Kriminalität, Terrorismus

Dreimal wurde Großbritannien in den vergangenen Monaten von Terror erschüttert, nun schockiert ein weiterer Angriff das Land.

19.06.2017 - 12:34:06

Gezielter Angriff auf Muslime? - Mann rast bei Moschee in London in Menschenmenge. Wieder rast ein Lieferwagen in eine Menschenmenge. Politiker gehen von einem gezielten Angriff auf Muslime aus.

  • Einsatz in London - Foto: Tim Ireland

    Polizei steht in London auf der Fonthill Road in der Nähe der Haltestelle Finsbury Park Wache. Foto: Tim Ireland

  • Straßensperre - Foto: Yui Mok

    Polizisten haben im Stadtteil Finsbury Park hinter einem Absperrband Stellung bezogen. Foto: Yui Mok

  • Betende - Foto: Yui Mok

    Männer beten: Im Londoner Stadtteil Finsbury Park hat es nach Polizeiangaben einen schweren Zwischenfall mit mehreren Opfern gegeben. Foto: Yui Mok

  • Vor Londoner Moschee - Foto: Yui Mok

    Männer beten in London im Stadtteil Finsbury Park. Foto: Yui Mok

  • In London - Foto: Tim Ireland

    Nahe einer Moschee ist ein Fahrzeug in eine Gruppe von Menschen gefahren. Foto: Tim Ireland

  • Rettungskräfte - Foto: Tim Ireland

    Rettungskräfte sind auf der Fonthill Road in der Nähe der Haltestelle Finsbury Park im Einsatz. Foto: Tim Ireland

  • Forensiker - Foto: Victoria Jones

    Forensiker der Polizei arbeiten in London im Stadtteil Finsbury Park. Foto: Victoria Jones

  • Lieferwagen rast in Menschenmenge - Foto: Joel Goodman

    Der Lieferwagen war in der Nacht in eine Menschenmenge nahe einer Moschee gefahren. Der Fahrer wurde festgenommen. Foto: Joel Goodman

Einsatz in London - Foto: Tim IrelandStraßensperre - Foto: Yui MokBetende - Foto: Yui MokVor Londoner Moschee - Foto: Yui MokIn London - Foto: Tim IrelandRettungskräfte - Foto: Tim IrelandForensiker - Foto: Victoria JonesLieferwagen rast in Menschenmenge - Foto: Joel Goodman

. In Manchester hatte ein Selbstmord-Attentäter Ende Mai nahe einem Pop-Konzert 22 Menschen getötet. In London töteten Terroristen im März und Anfang Juni insgesamt mindestens 13 Menschen. Die Londoner Polizei hatte nach den jüngsten Anschlägen mehr islamfeindliche Vorfälle registriert als üblich.

Premierministerin May sprach von einem «schrecklichen Zwischenfall» und berief eine Krisensitzung ein. Ex-Premierminister David Cameron nannte die Tat auf Twitter eine «entsetzliche terroristische Attacke auf friedlich betende Muslime». Auch Londons Bürgermeister Sadiq Khan bewertete die Tat als zielgerichtete Attacke: Es handele sich um einen «fürchterlichen Terroranschlag auf unschuldige Menschen». Manchesters Bürgermeister Andy Burnham schrieb: «Wir werden weiter zusammenstehen gegen Extremisten, die einen Teufelskreis der Gewalt wollen.»

Auch außerhalb Großbritanniens löste die Attacke Entsetzen aus. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte in Berlin, es spreche einiges dafür, dass es eine «Tat aus blindem Hass» sei. Der EU-Chefunterhändler für die Verhandlungen über einen britischen EU-Austritt, Michel Barnier, und der britische Brexitminister David Davis sprachen den Opfern und ihren Familien ihr Mitgefühl aus.

. Unmittelbar nach der Tat soll der Imam der Gemeinde den Fahrer des Lieferwagens festgehalten und zugleich vor wütenden Umstehenden beschützt haben. Mohammed Mahmoud «hielt ihn mit zwei oder drei anderen in Schach und übergab ihn der Polizei, als sie kam», sagte Toufik Kacimi, der Leiter des Gebetshauses, der Nachrichtenagentur PA.

Es seien so viele Menschen auf der Straße gewesen, weil eines der Gemeindemitglieder krank geworden sei und Hilfe gebraucht habe. Der Imam habe den Fahrer als «sehr gewalttätig und aggressiv» beschrieben, sagte Kacimi weiter.

Das Gebetshaus verurteilte den Vorfall: «Wir haben über Jahrzehnte sehr hart für eine friedliche und tolerante Gemeinschaft hier in Finsbury Park gearbeitet und verurteilen schärfstens jeden Akt des Hasses, der versucht, unsere wunderbare Gemeinschaft zu spalten», heißt es in einer Mitteilung, die das Muslim Welfare House im Internet veröffentlichte.

@ dpa.de