Prozesse, Kriminalität

Frankfurt / Main - Eine Südkoreanerin ist im vergangenen Dezember bei einer Teufelsaustreibung in einem Frankfurter Hotel qualvoll umgebracht worden, jetzt beginnt der Prozess.

10.10.2016 - 07:50:06

Prozess um tödliche Teufelsaustreibung beginnt. Die mutmaßlichen Täter: fünf Verwandte, darunter der Sohn des Opfers.

Sie sollen die 41-Jährige gemeinsam in einem stundenlangen Gewaltexzess getötet haben. Wegen Mordes müssen sich die Koreaner von heute an vor dem Landgericht Frankfurt am Main verantworten.

Die Staatsanwaltschaft geht von dem Mordmerkmal der Grausamkeit aus. «Sämtliche Angeschuldigte nahmen ein Ersticken der Frau zumindest billigend in Kauf», heißt es in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft.

Angeklagt sind der 16 Jahre alte Sohn der Getöteten sowie dessen 15 Jahre alter Cousin. Deshalb wird vor der Jugendstrafkammer verhandelt. Diese kann die Öffentlichkeit zum Schutz der Jungen auch teilweise ausschließen. Außerdem stehen die Cousine des Opfers (44), deren Sohn (22) und deren Tochter (19) vor Gericht.

Die Familie hielt sich am 5. Dezember 2015 gemeinsam in dem Frankfurter Hotelzimmer auf. Die 41-Jährige soll in den frühen Morgenstunden aus unbekannten Gründen angefangen haben, um sich zu schlagen, Selbstgespräche zu führen und körperlich aggressiv zu werden. Daraufhin habe sich der Rest der Familie entschieden, eine «Teufelsaustreibung» vorzunehmen.

Die Angeklagten sollen Christen sein - mit buddhistischen und schamanistischen Einflüssen. Schamanistische Priester opfern bei ihren Riten den Geistern und rufen sie an, auf die Geschicke der Menschen einzuwirken. Welcher Kirche oder Sekte sie angehören, konnten die Ermittler zunächst nicht herausfinden.

Die Familie war den Ermittlungen zufolge erst rund sechs Wochen vor der Tat nach Frankfurt am Main gekommen, um ein Export-/Import-Geschäft aufzubauen. Sie hatten ein Haus in Sulzbach im Taunus gemietet. In das Hotel sollen sie gezogen sein, weil einige Familienmitglieder befürchtet haben sollen, dass es in dem Haus Dämonen gebe.

@ dpa.de

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