Kriminalität, Medien

Im Fall der getöteten Studentin aus Freiburg hätten sich die Ermittler mehr Möglichkeiten zur Auswertung von DNA-Spuren gewünscht.

06.12.2016 - 12:00:05

Nach Tod von Studentin - «Tagesthemen» berichten über Mordverdacht gegen Flüchtling. Diskussionen lösen zudem weiterhin die Herkunft des Tatverdächtigen und die Berichterstattung der ARD aus.

Hamburg/Freiburg - Die ARD-«Tagesthemen» haben der in Freiburg getöteten Studentin und der Festnahme eines 17-jährigen Flüchtlings am Montag einen eigenen Beitrag gewidmet. In der Sendung erklärte «Tagesthemen»-Moderator Ingo Zamperoni ausführlich, warum die Entscheidung der Redaktion zuvor dagegen gefallen war.

«Üblicherweise sind Taten wie der Mord in Freiburg, so tragisch sie sind, kein Thema für die «Tagesthemen». So haben wir in der Redaktion zunächst auch in diesem Fall entschieden», sagte er und sprach auch die Kritik daran an: «Weder als der Mord Mitte Oktober begangen wurde, haben wir berichtet, noch als am Samstag ein mutmaßlicher Täter gefasst wurde, ein 17 Jahre alter afghanischer Flüchtling. Das wird uns seitdem von manchen Zuschauern vorgeworfen.»

Zamperoni erläuterte auch, warum die Redaktion sich nun anders entschieden habe: «Dass wir jetzt darüber berichten, liegt daran, dass der Fall nun eine politische Dimension bekommen hat. Das Opfer wird dabei ebenso von einigen Seiten instrumentalisiert wie der mutmaßliche Täter.»

In dem anschließenden Beitrag aus Freiburg mit Bildern etwa vom Tatort kamen nicht nur Politiker wie der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel und der AfD-Parteivorsitzende Jörg Meuthen zu Wort sondern auch eine Reihe von Freiburgern. Freiburg bleibe eine weltoffene Stadt, betonte einer der Befragten. «Hoffentlich schlägt das nicht auf die positive Stimmung, die wir den Leuten entgegenbringen», sagte ein anderer.

Der Fall der getöteten Studentin sei schon vor der Festnahme in ganz Deutschland präsent gewesen, sagte der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Ansgar Heveling (CDU), den Zeitungen der Funke Mediengruppe. «Ich halte die Entscheidung der Tagesschau deshalb für falsch, weil sie natürlich den Eindruck erweckt, man wolle nicht berichten, weil der Tatverdächtige ein unbegleiteter minderjähriger Asylbewerber ist. Ein solcher Eindruck ist fatal», meinte Heveling, der auch Unions-Obmann im Kultur- und Medienausschuss ist.

Der medienpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Martin Dörmann, sprach hingegen von einem «Grenzfall». «Die Kritik an der Entscheidung der Tagesschau ist zwar verständlich. Es wäre aber genauso ein schiefes Bild entstanden, wenn über diesen Mord berichtet worden wäre, aber über andere Mordfälle nicht», sagte Dörmann der Funke Mediengruppe.

Nach der Festnahme des Verdächtigen wird indessen der Ruf nach einer umfassenderen Auswertung von DNA-Spuren lauter. Bei der Tätersuche in diesem Fall hätte das massiv geholfen, sagte der Freiburger Polizeipräsident Bernhard Rotzinger der «Badischen Zeitung». «Wir hätten wesentlich konzentrierter die Ermittlungen vorantreiben können.»

Bislang darf DNA, die an einem Tatort gefunden wird und wahrscheinlich vom Täter stammt, laut Gesetz nicht auf Merkmale wie Augen-, Haar- oder Hautfarbe analysiert werden, auch wenn sich damit die Suche eingrenzen ließe. Baden-Württembergs Justizminister Guido Wolf (CDU) hatte bereits vor einigen Tagen - vor der Festnahme - mehr Möglichkeiten bei der Auswertung von DNA-Spuren gefordert und eine entsprechende Initiative angekündigt.

Ein Haar hatte die Ermittler auf die Spur des 17-jährigen Afghanen geführt, der 2015 als minderjähriger unbegleiteter Flüchtling nach Deutschland gekommen und bei einer Familie untergebracht war. Er sitzt seit Freitag in Untersuchungshaft. Am Samstag wurde die Festnahme bekannt.

Durch die Herkunft des Mordverdächtigen wurde wieder die Debatte um die Flüchtlingspolitik befeuert. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) warnte vor einer pauschalen Verurteilung aller Flüchtlinge. «Wenn es sich herausstellen sollte, dass es ein afghanischer Flüchtling war, dann ist das absolut zu verurteilen, genauso wie bei jedem anderen Mörder, aber auch ganz deutlich zu benennen. Und dann sage ich, dass damit aber nicht die Ablehnung einer ganzen Gruppe verbunden sein kann, so wie wir auch sonst nicht von einem auf eine ganze Gruppe schließen können», sagte Merkel am Montagabend in den ARD-«Tagesthemen».

@ dpa.de

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