Konflikte, Türkei

Hintergrund - Wie viele Menschen sind bei dem Putschversuch gestorben?

15.07.2017 - 10:44:05

Hintergrund - Wie viele Menschen sind bei dem Putschversuch gestorben?. Istanbul  - Die türkische Regierung zählt 249 «Märtyrer» oder Todesopfer bei dem Putschversuch vor einem Jahr. Darin sind jene Menschen enthalten, die ums Leben kamen, als sie sich am 15. und 16. Juli 2016 gegen die Umstürzler stellten.

Präsident Recep Tayyip Erdogan sprach am Freitag von «nur 35» getöteten Putschisten. Während die Operationen zur Niederschlagung des Putsches noch andauerten, gab die Regierung diese Zahl allerdings schon mit mehr als 100 an.

Im Zusammenhang mit dem Putschversuch sprechen Regierungsvertreter in aller Regel nur über die 249 Opfer. Aus Regierungskreisen hieß es kurz nach dem Putschversuch zur Begründung: «Wir zählen Terroristen, die das Parlament bombardiert haben, nicht zusammen mit Menschen, die von Panzern überfahren wurden. Aus Respekt.» Unklar ist allerdings, ob einfache Soldaten wie beispielsweise Wehrdienstleistende überhaupt um das Ziel des umstürzlerischen Einsatzes wussten - oder ob sie nur Befehle befolgten, deren Illegalität sie nicht erkennen konnten.

Die Einstufung eines Opfers als «Märtyrer» bedeutet für die Hinterbliebenen, dass der Tote wie ein gefallener Soldat behandelt wird, selbst wenn er Zivilist war. Damit haben Angehörige Anspruch auf staatliche Unterstützung. Söhnen und Brüdern von Putschopfern wurde außerdem per Notstandsdekret der Militärdienst erlassen.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Iraks Kurden stimmen über Unabhängigkeit ab. Unter den mehr als fünf Millionen Wahlberechtigten zeichnete sich am Montag eine hohe Wahlbeteiligung ab. Vor den Wahllokalen bildeten sich teilweise lange Schlangen. Es wird mit einer großen Mehrheit für die Abspaltung vom Irak gerechnet. Die Abstimmung ist jedoch rechtlich nicht bindend. Gegen das Referendum gibt es zudem starken Widerstand. Iraks Zentralregierung erklärte, es sei nicht verfassungsgemäß. Erbil - Trotz scharfer internationaler Kritik haben die Kurden im Nordirak in einem historischen Referendum über ihre Unabhängigkeit abgestimmt. (Politik, 25.09.2017 - 17:40) weiterlesen...

Türkei: 54 400 Menschen seit Putschversuch in U-Haft. Fast 5000 Prozesse seien eröffnet worden, sagte Binali Yildirim in einem Interview mit dem Sender CNN Türk und anderen Fernsehsendern. Die türkische Führung macht den islamischen Prediger Fethullah Gülen für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich. Sie geht seitdem hart gegen mutmaßliche Gülen-Anhänger vor. Derzeit befinden sich auch noch elf Deutsche wegen des Verdachts politischer Straftaten in türkischer Haft. Istanbul - Im Zusammenhang mit dem Putschversuch vom vergangenen Jahr in der Türkei sitzen nach Angaben des Ministerpräsidenten etwa 54 400 Menschen in Untersuchungshaft. (Politik, 25.09.2017 - 15:50) weiterlesen...

Gegner erhöhen Druck - Nervosität vor kurdischem Unabhängigkeitsreferendum im Irak. Vor allem die Nachbarländer Türkei und Iran sind alarmiert und wollen das verhindern. Am Montag sollen über fünf Millionen Kurden in einer Volksabstimmung darüber entscheiden, ob sie sich vom Irak abspalten. (Politik, 24.09.2017 - 17:56) weiterlesen...

Türkei verstärkt Militärpräsenz nahe Irakisch-Kurdistan. Ankara fordert eine Absage des Referendums und droht mit Sanktionen, sollte die kurdische Regionalregierung im Nordirak an der Volksabstimmung festhalten. Die türkische Luftwaffe bombardierte gestern im Nordirak wieder Einrichtungen der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK aus der Türkei, die in den Kandil-Bergen ihr Hauptquartier hat. Istanbul - Vor dem Unabhängigkeitsreferendum der Kurden im Nordirak haben die türkischen Streitkräfte ihre Präsenz nahe des Grenzübergangs Habur verstärkt. (Politik, 24.09.2017 - 12:02) weiterlesen...

Türkei nimmt festgenommenen Deutschen in U-Haft. Berlin - Wenige Tage nach seiner Festnahme in der Türkei sitzt nun ein weiterer deutscher Staatsbürger in Untersuchungshaft. Der Betroffene sei am 15. September aus dem Polizeigewahrsam in U-Haft überführt worden, berichtete ein Sprecher des Auswärtigen Amts. Das Generalkonsulat habe einen dringenden Besuchstermin bei dem Gefangenen beantragt, warte aber noch auf Genehmigung. Der Mann war gemeinsam mit seiner Frau in Polizeigewahrsam genommen worden. Das Ehepaar ist türkischer Abstammung. Die Frau ist inzwischen wieder auf freiem Fuß. Türkei nimmt festgenommenen Deutschen in U-Haft (Politik, 22.09.2017 - 14:54) weiterlesen...

Deutscher Generalkonsul besucht Deniz Yücel im Gefängnis. Birgelen habe den deutsch-türkischen Journalisten im Gefängnis in Silivri eine Stunde lang sprechen können, hieß es aus dem Auswärtigen Amt. Yücel gehe es den Umständen entsprechend gut. Er sitzt seit Februar in Untersuchungshaft. Ihm wird Terrorpropaganda und Volksverhetzung vorgeworfen, eine Anklage gibt es nicht. Die Inhaftierung Yücels und anderer Bundesbürger unter Terrorvorwürfen hat zum Zerwürnis zwischen Berlin und Ankara geführt. Istanbul - Der deutsche Generalkonsul in Istanbul, Georg Birgelen, hat den in der Türkei inhaftierten «Welt»-Korrespondenten Deniz Yücel heute besucht. (Politik, 19.09.2017 - 16:56) weiterlesen...