Umwelt, Antarktis

In der Antarktis hat sich ein riesiger Eisberg vom Schelfeis gelöst.

12.07.2017 - 14:20:06

Siebenmal so groß wie Berlin - Gigantischer Eisberg «A68» treibt in der Antarktis. Er ist siebenmal so groß wie Berlin und wird Jahre brauchen, bis er geschmolzen ist. Forscher fürchten, dass nun das Larsen-C-Schelfeis zerfallen könnte.

Bremerhaven - Diesem Augenblick haben Forscher seit Monaten entgegengefiebert: In der Westantarktis ist vom Larsen-C-Schelfeis ein gigantischer Eisberg abgebrochen, der zuletzt nur noch an einer schmalen Verbindung hing.

Er zählt nach Angaben des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung zu den fünf größten Eiskolossen, die Wissenschaftler in den letzten drei Jahrzehnten registriert haben. Mit 5800 Quadratkilometern ist er fast sieben Mal so groß wie Berlin.

Der Tafeleisberg löste sich irgendwann in der Zeit zwischen Montag und Mittwoch. Nach Angaben des britischen Antarktisprojekts «Midas» wird er vermutlich den Namen A68 erhalten. Wohin er driftet, hängt von mehreren Faktoren ab. «Er schwimmt mit der Meeresströmung, aber auch der Wind spielt eine Rolle», sagt AWI-Glaziologin Daniela Jansen, die am «Midas»-Projekt der britischen Universität Swansea beteiligt ist. Sie vermutet, dass der Eisberg - so wie andere zuvor - entlang der antarktischen Halbinsel zunächst gen Norden und dann nach Osten zieht. «Es kann aber dauern, bis er aus dem Meereis raus ist», sagt Jansen. Erfahrungsgemäß driftet er zunächst zehn Kilometer pro Tag.

Sollte die Eismasse nicht vorher in mehrere Teile zerfallen, wird es Jansens Angaben zufolge wohl zwei, drei Jahre dauern, bis sie geschmolzen ist. «Der Eisberg befindet sich schon weit im Norden und kommt deshalb bald in wärmeres Gewässer.» Sie geht davon aus, dass er sich vor der Inselgruppe Südgeorgien, etwa 1400 Kilometer östlich der argentinischen Küste, vollständig auflösen wird.

Eine Gefahr für Menschen geht von dem Giganten nicht aus. «Er schwimmt in einem sehr abgelegenen Teil der Erde», erläutert die Wissenschaftlerin. «Und einen Eisberg dieser Größe kann man per Satellit super verfolgen.» Schiffe wüssten somit, wo er sich gerade aufhalte.

Jetzt, wo der Eisberg abgebrochen ist, ist er für die Wissenschaftler eigentlich nicht mehr ganz so spannend. «Uns interessiert, wie es an der Kalbungsfront des Larsen-C-Schelfeises weitergeht», betont Jansen. Schelfeise sind auf dem Meer schwimmende Eisplatten, die von Gletschern gespeist werden und mit ihnen noch verbunden sind. Das Larsen-C-Schelfeis ist das viertgrößte Schelfeis der Antarktis. Es hat eine Fläche von fast 50 000 Quadratkilometern und ist damit etwa so groß wie Niedersachsen.

Wissenschaftler befürchten, dass sich mit dem Abbruch des Eisbergs die neu entstandene Eiskante durch permanentes Krümeln weiter zurückzieht und das Schelfeis schließlich in absehbarer Zeit komplett zerfällt. Diesen Prozess haben Forscher schon mehrfach beobachtet: In den letzten 20 Jahren sind sieben Schelfeise an der Antarktischen Halbinsel zerfallen oder stark zurückgegangen. In der Folge können die Eisströme der Gletscher ungebremst ins Wasser fließen, was letztlich zur Erhöhung des Meeresspiegels führt.

Ob sich auch das Larsen-C-Schelfeis zurückziehen wird, wissen die Forscher nicht. «Das ist ein komplexes System, und wir arbeiten daran, es zu entschlüsseln», sagt Daniela Jansen. Zwar weiß niemand, ob der Klimawandel die Entstehung von A68 gefördert hat. Aber zum weiteren Zerfallen des Larsen-C-Schelfeises könnte er durchaus beitragen.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

40 Tage bis zum Verhungern - Wie kleine Kegelrobben jagen lernen. Nach drei Wochen Stillzeit müssen sie sich ihr Futter selbst erbeuten. Wie sie das lernen, haben britische Forscher verfolgt. Die Kindheit der Kegelrobben ist kurz. (Wissenschaft, 19.11.2017 - 11:56) weiterlesen...

30-Tonnen-Wal am Strand in Rio de Janeiro angespült. Tausende Badegäste versammelten sich an dem Strandabschnitt im Stadtteil Ipanema, um das tote Tier zu sehen, das wie ein Fels im Wasser lag. Am Strand war starker Verwesungsgeruch zu riechen, dort lagen auch zwei riesige Kiefer des Tieres. Die städtischen Entsorgungsbetriebe schickten Bagger, die den rund 13 bis 15 Meter langen Wal in der Nacht bergen sollten, um ihn dann fachmännisch entsorgen zu können. Rio de Janeiro - Mitten am Strand von Rio de Janeiro ist ein rund 30 Tonnen schwerer Wal angespült worden. (Politik, 16.11.2017 - 04:00) weiterlesen...

Kadaver in Ipanema - 30-Tonnen-Wal am Strand in Rio de Janeiro angespült. Tausende Badegäste versammelten sich an dem Strandabschnitt im Stadtteil Ipanema, um das tote Tier zu sehen, das wie ein Fels im Wasser lag. Rio de Janeiro - Mitten am Strand von Rio de Janeiro ist ein rund 30 Tonnen schwerer Wal angespült worden. (Wissenschaft, 15.11.2017 - 21:38) weiterlesen...

Krieg der Hörnchen - Wie die Briten um das rote Eichhörnchen kämpfen. Die Briten haben harte Maßnahmen ergriffen, um die Population zu retten. In Großbritannien gelten die einst eingebürgerten Grauhörnchen als Plage, bald schon könnten sie die heimischen roten Eichhörnchen komplett verdrängt haben. (Wissenschaft, 15.11.2017 - 12:00) weiterlesen...

Weltweites Phänomen - Stadtbäume wachsen weltweit schneller Da wachsen die Bäume in den Himmel: Weil es in den Städten wärmer ist als auf dem Land, werden Bäume hier in kürzerer Zeit groß. (Wissenschaft, 13.11.2017 - 16:20) weiterlesen...