Gesellschaft, Kriminalität

Heroin, Kokain oder Crack: Seit einigen Jahren sterben wieder mehr Menschen in Deutschland an ihrer Drogensucht.

08.05.2017 - 11:32:06

Drogenbericht - Reinerer Stoff und niedrige Preise: Mehr Tote durch Drogen

Berlin (dpa) - Im vergangenen Jahr sind 1333 Menschen in Deutschland an ihrem Drogenkonsum gestorben. Das waren neun Prozent mehr als im Vorjahr, wie aus dem heute veröffentlichten Jahresbericht 2016 zur Rauschgiftkriminalität hervorgeht.

Den Bericht stellten die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, und der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Holger Münch, in Berlin vor. 2015 war die Zahl der Drogentoten um 18,8 Prozent auf 1226 gestiegen. Ein Jahr zuvor waren es 1032, im Jahr 2013 noch 1002 Drogentote. Bis 2012 ging die Opferzahl zurück.

Der Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen, Raphael Gaßmann forderte ein Umdenken in der Drogenpolitik. «Dass die Substanzen immer reiner und preiswerter werden, zeigt, dass wir mit der Verbotspolitik an diesem Ende nicht weiter kommen», sagte Gaßmann der Deutschen Presse-Agentur. Für Bundes- und Länderregierungen bestehe längst dringender Handlungsbedarf, ein «Weiter so» könne es nicht geben. «Wir brauchen fachpolitische Lösungen», sagte der Suchtexperte.

Seit Jahren steige die Zahl der Drogentoten wieder, seit Jahren klagten Politiker darüber. «Aber es ändert sich nichts», sagte Gaßmann mit Blick auf die Vorstellung des Berichts. Die gesundheitliche Versorgung von Suchtkranken etwa in Gefängnissen müsse besser werden. Viele der Drogentoten seien abhängige Häftlinge gewesen. Einige würden schon kurz nach ihrer Entlassung an einer Überdosierung sterben, weil sie im Gefängnis nicht oder nur unzureichend mit beispielsweise dem Heroin-Ersatzstoff Methadon versorgt würden.

@ dpa.de

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