Stadt gegen die von Israel aufgebauten Metalldetektoren am Eingang zur Al-Aksa-Moschee am Jerusalemer Tempelberg. Foto: Mohammed Asad/APA Images via ZUMA Wire

  • Hamas-Kämpfer - Foto: Mohammed Asad

    Bewaffnete Anhänger der Hamas protestieren in Gaza-Stadt gegen die von Israel aufgebauten Metalldetektoren am Eingang zur Al-Aksa-Moschee am Jerusalemer Tempelberg. Foto: Mohammed Asad

Sicherheit am Tempelberg - Foto: Mahmoud IlleanBetende Palästinenser - Foto: Mahmoud IlleanTränengas-Schwaden - Foto: Mahmoud IlleanSteinschleuder - Foto: Nasser ShiyoukhiUnruhen in Bethlehem - Foto: Nasser ShiyoukhiFestnahme - Foto: Mahmoud IlleanUnruhen in Bethlehem - Foto: Nasser ShiyoukhiMahmud Abbas - Foto: Raad Adayleh/ArchivUnruhen in Jerusalem - Foto: Mahmoud IlleanUnruhen in Jerusalem - Foto: Mahmoud IlleanAnhänger der Hamas - Foto: Mohammed Asad/APA Images via ZUMA WireHamas-Kämpfer - Foto: Mohammed Asad

Ramallah/Jerusalem - Der Streit um den Tempelberg in Jerusalem ist gefährlich eskaliert: Mindestens drei Palästinenser wurden am Freitag bei Zusammenstößen mit israelischen Sicherheitskräften getötet und rund 400 weitere verletzt.

Anschließend tötete ein palästinensischer Attentäter in einer Siedlung im Westjordanland drei Israelis. Wegen des Konflikts brachen die Palästinenser sämtliche Kontakte zu Israel ab, wie Palästinenserpräsident Mahmud Abbas am Abend nach einem Krisentreffen seiner Regierung sagte.

Streitpunkt sind Metalldetektoren, die Israel nach einem tödlichen Anschlag am an Eingängen zu der heiligen Stätte aufgestellt hat. Abbas sagte, der Abbruch der Kontakte auf allen Ebenen gelte solange, bis die «Besatzungsmacht» Israel die Maßnahmen aufhebe. Zuvor hatte er die USA um eine sofortige Intervention gebeten, um den Abbau der Detektoren zu erzwingen und die Lage nicht außer Kontrolle geraten zu lassen.

Bei der Messerattacke in einer Siedlung im Westjordanland wurden am Freitagabend drei Israelis getötet. Der palästinensische Angreifer sei in ein Wohnhaus in der Ortschaft Neve Zuf bei Ramallah eingedrungen und habe dort vier Menschen mit einem Messer angegriffen, teilte eine israelische Armeesprecherin mit. Er sei durch Schüsse verletzt und außer Gefecht gesetzt worden. Nach israelischen Medienberichten hatte der Palästinenser vor dem Anschlag einen Text bei Facebook veröffentlicht, der die Tat mit den jüngsten Konfrontationen um den Tempelberg in Verbindung bringt.

Israel hatte am Freitag seine Sicherheitskräfte in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt und aus Furcht vor neuer Gewalt nur Männern über 50 Jahren und Frauen den Zutritt zu der Stätte erlaubt, . Palästinensische Repräsentanten hatten Muslime aufgefordert, in Massen zum Freitagsgebet auf dem Tempelberg zu kommen.

Hunderte jüngere Männer, denen der Zugang verwehrt wurde, beteten dann auf der Straße außerhalb der Altstadtmauern. Auch an Militärsperren im Westjordanland beteten Muslime, die keine Einreisegenehmigung erhielten. Nach Polizeiangaben griffen Muslime nach dem Gebet Sicherheitskräfte mit Steinen, Feuerwerkskörpern und Brandflaschen an. Vier Polizisten seien verletzt worden.

Nach palästinensischen Angaben setzte Israel Tränengas und Geschosse gegen die Demonstranten ein. Das palästinensische Gesundheitsministerium teilte mit, mehrere Verletzte schwebten nach den Unruhen noch in Lebensgefahr.

Die Palästinenser lehnen die Kontrollen durch Metalldetektoren ab. Dass diese aufgestellt wurden, werten sie als Versuch Israels, seine Kontrolle über die heilige Stätte auszuweiten. Israel betont aber, es wolle den Status quo nicht verändern. Die Kontrollmaßnahmen wurden nach einem blutigen Anschlag am Tempelberg vor einer Woche eingeführt, bei dem zwei israelische Polizisten und drei arabische Angreifer getötet worden waren.

Am Tempelberg in Jerusalems Altstadt entzünden sich immer wieder religiöse Spannungen. Muslime verehren ihn als «Haram al-Scharif» (Edles Heiligtum). Der Überlieferung nach standen dort früher die jüdischen Tempel, heute beten an der Stelle Muslime in der Al-Aksa-Moschee und dem Felsendom mit seiner vergoldeten Kuppel.

@ dpa.de

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