Erdbeben, Iran

Es war der stärkste Erdstoß seit fast 30 Jahren in der Region: Ein Beben der Stärke 7,3 hat in der Nacht die kurdische Grenzregion zwischen dem Iran und dem Irak erschüttert.

13.11.2017 - 11:38:06

Über 300 Tote - Schweres Erdbeben zwischen Iran und Irak. Die Behörden zählen bislang mehr als 300 Tote, doch diese Zahl könnte noch steigen.

  • Schweres Erdbeben zwischen Iran und Irak - Foto: Google/dpa

    Die Google-Earth-Satellitenaufnahme zeigt die beiden Städte Bagdad (Irak) und Teheran (Iran) sowie das Epizentrum des Erdbebens, vermutlich in der iranischen Provinz Kermanschah. Foto: Google/dpa

  • Erdbeben in Iran - Foto: Pouria Pakizeh/Iranian Students News Agency/AP

    Überlebende des Bebens im iranischen Sarpol-E-Zahab stehen vor zerstörten Gebäuden. Foto: Pouria Pakizeh/Iranian Students News Agency/AP

  • Zerstörte Gebäude - Foto: Pouria Pakizeh/ISNA/AP

    Zerstörung in Sarpol-E-Zahab: Weitere Opfer werden befürchtet. Foto: Pouria Pakizeh/ISNA/AP

  • Erdbeben Iran - Foto: Pouria Pakizeh/ISNA/AP

    Nach dem schweren Erdbeben in der Grenzregion zwischen dem Iran und dem Nordirak ist die Zahl der Toten. Foto: Pouria Pakizeh/ISNA/AP

  • Zerstörung - Foto: Pouria Pakizeh/ISNA/AP

    Das Erdbeben der Stärke 7,3 hatte die Region am Sonntagabend erschüttert. Foto: Pouria Pakizeh/ISNA/AP

Schweres Erdbeben zwischen Iran und Irak - Foto: Google/dpaErdbeben in Iran - Foto: Pouria Pakizeh/Iranian Students News Agency/APZerstörte Gebäude - Foto: Pouria Pakizeh/ISNA/APErdbeben Iran - Foto: Pouria Pakizeh/ISNA/APZerstörung - Foto: Pouria Pakizeh/ISNA/AP

Teheran/Bagdad ? Bei einem schweren Erdbeben in der Grenzregion zwischen dem Iran und dem Irak sind mehr als 300 Menschen ums Leben gekommen. Dem iranischen Innenministerium zufolge gab es am Montag 336 Tote und 3950 Verletzte.

Weitere Opfer wurden befürchtet. Das Erdbeben der Stärke 7,3 hatte die südlichen Kurdengebiete in der Grenzregion am Sonntagabend (Ortszeit) erschüttert. Laut dem Geoforschungszentrum Potsdam lag das Zentrum des Bebens in etwa 34 Kilometern Tiefe in der westiranischen Provinz Kermanschah.

Rettungskräfte konnten erst acht Stunden nach dem Beben ihre Bergungsarbeiten richtig beginnen. Sie mussten warten, bis es in den Erdbebengebieten wieder hell wurde. Danach stiegen die Opferzahlen fast im Minutentakt. Bis Montagmittag gab es zudem 135 Nachbeben in mehreren Provinzstädten.

Nach Angaben des Roten Halbmonds waren besonders die drei Grenzstädte Sare Pole Sahab, Ghassre Schirin und Asgal von dem Beben betroffen. Die meisten Tote wurden in diesen drei Städten gezählt. In der Provinzhauptstadt Kermanschah gab es weniger Tote und Schäden, aber trotzdem verbrachten zahlreiche Menschen die Nacht aus Angst vor weiteren Beben außerhalb im Freien.

Das Beben in Kermanschah war das schlimmste seit 1990. Damals gab es in Rudbar in der nordiranischen Gilan Provinz ein Beben der Stärke 7,4. Mehr als 35 000 Menschen kamen ums Leben. Ein verheerendes Beben gab es 2003 in Bam in Südostiran mit über 26 000 Toten. Das letzte größere Beben in der Kermanschah-Provinz war laut Medienberichten 1847.

Die Krankenhäuser in Kermanschah, wo die meisten Verletzten behandelt werden, sind laut Augenzeugen total überfordert. Das Gesundheitsministerium in Teheran hat daher mehrere Ärzte in die Region entsandt, um in mobilen Kliniken in den Grenzstädten den Menschen zu helfen. Die Schwerverletzten werden nach Teheran geschickt.

In der gesamten Kermanschah-Provinz wurden am Montag die Schulen und Universitäten geschlossen. Alle Behörden sollen in erster Linie den Bebenopfern helfen. Präsident Hassan Ruhani versprach den von dem Beben betroffenen Menschen jede mögliche Hilfe.

Auf irakischer Seite hielt sich die Opferzahl nach dem Erdbeben vergleichsweise in Grenzen. Die kurdische Nachrichtenseite «Rudaw» berichtete von sieben Toten in den Regionen um die Städte Sulaimanija und Darbandichan. Mindestens 300 Menschen wurden demnach verletzt.

Etwas später erschütterte am Sonntagabend (Ortszeit) auf der anderen Seite der Welt ein ähnlich starkes Erdbeben die Pazifikküste von Costa Rica. Das Zentrum des Bebens der Stärke 6,4 lag südöstlich des Badeortes Jacó im Pazifik, vor der Westküste des mittelamerikanischen Landes, wie die nationale seismologische Beobachtungsstelle mitteilte. Wenngleich es nur wenig schwächer war, blieb die Opferzahl zunächst gering. Zwei Menschen starben während des Bebens an Herzinfarkten, wie die örtliche Zeitung «La Nación» berichtete. Berichte über weitere Opfer oder größere Schäden gab es zunächst nicht.

