Regierung, Brasilien

Eine Krisensitzung jagt die nächste in Brasilien, das Land ist nach brisanten Enthüllungen in Aufruhr.

20.05.2017 - 20:46:05

Landesweite Proteste - Brasiliens Präsident fordert Ermittlungsstopp gegen ihn. Im Zentrum des Sturms: Der Präsident. Er will nicht zurücktreten. Doch die Luft wird dünner.

  • Brasiliens Präsident Michel Temer - Foto: Ricardo Botelho

    Brasiliens Präsident Michel Temer gibt in Brasilia eine Pressekonferenz. Foto: Ricardo Botelho

  • Krise in Brasilien - Foto: Silvia Izquierdo

    Vor einer brennenden Straßenblockade in Rio de Janeiro hält ein Mann Transparente gegen den Präsidenten. Foto: Silvia Izquierdo

  • Krise in Brasilien - Foto: Cris Faga

    Zahlreiche Menschen protestieren in Sao Paulo gegen die Regierung des Landes. Foto: Cris Faga

Brasiliens Präsident Michel Temer - Foto: Ricardo BotelhoKrise in Brasilien - Foto: Silvia IzquierdoKrise in Brasilien - Foto: Cris Faga

Brasilia - Nach neuen Enthüllungen um Schmiergeldzahlungen will Brasiliens Präsident Michel Temer weiterhin nicht zurücktreten. Er forderte stattdessen, dass die Ermittlungen gegen ihn ausgesetzt werden.

In einer Stellungnahme griff der konservative Politiker am Samstag in Brasilia den Unternehmer Joesley Batista, Besitzer des weltgrößten Fleischkonzerns JBS, scharf an. Die Mitschnitte eines Gesprächs seien manipuliert, er habe keine Absprachen über Schweigegeld getroffen.

«Ich mache weiter an der Spitze dieser Regierung», sagte Temer. Wegen der aus seiner Sicht zweifelhaften Beweismittel will er den Obersten Gerichtshof um eine Suspendierung der Ermittlungen bitten. Temer ist auf den Aufnahmen, die Batista heimlich machte, schwer zu verstehen.

Generalstaatsanwalt Rodrigo Janot ermittelt gegen Temer wegen Behinderung der Justiz, Korruption und organisierter Kriminalität.

Zudem beschuldigte Temer in der Stellungnahme JBS eines kriminellen Insiderhandels. Demnach soll sich das Unternehmen mit Millionen Dollar eingedeckt haben, bevor durch Batistas Veröffentlichungen die Börse in Brasilien am Donnerstag abstürzte und der Real im Vergleich zum Dollar dramatisch an Wert verlor. Tatsächlich gibt es Hinweise auf solche Geschäfte.

«Er hat das perfekte Verbrechen begangen», sagte Temer über Batista. «Er hat uns Brasilianer betrogen und nun lebt er in den USA.» Batista, dem auch der bekannte Flip-Flop-Hersteller Havaianas gehört, ist laut Berichten in seine Wahlheimat New York ausgereist.

@ dpa.de