Prozesse, Kriminalität

In der Weihnachtsnacht schläft ein Mann auf einer Bank in einem Berliner U-Bahnhof.

13.06.2017 - 11:04:06

Attacke in Berliner U-Bahnhof - Prozess um Feuerattacke gegen Obdachlosen. Plötzlich brennt sein Rucksack neben dem Kopf - Fahrgäste können die Flammen löschen. Nun geht der Prozess gegen die mutmaßlichen Täter zu Ende.

Berlin - Im Prozess um eine Feuerattacke gegen einen schlafenden Obdachlosen in Berlin haben die Verteidiger der sechs Verdächtigen mit ihren Plädoyers begonnen. Angeklagt sind sechs junge Männer im Alter zwischen 16 und 21 Jahren wegen versuchten Mordes.

Nach bisheriger Planung sollten die Urteile nochheute verkündet werden. Den Flüchtlingen aus Syrien und Libyen wird vorgeworfen, in der Weihnachtsnacht 2016 einen obdachlosen Mann auf einer Bank im Kreuzberger U-Bahnhof Schönleinstraße angezündet zu haben. Fahrgäste löschten die Flammen, der ahnungslose Mann aus Polen blieb unverletzt. Die Angeklagten hatten einen Tötungsversuch zurückgewiesen.

Als Hauptverdächtiger gilt der 21-Jährige. Für ihn hatte die Staatsanwaltschaft wegen versuchten Mordes eine Gefängnisstrafe von vier Jahren gefordert.

Das Gericht hat bereits angedeutet, dass auch eine Verurteilung wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung infrage kommen könnte. Für den 21-Jährigen gilt das Erwachsenen-Strafrecht. Gefährliche Körperverletzung wiegt aus juristischer Sicht nicht so schwer wie versuchter Mord.

@ dpa.de

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