Unwetter, Verkehr

Die Sturmwarnung der Hamburger Feuerwehr war noch keine Stunde alt, als es das erste Todesopfer gab: Ein durch Sturmtief «Xavier» entwurzelter Baum erschlug einen Hamburger Autofahrer.

05.10.2017 - 15:40:06

Bahn im Norden lahmgelegt - Erstes Todesopfer durch Sturmtief «Xavier» in Hamburg. Der Zugverkehr in Norddeutschland wurde komplett eingestellt. Auch Fernstrecken sind betroffen.

  • Regen und Wind an der Ostsee - Foto: Bernd Wüstneck

    Spaziergänger vor der Kulisse der aufgepeitschten Ostsee in Rerik in Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Bernd Wüstneck

  • Unwetter in Niedersachsen - Foto: Mohssen Assanimoghaddam

    Die Auffahrt zur Autobahn A29 bei Rastede (Niedersachsen) wird von einem Baum blockiert. Foto: Mohssen Assanimoghaddam

  • Sturmtief Xavier - Foto: Julian Stratenschulte

    Sturmböen in Hameln (Niedersachsen): Der gesamte Norden ist von Sturmtief Xavier betroffen. Foto: Julian Stratenschulte

  • Regenwetter in Hamburg - Foto: Bei trübem Regenwetter macht ein Matrose im Hafen in Hamburg die Leinen los. Foto: Ulrich Perrey

    Bei trübem Regenwetter macht ein Matrose im Hafen in Hamburg die Leinen los. Foto: Ulrich Perrey

  • Anflug im Sturm - Foto: Julian Stratenschulte

    Anflug im Sturm: Eine Lufthansa-Maschine landet in Schräglage auf dem Flughafen Hannover. Foto: Julian Stratenschulte

Regen und Wind an der Ostsee - Foto: Bernd WüstneckUnwetter in Niedersachsen - Foto: Mohssen AssanimoghaddamSturmtief Xavier - Foto: Julian StratenschulteRegenwetter in Hamburg - Foto: Bei trübem Regenwetter macht ein Matrose im Hafen in Hamburg die Leinen los. Foto: Ulrich PerreyAnflug im Sturm - Foto: Julian Stratenschulte

Berlin - Sturmtief «Xavier» hat in Norddeutschland ein erstes Todesopfer gefordert. In Hamburg kam ein Mensch ums Leben gekommen, nachdem ein Baum auf sein Auto gefallen war, sagte ein Feuerwehrsprecher.

Zuvor hatte die Hamburger Feuerwehr die Bevölkerung der Hansestadt aufgefordert, nicht rauszugehen. «Warnung für Hamburg. Halten Sie sich aktuell nicht im Freien auf, bleiben Sie im geschützten Bereich», twitterte die Feuerwehr.

Ein Sprecher sagte, die Feuerwehr sei wegen mehrerer eingeklemmter Personen und umgestürzter Bäume zu zahlreichen Einsätzen ausgerückt. Es liefen Dutzende Notrufe ein, meldete die Feuerwehr per Twitter. In der Hansestadt wechselten sich seit dem Mittag immer wieder heftige Regenfälle und Stürme mit kurzen sonnigen Phasen ab.

Auch die Hamburger U-Bahn war nach Angaben der Hochbahn betroffen. Aus Sicherheitsgründen gelte auf allen oberirdischen Strecken ein Tempolimit von 40 km/h, twitterte die Hochbahn. Auf der Linie der U1 und U2 wurde an einigen Stellen ein Ersatzverkehr eingerichtet.

Flugreisende mussten ebenfalls Einschränkungen hinnehmen. Die S-Bahn fuhr nicht mehr zum Airport. Immerhin ein Drittel der Passagiere komme mittlerweile per S-Bahn, sagte eine Sprecherin. Auch könne es wegen des Sturms zu Verspätungen bei den Flügen kommen.

«Xavier» legte den Bahnverkehr in Norddeutschland komplett lahm. Die Deutsche Bahn stellte den Zugverkehr in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bremen und auch den S-Bahnverkehr in Hamburg bis auf weiteres ein, wie das Unternehmen mitteilte.

Am Nachmittag wurden auch die wichtigen Fernverkehrsstrecken Berlin-Hannover und Berlin-Hamburg eingestellt. Das teilte ein Bahnsprecher in Berlin mit. Ursache waren auf die Gleise oder in die Oberleitungen gewehte Bäume, die einen durchgehenden Bahnverkehr unmöglich machten.

Auf offener Strecke befindliche Züge versuchten, noch den nächsten Bahnhof zu erreichen. Betroffen waren auch die Hauptachsen von Hannover Richtung Bremen und dem Ruhrgebiet, weil Probleme bei der Stromversorgung der Signale in Wunstorf die Züge ausbremsten.

