Fußball, Bundesliga

Es klingt paradox: Werder Bremen kassierte auch im ersten Spiel unter Florian Kohfeldt eine Niederlage.

04.11.2017 - 11:37:23

Steigerung trotz Pleite - Werder-Spieler werben in Frankfurt für Kohfeldt. Doch der 35-Jährige hat weiter die Chance, vom Interims- zum Cheftrainer aufzusteigen. Denn seine Mannschaft spielte in Frankfurt deutlich besser als zuvor.

Frankfurt/Main - Seit fast 20 Jahren ist Frank Baumann als Spieler, Manager-Assistent und Geschäftsführer für Werder Bremen im Einsatz. Die Entscheidung, die er in den nächsten zwei Wochen zu fällen hat, ist die vielleicht schwierigste dieser Zeit.

Die Bremer wollen bis zu ihrem nächsten Spiel gegen Hannover 96 einen neuen Cheftrainer präsentieren und müssen dafür in der Länderspielpause erst einmal eine Grundsatzfrage klären: Wollen sie für den Abstiegskampf in der Fußball-Bundesliga einen erfahrenen Mann von außen verpflichten oder ihr großes Trainertalent Florian Kohfeldt von der Interims- zur Dauerlösung befördern?

Das 1:2 (1:1) bei Eintracht Frankfurt war für den Tabellenvorletzten am Freitagabend verdammt bitter und wirklich vielversprechend zugleich - und hat Baumann diese Entscheidung deshalb noch einmal erschwert. «Es ist klar, dass Florian die Benchmark ist», sagte der frühere Nationalspieler. «Wenn wir jemanden holen, muss er besser sein beziehungsweise besser zu unserer Situation passen als er. Die nächsten Tage werden zeigen, ob es uns gelingt, so jemanden zu finden, oder ob wir mit Florian weitermachen.»

Für eine Lösung mit dem erfahrenen Bruno Labbadia scheint allein die Größe der sportliche Herausforderung zu sprechen. Werder ist nach elf Bundesliga-Spielen noch immer sieglos, das späte Gegentor durch Sebastien Haller in der 89. Minute hatte die Wirkung eines Schocks.

Für Kohfeldt spricht aber, dass seine Mannschaft in Frankfurt deutlich mutiger und besser spielte als zuletzt unter Alexander Nouri - und dass die Mehrheit der Spieler genau das offenbar goutiert. «Wir haben endlich mal wieder Fußball gespielt», meinte etwa Max Kruse.

Gegen Kohfeldt wiederum spricht, dass er nach Nouri und Viktor Skripnik bereits die dritte hausinterne Besetzung nacheinander wäre und viele Beobachter der Meinung sind: Dieser Verein braucht dringend mal wieder einen neuen Einfluss von außen.

Für Kohfeldt spricht nicht zuletzt, dass insbesondere Frank Baumann ihn für einen begnadeten Trainer der Güteklasse Julian Nagelsmann hält. Auch einige Werder-Spieler machten sich am Freitagabend weit über das Maß der üblichen Floskeln hinaus für ihn stark.

«Ich finde, man hat heute gesehen, dass die Zusammenarbeit zwischen Mannschaft und Trainer gut geklappt hat», sagte Maximilian Eggestein. Und auch der Bremer Torschütze Niklas Moisander erklärte: «Der Trainer hat einen guten Job gemacht. Wir hatten Vertrauen in den Matchplan, wir haben höher verteidigt und aggressiver gespielt. Das war eines unserer besten Spiele in dieser Saison.»

Sogar Frankfurts Trainer Niko Kovac lobte die Verlierer. «Ihr habt das sehr gut gemacht», sagte er direkt an Kohfeldt gewandt. «Wenn Bremen so weiterspielt in den nächsten Wochen, dann wird es ganz schnell wieder ein anderes Tabellenbild geben.»

Werder spielte trotz der unglücklichen Niederlage wieder so, wie man sich Werder gemeinhin vorstellt: mutig, angriffslustig, offensiv. Und Kohfeldt war am Freitagabend klug genug, allein diesen Eindruck wirken zu lassen und sich sonst bedeckt zu halten. «Wichtig ist jetzt, dass der Verein eine richtige Entscheidung trifft», sagte der 35-Jährige. Für ihn persönlich sei seine Bundesliga-Premiere als Chefcoach «ein tolles Erlebnis» gewesen. «Ich habe mich wohl gefühlt im Stadion. Dabei belasse ich es jetzt aber auch.»

Zumindest ein bisschen Zeit haben Baumann und die anderen Bremer Verantwortlichen durch die Länderspielpause gewonnen. Werder konnte es sich nach dem Spiel in Frankfurt leisten, erst am Samstag nach Hause zu fliegen und den Spielern am Sonntag und Montag freizugeben. Erst am Dienstag wird in Bremen wieder trainiert. Dann ist Baumann bei seiner Entscheidung vielleicht schon etwas weiter.

@ dpa.de

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