Erdbeben, Mexiko

Erneut spürt Mexiko die Kraft der Naturgewalten: Am Atlantik ist ein Hurrikan unterwegs, dazu kommt nun noch ein heftiges Erdbeben vor der Pazifikküste.

08.09.2017 - 09:04:06

Beben der Stärke 8,4 - Tsunamiwarnung nach Erdbeben vor der Küste Mexikos. Ein Tsunami ist möglich. Es gibt erste Todesopfer.

  • Schweres Erdbeben in Mexiko - Foto: El Universal via ZUMA Wire

    Aus Sorge vor weiteren Erdstößen haben sich Einwohner von Mexiko-Stadt auf der Straße versammelt. Foto: El Universal via ZUMA Wire

  • Rettungskräfte - Foto: Agustin Salinas/El Universal via ZUMA Wire

    Rettungskräfte bei einem Einsatz in Mexiko-Stadt. Das Beben hatte eine Stärke von 8,0. Foto: Agustin Salinas/El Universal via ZUMA Wire

  • Mexiko-Stadt - Foto: Agustin Salinas/El Universal via ZUMA Wire

    In Mexiko-Stadt hat eine umgestürzte Mauer ein Auto unter sich begraben. Foto: Agustin Salinas/El Universal via ZUMA Wire

Schweres Erdbeben in Mexiko - Foto: El Universal via ZUMA WireRettungskräfte - Foto: Agustin Salinas/El Universal via ZUMA WireMexiko-Stadt - Foto: Agustin Salinas/El Universal via ZUMA Wire

Mexiko-Stadt - Ein schweres Erdbeben der Stärke 8,4 vor der Pazifikküste hat Mexiko erschüttert. Das Beben ereignete sich in der Nacht zum Freitag (Ortszeit) 137 Kilometer südwestlich von Tonalá im Bundesstaat Chiapas in 19 Kilometern Tiefe, wie das Seismologische Institut in Mexiko mitteilte.

Andere Institute wie die US-Erdbebenwarte USGS hatten zunächst von einer Stärke von 8,0 gesprochen. Nach Angaben von Innenminister Miguel Ángel Osorio Chong wurden zwei Todesopfer in Chiapas gemeldet.

Für mehrere Länder der Region wurde eine Tsunamiwarnung ausgegeben - sie umfasste neben Mexiko mehrere Staaten in Mittelamerika sowie das südamerikanische Ecuador. Die Todesopfer waren zwei Frauen, die starben, als ein Haus in der Stadt San Cristobal einstürzte, wie Gouverneur Manuel Velasco mitteilte. Der Bundesstaat Chiapas liegt im Süden des Landes nahe der Grenze zu Guatemala. 

Die Erdstöße waren auch im etwa 700 Kilometer entfernten Mexiko-Stadt sowie in andern Bundesstaaten und mehreren Ländern Mittelamerikas zu spüren. In Mexiko-Stadt und anderswo kam es zu zahlreichen Stromausfällen. 

Staatspräsident Enrique Peña Nieto berief sofortige Krisensitzungen ein, «um die Lage zu überwachen, zu bewerten und um Maßnahmen zu ergreifen». Er machte sich auf den Weg in das nationale Katastrophenzentrum. Der Leiter des Zivilschutzes, Luis Felipe Puente, warnte die Menschen an der Küste der Bundesstaaten Oaxaca und Chiapas vor Wellen von bis zu 4,20 Meter Höhe. Vielerorts rannten verängstigte Menschen auf die Straßen. In Mexiko-Stadt, Oaxaca und Chiapas soll am Freitag der Unterricht in allen Schulen ausfallen, um die Gebäude auf mögliche Schäden durch das Beben zu überprüfen.  

Die betroffene Region liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, der immer wieder von heftigen Erdbeben erschüttert wird. Im Golf von Mexiko ist derzeit zudem der Hurrikan «Katia» unterwegs. Eine Hurrikan-Warnung sei für Teile des Staats Veracruz ausgegeben worden, berichtete der Wettersender Hurricane News. Im Osten Mexikos könnte es am Freitag und am Wochenende zu heftigem Regen und Sturmböen kommen.

@ dpa.de

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