Wahlen, Präsident

Die wichtigste Frage lautete: Wohin steuert der Iran nach der Präsidentenwahl? Nun ist klar: Amtsinhaber Ruhani hat sich durchgesetzt.

20.05.2017 - 19:02:38

Reformkurs geht weiter - Amtsinhaber Ruhani gewinnt Präsidentenwahl im Iran. Der Reformer kann seinen Öffnungskurs fortsetzen.

  • Wahlen im Iran - Foto: Vahid Salemi

    Iranische Frauen vor einem Wahllokal in Teheran. Foto: Vahid Salemi

  • Warten - Foto: Ebrahim Noroozi

    Eine lange Schlange wartet geduldig vor einem Wahllokal in Ghom. Foto: Ebrahim Noroozi

  • Wahlen im Iran - Foto: Iranian Presidency Office

    Staatspräsident und Regierungschef Hassan Ruhani füllt seinen Stimmzettel aus. Foto: Iranian Presidency Office

  • Jubel - Foto: Vahid Salemi

    Anhänger des iranischen Präsidenten Ruhani zeigen Siegeszeichen aus ihrem Auto in Teheran. Foto: Vahid Salemi

Wahlen im Iran - Foto: Vahid SalemiWarten - Foto: Ebrahim NorooziWahlen im Iran - Foto: Iranian Presidency OfficeJubel - Foto: Vahid Salemi

Mehr als 41 der insgesamt 56 Millionen Wahlberechtigten hätten an der Wahl teilgenommen. Die Wahlbeteiligung lag damit bei 73 Prozent, wie der Minister sagte. Wegen des großen Andrangs hatte das Innenministerium die Abstimmung um mehrere Stunden verlängert. Die Wahllokale wurden erst um Mitternacht (Ortszeit) geschlossen. Vor vielen Wahllokalen in Teheran hatten sich lange Schlangen gebildet. Auch in den Provinzen war die Beteiligung lebhaft.

Bei der Wahl ging es um den künftigen Kurs des Gottesstaates: Ruhani steht für die Öffnung, Raeissi, der Spitzenkandidat des Klerus, für die Abschottung des Landes. Die anderen beiden Kandidaten galten von vorneherein als chancenlos.

Die Iraner waren aufgerufen zu bestimmen, ob sie Ruhani eine zweite Amtszeit geben oder einen politischen Wechsel wollen. Der Reformer und moderate Kleriker Ruhani galt zwar als Favorit, Raeissi genoss jedoch die Unterstützung des Klerus sowie der staatlichen Medien.

Der deutsche Grünen-Außenpolitiker Omid Nouripour sieht die Wiederwahl Ruhanis als Signal für eine Politik des internationalen Dialogs und der Öffnung des Landes. Die Wähler "haben trotz vieler Enttäuschungen der letzten Wahlen die Kraft aufgebracht, Hoffnung zu wagen", erklärte Nouripour am Samstag in Berlin. Präsident Ruhani müsse nun auch innenpolitisch endlich Reformen voranbringen.

@ dpa.de