Regierung, Präsident

Die Russland-Affäre begleitet Donald Trump auch auf Reisen: Der US-Präsident soll sowohl den NSA-Chef als auch den Nationalen Geheimdienstdirektor gebeten haben, ihm öffentlich den Rücken zu stärken.

23.05.2017 - 17:13:19

Bericht der «Washington Post» - Trump soll Geheimdienstler um positive Aussage gebeten haben

Washington - Der ehemalige CIA-Chef John Brennan hat Hinweise auf Kontakte zwischen dem Trump-Wahlkampfteam und russischen Regierungsstellen während des US-Wahlkampfes 2016 bestätigt.

«Ich habe Informationen und Geheimdiensterkenntnisse gesehen, die auf Kontakte zwischen russischen Regierungsstellen und Personen hinweisen, die im Trump-Wahlkampf involviert waren», sagte Brennan in öffentlicher Sitzung des Geheimdienstausschusses des Abgeordnetenhauses am Dienstag in Washington.

Auf die Frage, ob Trump persönlich Kontakte zu russischen Regierungsstellen unterhalten habe, sagte Brennan: «Darüber kann ich in öffentlicher Sitzung nicht reden.» Er könne nicht sagen, ob die Kontakte tatsächlich zu einer Zusammenarbeit geführt hätten. Die Informationen hatten jedoch für die CIA eine ausreichende Basis dargestellt, um genauer hinzusehen. Die geheimdienstlich erlangten Informationen seien an die Bundespolizei FBI als zuständige Ermittlungsbehörde weitergegeben worden.

Brennan erklärte, Russland versuche seit geraumer Zeit, Einfluss auf US-Wahlen zu nehmen, die Bemühungen Moskaus gingen weiter. «Die Bedrohung durch russische Geheimdienste ist eine ernste Bedrohung», sagte er. Er gehe davon aus, dass Russland seine Strategie ständig anpasse.

Nach einem Bericht der Zeitung «Washington Post» bat Trump zwei hochrangige Geheimdienstchefs, ihn öffentlich von Vorwürfen der Russland-Verstrickung freizusprechen.

Sowohl der Chef der National Security Agency (NSA), Michael Rogers, als auch der Nationale Geheimdienstdirektor Dan Coats hätten die Bitten zurückgewiesen, berichtete die «Washington Post» am Montag (Ortszeit) unter Berufung auf ehemalige und gegenwärtige Regierungsmitarbeiter. Ähnlich berichtete CNN.

Der frühere FBI-Chef James Comey hatte am 20. März bestätigt, dass das FBI zu möglichen Verbindungen zwischen Trumps Wahlkampfteam und der russischen Regierung ermittelt. Trump hatte die Aufnahme der Untersuchungen verurteilt. Er entließ Comey am 9. Mai. Inzwischen beschäftigt sich mit Comeys Amtsvorgänger Robert Mueller ein Sonderermittler mit dem Fall.

Comey sagt vorerst nicht vor dem Aufsichtsausschuss des US-Repräsentantenhauses aus. Vor einer öffentlichen Aussage wolle der entlassene FBI-Chef mit Sonderermittler Mueller, sprechen, schrieb der Vorsitzende des Ausschusses, der republikanische Abgeordnete Jason Chaffetz, am Montag auf Twitter. Das habe Comey ihm gesagt. Eine für Mittwoch geplante Sitzung mit dem Titel «Aufsicht über die Unabhängigkeit des FBI» sei verschoben worden - auf wann, sagte Chaffetz nicht.

Vor dem Geheimdienstausschuss des Senats will Comey nach dem 29. Mai in öffentlicher Sitzung aussagen.

@ dpa.de