Bundespräsident, Parteien

Im Kandidatenpoker um die Nachfolge von Bundespräsident Joachim Gauck sieht alles nach einem Show-down aus.

14.11.2016 - 07:22:06

Tag der Entscheidung - Union und SPD ringen um Gauck-Nachfolger

  • Frank-Walter Steinmeier - Foto: Sebastian Gollnow

    Außenminister Frank-Walter Steinmeier ist nach wie vor der Kandidat von SPD-Chef Sigmar Gabriel. Foto: Sebastian Gollnow

  • Joachim Gauck - Foto: Gregor Fischer

    Wer wird Nachfolger von Bundespräsident Joachim Gauck? Foto: Gregor Fischer

  • Schloss Bellevue - Foto: Lukas Schulze

    Blauer Himmel über Schloss Bellevue in Berlin, dem Amtssitz des Bundespräsidenten. Foto: Lukas Schulze

  • Sigmar Gabriel - Foto: Britta Pedersen

    Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel (2.v.l.) verlässt das Kanzleramt nach einem Treffen der Parteichefs zur Suche nach einem Bundespräsidenten-Kandidaten. Foto: Britta Pedersen

Frank-Walter Steinmeier - Foto: Sebastian GollnowJoachim Gauck - Foto: Gregor FischerSchloss Bellevue - Foto: Lukas SchulzeSigmar Gabriel - Foto: Britta Pedersen

Berlin - Nach mehreren vergeblichen Anläufen könnten sich Union und SPD an diesem Montag auf einen gemeinsamen Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten einigen - möglicherweise auf Außenminister Frank-Walter Steinmeier von der SPD.

Der CDU-Politiker Norbert Röttgen schloss dies am Sonntagabend im ARD-«Bericht aus Berlin» nicht aus. Zur Kandidatenfrage sagte er weiter: «Ich glaube, das werden wir morgen wissen. Und morgen wissen wir, dass es entweder einen oder zwei gibt», sagte Röttgen. «Und beides wäre kein Drama.»

Zuvor hatten sich die drei Parteichefs Angela Merkel (CDU), Horst Seehofer (CSU) und Sigmar Gabriel (SPD) bei einem Treffen im Kanzleramt erneut nicht auf einen Konsenskandidaten einigen können. Das Gespräch, in dem eigentlich eine Entscheidung fallen sollte, dauerte nicht einmal 50 Minuten. Es war die zweite ergebnislos verlaufene Runde in einer Woche. Die Union hat bislang keinen eigenen Bewerber benannt.

Röttgen gab dem SPD-Chef eine Mitschuld an der Hängepartie. Er habe «den Prozess der Findung eines Kandidaten nicht vereinfacht». Gabriel sei vorgeprescht und habe mit Außenminister Steinmeier ein SPD-Mitglied vorgeschlagen. Die Präferenz der Union sei es gewesen, «dass die Koalition einen gemeinsamen Kandidaten vorschlägt».

Heute soll nun die Entscheidung fallen. Kanzlerin Merkel und CSU-Chef Seehofer wollen um 08.30 Uhr die Spitzen ihrer Parteien in Telefonschalten über den Stand der Dinge informieren. Die CSU drängte Merkel bisher zu einem Unionskandidaten, weil CDU und CSU in der Bundesversammlung, die den Präsidenten am 12. Februar wählt, die größte Gruppe stellen.

Neben einer Einigung auf Steinmeier als Konsenskandidaten besteht nach Informationen aus Unionskreisen eine weitere, eher unwahrscheinliche Möglichkeit, dass Union und SPD gemeinsam einen anderen Kandidaten aufstellen. Oder aber die Union stellt einen eigenen Kandidaten auf. Dann käme es zu einer Kampfkandidatur.

Bei einer Kampfkandidatur fällt die Entscheidung vermutlich erst im dritten Wahlgang, wenn nur noch die einfache Mehrheit nötig ist. In einem dritten Wahlgang werden dem in der Bevölkerung beliebten Steinmeier große Chancen eingeräumt, falls die Union keinen Kandidaten seines Kalibers ins Rennen schickt.

Gauck war im Februar 2012 zum Staatsoberhaupt gewählt worden. Der 76-Jährige will aus Altersgründen nicht wieder kandidieren. Gauck war gemeinsamer Kandidat von Union, FDP, SPD und Grünen und hatte im ersten Wahlgang eine überragende Mehrheit erhalten.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

AfD fühlt sich bei Terminen mit Bundespräsidenten übergangen. Im Sinne der Demokratie sei es angezeigt, dass Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auch die AfD-Spitze zu Gesprächen über die aktuelle Lage einlädt, sagte die Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Alice Weidel. Schließlich hätten fast 13 Prozent der Wähler die AfD zur drittstärksten Kraft im Bundestag gemacht. Die AfD hatte nach dem Scheitern der Sondierungen erklärt, in Deutschland gebe es seit der Bundestagswahl eine «bürgerliche Mehrheit» von Union, FDP und AfD. Berlin - Die AfD fühlt sich in den Beratungen über eine Regierungsbildung übergangen. (Politik, 22.11.2017 - 10:50) weiterlesen...

Kein Diener der Parteien - Steinmeier als Krisenmanager. Vor allem von der SPD, in der Steinmeier Jahrzehnte zuhause war. Seine Botschaft: Die einfachste Lösung muss nicht die beste sein. Alle noch einmal nachdenken: Das ist das Mindeste, was der Bundespräsident von den Parteien verlangen kann. (Politik, 21.11.2017 - 17:12) weiterlesen...

Grüne nach Jamaika-Abbruch beim Bundespräsidenten. Die Parteichefs Cem Özdemir und Simone Peter kamen kurz vor 14.00 Uhr an Steinmeiers Amtssitz im Berliner Schloss Bellevue an. Später am Nachmittag will Steinmeier auch mit FDP-Chef Christian Lindner sprechen, dessen Partei die Gespräche über ein schwarz-gelb-grünes Bündnis abgebrochen hatte. Steinmeier will nun Wege aus der verfahrenen Situation ausloten. Berlin - Die Grünen-Spitze ist nach dem Scheitern der Jamaika-Sondierung zum Gespräch bei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eingetroffen. (Politik, 21.11.2017 - 14:36) weiterlesen...

Neuer Versuch - Steinmeier appelliert an Parteien: Verantwortung übernehmen «Wer sich in Wahlen um politische Verantwortung bewirbt, der darf sich nicht drücken, wenn man sie in den Händen hält», sagte Bundespräsident Steinmeier nach einem Treffen mit der Kanzlerin Angela Merkel. (Politik, 20.11.2017 - 16:08) weiterlesen...

Verantwortung übernehmen - Steinmeier appelliert an Parteien (Politik, 20.11.2017 - 15:32) weiterlesen...

Bundespräsident redet Parteien ins Gewissen Bundespräsident Steinmeier hat an alle Parteien appelliert, staatspolitische Verantwortung anzunehmen. (Sonstige, 20.11.2017 - 14:47) weiterlesen...