In Berlin blieb wegen des Unwetters die Internationale Gartenausstellung (IGA) in Marzahn geschlossen. «Die Schließung des IGA-Geländes dient der Sicherheit unserer Besucherinnen und Besucher», teilten die Veranstalter mit. Auch Zoo und Tierpark sollten ihre Pforten schließen. «Elefanten, Zebras und Giraffen (...) ziehen sich sicherheitshalber in ihre Stallungen zurück», hieß es.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte in Teilen von Nord- und Ostdeutschlands vor Orkanböen der Stufe drei. Vier ist die höchste Stufe für Orkanböen. Die Experten empfahlen, den Aufenthalt im Freien zu vermeiden und warnten vor entwurzelten Bäumen, herabstürzenden Dachziegeln und Schäden an Gerüsten und Hochspannungsleitungen.

Auch nach dem aktuellen Sturmtief «Xavier» wird das Wetter in Deutschland am Wochenende nicht angenehmer. Wie der DWD mitteilte, kommt es am Freitag zu teils kräftigen Schauern und Graupelgewittern, die erst zum Nachmittag von Norden her langsam nachlassen. In den Alpen regnet es länger anhaltend und kräftig. An der Nordsee kommt es zu Sturmböen. Die Höchstwerte liegen meist zwischen 11 und 16 Grad.

Am Samstag breitet sich nach DWD-Angaben von Nordwesten starke Bewölkung aus, die schauerartigen Regen bringt und bis zum Abend die Mitte Deutschlands erreicht. Im Süden kann sich zeitweise die Sonne zeigen, und dort bleibt es dann bis zum Abend, abgesehen von einem geringen Schauerrisiko im Bergland, trocken. Die Tageshöchstwerte liegen zwischen 8 Grad im höheren Bergland und 17 Grad am Oberrhein. Es weht schwacher bis mäßiger Westwind mit einzelnen starken Böen. An der Küste und im Bergland wird es stürmisch.

Am Sonntag zeigt sich der Himmel im Süden den ganzen Tag über bedeckt und es regnet wieder. Ansonsten lockert die Wolkendecke von Norden her auf, und die Sonne kann für längere Zeit scheinen. Allerdings rechnen die Meteorologen auch hier mit einzelnen Schauern. Der Nordwestwind weht im Nordosten schwach bis mäßig, entlang der Küsten und im Bergland auch frisch. Die Höchstwerte liegen unverändert zwischen 8 Grad im höheren Bergland und 17 Grad am Oberrhein.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

Nach Wintereinbruch - Auf Schnee folgt Regen - Meteorologen warnen vor Sturmböen. Die Lage auf den Straßen beruhigte sich. An manchen Flüssen wird beobachtet, ob es Hochwasser geben könnte. In den nächsten Tagen wird das Wetter wechselhaft, windig und nass. (Politik, 12.12.2017 - 13:58) weiterlesen...

Hochwasser erwartet - Nachwirkungen von Schneechaos ebben langsam ab. Am Frankfurter Flughafen müssen 200 gestrandete Reisende übernachten. Einige Schnellzüge sind weiter ausgebremst. Schnee und Glätte lassen Deutschland nur nach und nach aus dem Klammergriff. (Politik, 11.12.2017 - 12:48) weiterlesen...

Flugbetrieb in Frankfurt normalisiert sich. Am Morgen fielen wegen Eis und Schnee zwar noch 77 für heute geplante Flüge aus und es kann noch zu Verzögerungen kommen. Der Großteil der Flüge soll aber pünktlich sein. Gestern fielen 405 Flüge aus. Hunderte Reisende waren in Frankfurt gestrandet. 200 Passagiere übernachteten auf Feldbetten. Schnee und Eis hatten den Flugplan durcheinander gewirbelt. Raumfahrzeuge und Enteisungsmaschinen waren im Dauereinsatz. Frankfurt/Main - Nach dem Wetter-Chaos am Frankfurter Flughafen normalisiert sich der Flugbetrieb allmählich. (Politik, 11.12.2017 - 08:48) weiterlesen...

Verschneite Nacht - Tauwetter nach Verkehrschaos: Lage normalisiert sich. Polizei und Feuerwehr müssen zu Hunderten von Unfällen ausrücken. Am Morgen herrscht dann zumeist ein ganz anderes Bild - ein paar Grad machen den Unterschied. Der Wintereinbruch hält Einsatzkräfte in der Nacht in Atem. (Politik, 11.12.2017 - 08:12) weiterlesen...

Bahn-, Auto- und Flugverkehr - Schnee, Eis und Sturm sorgen für Chaos. In vielen Teilen Deutschlands musste die Polizei wegen Hunderter Unfälle ausrücken. Der Wintereinbruch hat Einsatzkräfte in der Nacht zum Montag in Atem gehalten. (Politik, 11.12.2017 - 07:00) weiterlesen...

Bahn-, Auto- und Flugverkehr - Schnee, Eis und Strurm sorgen für Chaos. In vielen Teilen Deutschlands musste die Polizei wegen Hunderter Unfälle ausrücken. Der Wintereinbruch hat Einsatzkräfte in der Nacht zum Montag in Atem gehalten. (Politik, 11.12.2017 - 06:54) weiterlesen...