Luftverkehr, Unfälle

Fast das gesamte Profiteam des brasilianischen Fußballclubs Chapecoense ist tot.

30.11.2016 - 22:22:06

Dramatischer Funkverkehr - Absturz: Hinweise auf «Treibstoffproblem» verdichten sich. Aus aller Welt gibt es Anteilnahme, im Heimatort werden Kathedrale und Stadion zum Ort des Trauerns. Unterdessen scheinen sich die Hinweise auf fehlenden Treibstoff als Absturzursache zu verdichten.

  • Kolumbien - Foto: Google/dpa

    Die Maschine verschwand in der Nähe der Ortschaft La Unión vom Radar. Foto: Google/dpa

  • Fußballteam - Foto: Das Fußballteam war über Santa Cruz de la Sierra in Bolivien nach Kolumbien geflogen. Foto: Marcio Cunha

    Das Fußballteam war über Santa Cruz de la Sierra in Bolivien nach Kolumbien geflogen. Foto: Marcio Cunha

  • Überlebender - Foto: Ein Überlebender wird ins Krankenhaus eingeliefert. Foto: Luis Eduardo Noriega A.

    Ein Überlebender wird ins Krankenhaus eingeliefert. Foto: Luis Eduardo Noriega A.

  • Absturzstelle - Foto: Luis Eduardo Noriega A.

    Bergungskräfte an der Absturzstelle: Mindestens 75 der 81 Menschen an Bord starben. Foto: Luis Eduardo Noriega A.

  • Lionel Messi - Foto: Superstar Lionel Messi war erst vor wenigen Wochen mit dem Unglücksflieger unterwegs. Foto: Walter Bieri

    Superstar Lionel Messi war erst vor wenigen Wochen mit dem Unglücksflieger unterwegs. Foto: Walter Bieri

  • Gedenken - Foto: Leonardo Munoz

    Trauer im Nemesio Camacho Stadion in Bogota. Foto: Leonardo Munoz

Kolumbien - Foto: Google/dpaFußballteam - Foto: Das Fußballteam war über Santa Cruz de la Sierra in Bolivien nach Kolumbien geflogen. Foto: Marcio CunhaÜberlebender - Foto: Ein Überlebender wird ins Krankenhaus eingeliefert. Foto: Luis Eduardo Noriega A.Absturzstelle - Foto: Luis Eduardo Noriega A.Lionel Messi - Foto: Superstar Lionel Messi war erst vor wenigen Wochen mit dem Unglücksflieger unterwegs. Foto: Walter BieriGedenken - Foto: Leonardo Munoz

Medellín - Die Hinweise, das fehlender Treibstoff die Ursache für den tragischen Flugzeugabsturz des brasilianischen Fußballteams Chapecoense war, verdichten sich immer mehr.

Das geht aus einem zwölfminütigen Mitschnitt hervor, der den Funkverkehr zwischen mehreren Piloten und dem Tower des kolumbianischen Flughafens bei Medellín wiedergibt.

«Treibstoff-Notfall», sagt der Pilot der verunglückten Maschine laut des Mitschnitts, der vom Sender «W Radio» veröffentlicht wurde. Da der Pilot zunächst aber keinen Notfall angibt, wird erst einem anderen Flugzeug die Landeerlaubnis gegeben. Dann meldet sich der Pilot des Charterfliegers der in Bolivien gemeldeten Gesellschaft LaMia wieder: «Wir brauchen Priorität bei der Landung, uns wird ein Treibstoffproblem angezeigt.»

Dann werden die Meldungen immer verzweifelter, das Flugzeug verliert zwölf Kilometer vor dem Flughafen an Höhe: «Vectores, Vectores, Señorita», ruft der Pilot der Frau im Tower zu. Da scheinbar die Elektronik nicht mehr funktioniert - eine überlebende Stewardess hatte auch von ausgefallenem Licht berichtet - bitte er dringend um eine Navigation Richtung Landepiste. Dann bricht der Kontakt ab, eine Stimme sagt: «Keine Antwort mehr». Das Flugzeug vom Typ Avro RJ85 war im bolivianischen Santa Cruz gestartet und hatte ohnehin nur in etwa die Reichweite bis nach Medellín. Es stürzte an einem Berg in der Nähe des Flughafens ab. 71 Menschen starben, sechs wurden lebend geborgen.

Genauen Aufschluss sollen die gefundenden Blackboxes liefern. Bei dem Absturz starben 71 Menschen, darunter 19 Fußballer und 20 Journalisten, die das Team begleiteten. Die Menschen in der südbrasilianischen Heimat des Clubs stehen unter Schock. Bei einem Gedenkgottesdienst in der Stadt Chapecó hatten viele Menschen die grünen Trikots des Vereins an, die Kathedrale war bis auf den letzten Platz gefüllt. Ein Trauerzug führte zum Stadion des Clubs. Auf dem Spielfeld und in den Tornetzen wurden Rosen abgelegt. Bis Freitag sollen die Leichen von Spielern und Betreuern überführt werden.

Der Club erfährt eine Welle der Hilfsbereitschaft, der brasilianische Fußballverband soll auf Antrag mehrerer Vereine eine Sonderregelung prüfen, wonach Chapecoense drei Jahre lang nicht in die zweite Liga absteigen kann. Sechs Passagiere überlebten, darunter drei Spieler, sie sind in einem sehr kritischen Zustand. Dem Ersatztorhüter Jackson Follmann musste das rechte Bein amputiert werden. Mittelfeldspieler Neto hat schwere Brüche und ein schweres Schädeltrauma. Abwehrspieler Alan Ruschel, erlitt Verletzungen an der Wirbelsäule und könnte durch den Unfall querschnittsgelähmt sein.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) reagierte «mit großer Bestürzung» auf das Flugzeugunglück. «Ich spreche Ihnen und dem brasilianischen Volk, auch im Namen meiner Landsleute, meine tiefempfundene Anteilnahme aus», schrieb Merkel in einem Kondolenztelegramm an den brasilianischen Staatspräsidenten Michel Temer.

@ dpa.de

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