Aus der Türkei startete der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge eine Militärmaschine mit Hilfsgütern und einem Rettungsteam in Richtung der irakischen Kurdengebiete. Es würden auch 5000 Zelte und 7000 Decken geliefert. In der betroffenen Region kann es in der Nacht zu Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt kommen.

Die bergige Region um Sulaimanija im Südosten der Region Kurdistan ist bei der vornehmlich kurdischen Bevölkerung ein beliebtes Urlaubsgebiet. Das Klima und die Landschaft laden zum Wandern ein. Sulaimanija gilt mit seiner mehr als halben Million Einwohner als kulturelles Zentrum und ist nach Erbil die wichtigste Stadt in der kurdischen Autonomieregion im Nordirak. Auch hat sich der Ort als vergleichsweise liberale Universitätsstadt einen Namen gemacht. 

Die Grenzstadt Halabdscha nur wenige Kilometer vom Epizentrum entfernt wurde dem gegenüber zum Symbol der kurdischen Unterdrückung unter Diktator Saddam Hussein: Der Giftgasangriff auf die Stadt 1988 hat sich in das kollektive Gedächtnis der Kurden eingebrannt.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

Baby nach drei Tagen im iranischen Erdbebengebiet lebendig geborgen. Die Helfer konnten das Kind in der Nacht in der Stadt Sare Pole Sahab retten. Dem Baby soll es gut gehen, es steht bis auf weiteres unter Beobachtung. Bei dem Erdbeben der Stärke 7,3 am Sonntagabend in der Grenzregion zum Irak war Sare Pole Sahab die am schlimmsten betroffene Stadt. Es gab insgesamt 432 Tote und fast 7900 Verletzte. Sare Pole Sahab - Iranische Rettungskräfte haben ein seit drei Tagen unter Trümmern begrabenes Baby lebendig geborgen. (Politik, 15.11.2017 - 17:04) weiterlesen...

Iran: Rettungsarbeiten nach Erdbeben großteils beendet. Dennoch werde in einigen Teilen der Provinz immer noch nach Überlebenden gesucht, sagte ein Ministeriumssprecher. Bei dem schweren Erdbeben der Stärke 7,3 an der Grenzregion zum Irak kamen laut dem Sprecher mehr als 430 Menschen ums Leben. Von den fast 8000 Verletzten seien über 1000 schwerer verletzt. Gleichzeitig beginnen die Aufbauarbeiten. Kermanschah ? Nach dem Erdbeben im Iran sind die Rettungsarbeiten in den meisten Teilen der Provinz Kermanschah nach Angaben des Innenministeriums beendet. (Politik, 15.11.2017 - 08:08) weiterlesen...

Ruhani sagt raschen Wiederaufbau der Erdbebengebiete zu. «Heute stehen alle Iraner hinter Kermanschah, und wir werden alles tun, damit die Menschen hier diese Tragödie schneller vergessen können», sagte er nach seiner Ankunft im Katastrophengebiet. Laut jüngsten offiziellen Angaben kamen nach dem Erdstoß der Stärke 7,3 in der Grenzregion zwischen dem Iran und dem Irak 432 Menschen ums Leben. Außerdem wurden fast 7900 Verletzte gezählt. Kermanschah - Irans Präsident Hassan Ruhani hat den Menschen in der Kermanschah-Provinz einen schnellen Wiederaufbau nach dem schweren Erdbeben zugesagt. (Politik, 14.11.2017 - 17:04) weiterlesen...

Ruhani besucht Erdbebengebiet an der Grenze zum Irak. Man werde alles tun, damit die Menschen diese Tragödie schneller vergessen können, sagte Ruhani nach seiner Ankunft im Katastrophengebiet. Aus Teheran soll vor allem Unterstützung beim Wiederaufbau der Häuser kommen. Offiziellen Angaben zufolge kamen bei dem Erdstoß der Stärke 7,3 in der Grenzregion zwischen dem Iran und dem Irak 423 Menschen ums Leben, mehr als 7000 wurden verletzt. Kermanschah - Irans Präsident Hassan Ruhani hat den Menschen in der vom Erdbeben betroffenen Region einen raschen Wiederaufbau zugesagt. (Politik, 14.11.2017 - 09:18) weiterlesen...

Bisher wenig Hilfe - Ruhani sagt raschen Wiederaufbau der Erdbebengebiete zu. Die betroffenen Menschen hadern teilweise mit der offiziellen Hilfe. Nun sucht der Präsident die Katastrophenregion auf. Nach dem schweren Erdbeben in der Grenzregion zwischen Iran und Irak mit mehr als 400 Toten verordnet Teheran einen staatlichen Trauertag. (Politik, 14.11.2017 - 09:04) weiterlesen...

Iran erklärt Staatstrauer für Erdbebenopfer. Das Kabinett drückte in einer Stellungnahme sein Mitgefühl für die Opfer und ihre Angehörigen aus und wünschte den Verletzten eine baldige Genesung, wie die Nachrichtenagentur Irna berichtete. Irans Präsident Hassan Ruhani will heute die Erdbebengebiete besuchen. Ein Erdstoß der Stärke 7,3 hatte am Sonntagabend die südlichen Kurdengebiete in der Region erschüttert. Teheran ? Nach dem schweren Erdbeben in der Grenzregion zwischen dem Iran und dem Irak mit mehr als 400 Toten hat die iranische Regierung den heutigen Dienstag zum staatlichen Trauertag erklärt. (Politik, 14.11.2017 - 04:06) weiterlesen...