Prozesse, Kriminalität

In der Weihnachtsnacht schläft ein Mann auf einer Bank in einem Berliner U-Bahnhof.

13.06.2017 - 06:42:05

Attacke in Berliner U-Bahnhof - Schlafenden Obdachlosen angezündet: Urteil erwartet. Plötzlich brennt sein Rucksack neben dem Kopf - Fahrgäste können die Flammen löschen. Nun geht der Prozess gegen die mutmaßlichen Täter zu Ende.

Berlin - Knapp ein halbes Jahr nach der Feuerattacke gegen einen schlafenden Obdachlosen in einem Berliner U-Bahnhof wird das Landgericht heute voraussichtlich das Urteil verkünden. Angeklagt sind sechs junge Männer im Alter zwischen 16 und 21 Jahren wegen versuchten Mordes.

Das Gericht hat bereits angedeutet, dass auch eine Verurteilung wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung oder Beihilfe dazu in Frage kommen könnte. Die Delikte wiegen aus juristischer Sicht nicht so schwer wie versuchter Mord.

Überraschend waren am Freitag fünf Angeklagte aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Dort sitzt nur noch der 21-jährige Hauptverdächtige. Ein siebter Mitangeklagter war bereits zu zwei Wochen Jugendarrest wegen unterlassender Hilfeleistung verurteilt worden. Zunächst werden die Verteidiger ihre Plädoyers halten. Wann genau das Urteil gesprochen wird, stand noch nicht fest.

Den Flüchtlingen aus Syrien und Libyen wird vorgeworfen, den schlafenden Mann in der Weihnachtsnacht 2016 auf einer Bank im Kreuzberger U-Bahnhof Schönleinstraße angezündet zu haben. Nur durch das Eingreifen von Fahrgästen konnte laut Staatsanwaltschaft Schlimmeres verhindert werden. Sie löschten die Flammen, der wehrlose Mann aus Polen blieb unverletzt. Bei den Ermittlungen halfen Aufzeichnungen von Videokameras.

Für den Hauptangeklagten hat die Staatsanwaltschaft eine Gefängnisstrafe von vier Jahren gefordert. Zwei 17- und 18-Jährige sollen demnach eine Jugendstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten erhalten. Ein weiterer 18-Jähriger aus Sicht des Anklägers soll zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt werden. Für zwei Angeklagte wurden wegen Beihilfe Bewährungsstrafen verlangt.

Alle sechs hatten einen Tötungsversuch zurückgewiesen. Der 21-Jährige gab im Prozess zu, ein Taschentuch in Brand gesteckt zu haben, er habe den Mann aber «nur durch ein kleines Feuerchen aufschrecken wollen». Seine Begleiter erklärten, sie hätten mit der Tat nichts zu tun.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

Schlüsseldienst-Chefs wegen Abzocke vor Gericht. Gegen die beiden Betreiber beginnt heute in Kleve der Prozess. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen bandenmäßigen Betrug und Wucher vor sowie Steuerhinterziehung und Veruntreuung von Arbeitsentgelten, weil sie keine Sozialabgaben für die Monteure bezahlt haben sollen. Kleve - Überteuerte Anfahrten und weit überzogene Rechnungen von bis zu 1500 Euro: Ein bundesweit tätiger Schlüsseldienst aus Geldern am Niederrhein soll seine Kunden systematisch ausgenommen haben. (Politik, 16.01.2018 - 02:20) weiterlesen...

Zu vier Jahren Haft verurteilt - Ex-SS-Mann Gröning reicht Gnadengesuch ein. Wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 300.000 Fällen wurde der frühere SS-Mann im Auschwitz-Prozess von Lüneburg zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Nun hofft der alte Mann auf Gnade. Dem mittlerweile 96 Jahre alten Oskar Gröning droht bald eine Ladung zum Haftantritt. (Politik, 15.01.2018 - 17:30) weiterlesen...

Tochter in Türkei verschleppt - Eltern und Onkel vor Gericht. Die Drei stehen unter anderem wegen Geiselnahme vor dem Landgericht Stuttgart. 2011 soll der Onkel die damals 22-Jährige in Stuttgart betäubt haben. Als sie aufwachte, befand sich das Auto der Anklage zufolge schon in Bulgarien. Die junge Frau wurde in der Türkei im Haus ihrer Großmutter festgehalten und später gegen ihren Willen verheiratet. Stuttgart - Knapp sieben Jahre nachdem sie ihre Tochter zum Heiraten in die Türkei verschleppt haben sollen, müssen sich die Eltern und ein Onkel vor Gericht verantworten. (Politik, 15.01.2018 - 12:52) weiterlesen...

Tochter in Türkei verschleppt: Eltern wegen Geiselnahme vor Gericht. Dem Trio aus dem Rhein-Main-Gebiet wird am Landgericht Stuttgart unter anderem Geiselnahme vorgeworfen. Hintergrund soll sein, dass die Familie den Freund und den westlichen Lebenswandel der damals 22-Jährigen strikt ablehnte. In der Türkei wurde die Frau laut Anklage gegen ihren Willen verheiratet und fast zwei Jahre festgehalten. Dann gelang ihr die Flucht zurück nach Deutschland. Stuttgart - Knapp sieben Jahre nach dem Verschleppen ihrer Tochter zum Heiraten in die Türkei müssen sich die Eltern und ein Onkel von heute an vor Gericht verantworten. (Politik, 15.01.2018 - 04:58) weiterlesen...

Messerstecher vor Gericht - Töten aus religiösen Eifer. Für die Anklage steht fest: Der ablehnte Asylbewerber wollte so viele Deutsche christlichen Glaubens töten wie möglich. Er erstach in einem Hamburger Supermarkt einen Kunden und verletzte sechs weitere Menschen - das hat ein 26-Jähriger vor Gericht gestanden. (Politik, 12.01.2018 - 19:01) weiterlesen...

Abgelehnter Asylbewerber - Angeklagter im Hamburger Messerstecher-Prozess geständig. Nun hat der Mordprozess begonnen. Und gleich zu Beginn gab es ein Geständnis. Ein Toter und sechs Verletzte - das war die Bilanz einer Messerattacke in Hamburg-Barmbek. (Politik, 12.01.2018 - 13:02) weiterlesen...