Regierung, Brasilien

Eine Krisensitzung jagt die nächste.

20.05.2017 - 18:28:05

Landesweite Proteste - Brasiliens Präsident kündigt neue Stellungnahme an. Brasilien ist nach brisanten Enthüllungen in Aufruhr. Im Zentrum des Sturms: Der Präsident.

  • Brasiliens Präsident Michel Temer - Foto: Ricardo Botelho

    Brasiliens Präsident Michel Temer gibt in Brasilia eine Pressekonferenz. Foto: Ricardo Botelho

  • Krise in Brasilien - Foto: Silvia Izquierdo

    Vor einer brennenden Straßenblockade in Rio de Janeiro hält ein Mann Transparente gegen den Präsidenten. Foto: Silvia Izquierdo

  • Krise in Brasilien - Foto: Cris Faga

    Zahlreiche Menschen protestieren in Sao Paulo gegen die Regierung des Landes. Foto: Cris Faga

Brasiliens Präsident Michel Temer - Foto: Ricardo BotelhoKrise in Brasilien - Foto: Silvia IzquierdoKrise in Brasilien - Foto: Cris Faga

Brasilia - Nach neuen Enthüllungen um Schmiergeldzahlungen will Brasiliens Präsident Michel Temer sich äußern. Nach Informationen des Portals «O Globo» plane der schwer unter Druck geratene konservative Politiker, am Nachmittag (Ortszeit) in der Hauptstadt Brasilia ein Statement abzugeben.

Nach Aussagen von Managern des weltweit größten Fleischkonzerns JBS soll er für seine Wahlkampagne 2014 rund 15 Millionen Reais (4,2 Mio Euro) erhalten und davon eine Million Reais (280.000 Euro) in die eigene Tasche gesteckt haben.

Am Donnerstag hatte Temer - vor Bekanntwerden dieser Vorwürfe - einen Rücktritt kategorisch ausgeschlossen. Mehrere Koalitionspartner beraten zur Stunde, ob sie die Koalition mit Temer noch fortsetzen sollen. 

JBS-Besitzer Joesley Batista (44) hatte zuvor bereits schon die Schweigegeldabsprachen mit Temer enthüllt. Batista hatte ein Gespräch mit Temer mitgeschnitten. Demnach soll Temer Zahlungen an den inhaftierten Ex-Parlamentspräsidenten Eduardo Cunha gebilligt haben - damit Cunha schweigt und sein Wissen über den Skandal nicht der Justiz offenbart.

BS schloss einen millionenschweren Vergleich mit der Justiz für seine kriminellen Handlungen und legt nun immer mehr Details der Absprachen und Zahlungen an Politiker und Parteien offen. 

In einer ungewöhnlichen Stellungnahme betonten die Kommandeure von Marine, Heer und Luftwaffe, dass man sich trotz der tiefen Krise an die Verfassung halte, sie trafen sich auch mit Temer.

@ dpa.de

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