Parteien, CDU

Flaggen auf Halbmast, Kondolenzbücher, Gedenken in der Heimat Ludwigshafen: Bürger und Parteifreunde trauern um den Kanzler der deutschen Einheit.

18.06.2017 - 14:26:07

Ehrung in Straßburg - Juncker will ersten europäischen Staatsakt für Kohl. Die Fußball-Nationalelf wird am Montag mit Trauerflor antreten. Und in Straßburg soll ein Staatsakt stattfinden.

  • Einheitsfeier 1990 - Foto: Wolfgang Kumm

    Einer der größten Momente seines Lebens: Bei der Einheitsfeier am 3. Oktober 1990 winkt Helmut Kohl in die Menge, flankiert von Hans-Dietrich Genscher, Hannelore Kohl, und Bundespräsident Richard von Weizsäcker. Foto: Wolfgang Kumm

  • Vereidigung - Foto: Martin Gerten

    Helmut Kohl wird am 17. Januar 1991 von der damaligen Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth im Bundestag in Bonn vereidigt. Foto: Martin Gerten

  • Historischer Moment - Foto: Wolfgang Eilmes

    Historischer Moment: Der französische Staatspräsident Francois Mitterrand und Bundeskanzler Helmut Kohl reichen sich 1984 über den Gräbern von Verdun die Hand. Foto: Wolfgang Eilmes

  • Helmut Kohl und Maike Kohl-Richter - Foto: David-Wolfgang Ebener

    Sieben Jahre nach dem Tod seiner Frau Hannelore heiratete der Altkanzler Maike Kohl-Richter. Foto: David-Wolfgang Ebener

  • Kohl und Merkel - Foto: Uwe Anspach

    Bundeskanzlerin Angela Merkel und Helmut Kohl bei einer ihrer letzten Begegnungen. Foto: Uwe Anspach

  • Gorbatschow, Bush und Kohl - Foto: Martin Schutt

    Michail Gorbatschow, George Bush und Helmut Kohl (l-r) im Jahr 2005. Foto: Martin Schutt

  • Trauer um Helmut Kohl - Foto: Maurizio Gambarini

    Trauernde tragen sich in Berlin im Konrad-Adenauer-Haus in ein Kondolenzbuch ein. Foto: Maurizio Gambarini

  • Juncker und Kohl - Foto: Uwe Anspach

    Helmut Kohl und Jean-Claude Juncker im Jahr 2014 in Oggersheim. Foto: Uwe Anspach

Einheitsfeier 1990 - Foto: Wolfgang KummVereidigung - Foto: Martin GertenHistorischer Moment - Foto: Wolfgang EilmesHelmut Kohl und Maike Kohl-Richter - Foto: David-Wolfgang EbenerKohl und Merkel - Foto: Uwe AnspachGorbatschow, Bush und Kohl - Foto: Martin SchuttTrauer um Helmut Kohl - Foto: Maurizio GambariniJuncker und Kohl - Foto: Uwe Anspach

und Wegbereiter der Wiedervereinigung war am Freitagmorgen im Alter von 87 Jahren in seiner Heimatstadt Ludwigshafen gestorben. Offen blieb zunächst, wann und wo es einen Staatsakt in Deutschland geben wird. Entscheidungen seien noch nicht gefallen, hieß es am Samstag aus der Mainzer Staatskanzlei und dem Bundespräsidialamt in Berlin. Selbstverständlich wäre das Land sehr geehrt, wenn ein solcher Staatsakt in seiner Heimat stattfinden würde, sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Abend im ZDF. «Aber es ist genauso klar, dass die Familie dazu das letzte Wort hat.»

Inzwischen nehmen Menschen in ganz Deutschland Abschied von . Mit Kondolenzbüchern, Trauerbeflaggung und Gedenkwachen . Die CDU legte in ihrer Zentrale in Berlin ein Kondolenzbuch aus und richtete ein Online-Kondolenzbuch ein. Von Sonntag an liegt auch im Bundeskanzleramt ein Kondolenzbuch aus, ebenso wie in der Mainzer Staatskanzlei.

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft wird am Montag beim Auftaktspiel zum Confederations Cup gegen Australien mit Trauerflor spielen. Der Weltverband FIFA gestattete am Samstag einen entsprechenden Antrag des Deutschen Fußball-Bundes. Der frühere SPD-Vorsitzende und -Kanzlerkandidat Rudolf Scharping plädierte in der «Welt am Sonntag» dafür, Straßen und Plätze nach Helmut Kohl zu benennen.

Im Gedenken an Kohl versammelten sich am Samstagabend etwa 150 bis 200 Mitglieder der Jungen Union . Die aus ganz Deutschland angereisten Vertreter der CDU-Nachwuchsorganisation legten Blumen, Kränze und Kerzen vor dem Bungalow im Stadtteil Oggersheim nieder. «Wir wollen unsere Trauer zeigen und Abschied nehmen», sagte der Bundesgeschäftsführer der Jungen Union, Conrad Clemens. Sie seien von der Todesnachricht sehr betroffen gewesen und wollten vor dem Wohnhaus Kohls Abschied nehmen.

Bei der Verleihung des Point-Alpha-Preises an den Liedermacher und früheren DDR-Dissidenten Wolf Biermann legten die 1000 Gäste und Zuschauer im osthessischen Rasdorf eine Schweigeminute ein. Der Altkanzler war im Jahr 2005 zusammen mit Ex-Kreml-Chef Michail Gorbatschow und dem ehemaligen US-Präsident George Bush senior der erste Empfänger des Point-Alpha-Preises gewesen, der Verdienste um die Einheit Deutschlands und Europas würdigt.

Politiker aus dem In- und Ausland ehrten Kohl als großen Staatsmann und würdigten seine Verdienste um die Deutsche Einheit und Europa. Der CDU-Politiker hatte nach der friedlichen Revolution in der DDR 1989 mit den Staats- und Regierungschefs Russlands, der USA, Großbritanniens und Frankreichs die Bedingungen für die Deutsche Einheit ausgehandelt. Er gilt als Kanzler der Einheit und Wegbereiter der Europäischen Union.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte Kohl am Freitag als «großen Europäer» und als «Glücksfall für uns Deutsche» bezeichnet. Die Nachricht von Kohls Tod erreichte die Regierungschefin während eines Besuches in Rom. Dort traf sie am Samstag Papst Franziskus. Nach einer Privataudienz im Vatikan sagte Merkel, der Papst habe seine Anteilnahme ausgedrückt und Kohl als «großen Staatsmann» gewürdigt.

@ dpa.de

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