Kirche, Religion

Im Nirgendwo vor Ägyptens Hauptstadt feiert der Papst eine Messe.

29.04.2017 - 13:10:06

Starke Sicherheitsvorkehrungen - Papst in Kairo: Nur «Extremismus der Nächstenliebe» zulässig. Militärhubschrauber übertönen die Predigt, überall stehen Militärs mit Maschinenpistolen. Erst vor kurzem waren bei Anschlägen auf koptische Kirchen Dutzende Christen getötet worden.

  • Papst in Ägypten - Foto: Gregorio Borgia

    Papst Franziskus entzündet in der Markuskathedrale in Kairo eine Kerze. Foto: Gregorio Borgia

  • Papstmesse in Kairo - Foto: Gregorio Borgia

    Papst Franziskus vor der Messe in Kairo: Aus Angst vor Anschlägen findet die Zeremonie unter starken Sicherheitsvorkehrungen statt. Foto: Gregorio Borgia

  • Franziskus trifft ein - Foto: Gregorio Borgia

    Papst Franziskus trifft zur Messe ein. Foto: Gregorio Borgia

  • Franziskus und Tawadros II. - Foto: Gregorio Borgia

    Papst Franziskus (l) besucht mit dem Papst der koptischen Christen, Tawadros II., die Markuskathedrale in Kairo. Foto: Gregorio Borgia

  • Sicherheitskräfte in Kairo - Foto: Gregorio Borgia

    Sicherheitskräfte patrouillieren vor der Messe mit Papst Franziskus in Kairo. Foto: Gregorio Borgia

  • Gläubige erwarten Franziskus - Foto: Gregorio Borgia

    Gläubige warten auf einem Militärflugplatz in Kairo auf den Beginn der Messe. Foto: Gregorio Borgia

Papst in Ägypten - Foto: Gregorio BorgiaPapstmesse in Kairo - Foto: Gregorio BorgiaFranziskus trifft ein - Foto: Gregorio BorgiaFranziskus und Tawadros II. - Foto: Gregorio BorgiaSicherheitskräfte in Kairo - Foto: Gregorio BorgiaGläubige erwarten Franziskus - Foto: Gregorio Borgia

Kairo - Zum Abschluss seiner Ägyptenreise hat Papst Franziskus bei einer Messe vor Tausenden Gläubigen dem religiösen Fanatismus eine Absage erteilt.

«Der einzige Extremismus, der Gläubigen erlaubt ist, ist der der Nächstenliebe. Jeder andere Extremismus kommt nicht von Gott und gefällt ihm nicht», sagte Franziskus bei dem Gottesdienst in einem Militärstadion außerhalb der Hauptstadt Kairo. Der Glaube schaffe es, Dialog, Respekt und Brüderlichkeit zu verbreiten. Aus Sorge vor Anschlägen in dem muslimisch geprägten Land fand die Messe unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen statt.

Statt der erwarteten 25 000 Menschen kamen laut Vatikan rund 15 000. Trotz leerer Ränge war die Stimmung aber fröhlich. Menschen schwenkten ägyptische Fahnen, während vor der Messe laute Musik durch die Arena hallte. Militärhubschrauber kreisten über dem Gelände in der Ödnis. 

«Franziskus' Besuch ist sehr wichtig, vor allem in dieser Zeit des Terrors. Nicht nur für Christen, sondern für alle Ägypter», sagte Heidi Beschir, die für das Außenministerium in Kairo arbeitet und zu der Messe gekommen war. Es sei offensichtlich, dass das Kirchenoberhaupt Frieden verbreiten wolle. Besucher Gabriel Romanelli aus Alexandria bezeichnete den Besuch als «großes Geschenk Gottes»: «Nach so vielen Anschlägen ist es ein Zeichen des Vertrauens». Die Botschaft des Besuchs sei, das Religionen friedlich zusammenleben können.

In dem arabischen Land sind rund zehn Prozent Christen, die meisten Kopten. In Ägypten leben nur rund 270 000 Katholiken. Christen werden immer wieder Ziel von Anschlägen, erst vor knapp drei Wochen starben mehr als 40 Menschen bei einem Anschlag auf zwei koptische Kirchen im Norden des Landes.

An den abgeriegelten Straßen aus der Stadt in die Arena standen Tausende Sicherheitskräfte, auch am Einlass gab es penible Kontrollen. Die Besucher mussten ihre Mobiltelefone abgeben. 

Zum Ende seiner Ägypten-Reise wollte der Papst am Samstag noch einen katholischen Geistlichen besuchen. Franziskus hatte am ersten Tag die Religionen zu einem verstärkten Einsatz gegen Extremismus und gegen Gewalt aufgerufen. Außerdem verurteilte er Hass sowie «demagogischen Populismus». Franziskus warnte davor, dass Religion politisch missbraucht werde.

@ dpa.de

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