Wahlen, Präsident

Die Franzosen wählen mit Emmanuel Macron den jüngsten Präsidenten aller Zeiten.

08.05.2017 - 07:08:07

Erleichterung nach Wahlausgang - Macron will Frankreichs Spaltung überwinden. Marine Le Pen verliert zwar, doch die Rechtspopulistin erzielt einen neuen Stimmenrekord. Bald geht der Kampf in die nächste Runde.

  • Macron und Le Pen - Foto: Christophe Ena/Kay Nietfeld

    Emmanuel Macron und Marine Le Pen. Foto: Christophe Ena/Kay Nietfeld

  • Emmanuel Macron - Foto: Christophe Ena

    Siegessicher? Der sozialliberale Kandidat Emmanuel Macron winkt nach der Stimmabgabe in die Menge. Foto: Christophe Ena

  • Marine Le Pen - Foto: Michael Springler

    Marine Le Pen verlässt nach ihrer Stimmabgabe das Wahllokal. Foto: Michael Springler

  • Marine Le Pen - Foto: Michel Euler

    In der ersten Runde der Präsidentschaftswahl hatte Marine Le Pen den zweiten Platz erreicht. Foto: Michel Euler

  • Stimmabgabe in Montreal - Foto: Graham Hughes/The Canadian Press

    Lange Schlange: Französische Staatsangehörige warten im kanadischen Montreal darauf, ihre Stimme abgeben zu dürfen. Foto: Graham Hughes/The Canadian Press

  • Femen-Aktivistin - Foto: Francois Mori

    Nach einer Protestaktion gegen die rechtspopulistische Kandidatin Marine Le Pen wird eine Femen-Aktivistin Polizisten überwältigt. Foto: Francois Mori

  • Le Pen und Macron - Foto: Eric Feferberg

    Emmanuel Macron wehrt sich nach einem TV-Duell mit seiner Konkurrentin Marine Le Pen juristisch gegen Gerüchte über ein Konto in einem Steuerparadies. Foto: Eric Feferberg

  • Emmanuel Macron - Foto: Thibault Camus

    Siegesgewiss zeigt sich Emmanuel Macron mit seiner Frau Brigitte nach ihrer Stimmabgabe im nordfranzösischen Le Touquet. Foto: Thibault Camus

  • Emmanuel Macron - Foto: Philippe Wojazer

    Emmanuel Macron gibt neben seiner Frau Brigitte im nordfranzösischen Le Touquet seine Stimme ab. Foto: Philippe Wojazer

  • Nach seinem Wahlsieg - Foto: «Lieben wir Frankreich. Von heute Abend an und für die fünf kommenden Jahre werde ich ihm mit Demut, mit Hingabe, mit Entschlossenheit dienen, in Ihrem Namen. Es lebe die Republik, es lebe Frankreich.» Der künftige französische Präsident Emmanuel Macron n

    «Lieben wir Frankreich. Von heute Abend an und für die fünf kommenden Jahre werde ich ihm mit Demut, mit Hingabe, mit Entschlossenheit dienen, in Ihrem Namen. Es lebe die Republik, es lebe Frankreich.» Der künftige französische Präsident Emmanuel Macron n

  • Macron gewinnt Wahl - Foto: Thibault Camus

    Am Ende alles gut: Macron-Anhänger küssen sich auf der Wahlparty vor dem Louvre in Paris. Foto: Thibault Camus

Macron und Le Pen - Foto: Christophe Ena/Kay NietfeldEmmanuel Macron - Foto: Christophe EnaMarine Le Pen - Foto: Michael SpringlerMarine Le Pen - Foto: Michel EulerStimmabgabe in Montreal - Foto: Graham Hughes/The Canadian PressFemen-Aktivistin - Foto: Francois MoriLe Pen und Macron - Foto: Eric FeferbergEmmanuel Macron - Foto: Thibault CamusEmmanuel Macron - Foto: Philippe WojazerNach seinem Wahlsieg - Foto: «Lieben wir Frankreich. Von heute Abend an und für die fünf kommenden Jahre werde ich ihm mit Demut, mit Hingabe, mit Entschlossenheit dienen, in Ihrem Namen. Es lebe die Republik, es lebe Frankreich.» Der künftige französische Präsident Emmanuel Macron nMacron gewinnt Wahl - Foto: Thibault Camus

trat am späten Sonntagabend vor Tausenden jubelnden Anhängern am Pariser Louvre auf. Frankreich habe ein neues Kapitel seiner Geschichte aufgeschlagen, sagte er: «Die Aufgabe ist gewaltig.» Am Ende kamen seine Frau Brigitte und Wahlkampfmitarbeiter auf die Bühne.

Als eine Hauptaufgabe sieht Macron den Antiterrorkampf an. Frankreich wird seit 2015 von einer Terrorwelle erschüttert, knapp 240 Menschen wurden ermordet.

Nach fast vollständiger Auszählung der Stimmen erreichte Macron in der Stichwahl gut 66 Prozent, Le Pen knapp 34 Prozent. Le Pen holte nach Zahl der Stimmen das beste Ergebnis in der Geschichte ihrer rechtsextremen Partei. Gut 10,6 Millionen Franzosen votierten für die Kandidatin. Bei der ersten Runde vor zwei Wochen hatte Le Pen 7,7 Millionen Stimmen erhalten.

Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 75 Prozent, rund drei Punkte niedriger als vor zwei Wochen. Etwa vier Millionen Franzosen entschieden sich in der zweiten Runde dafür, entweder einen leeren Wahlumschlag abzugeben («weiße Stimme») oder ungültig zu stimmen - das ist laut Medienberichten einer neuer Rekord.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Kanzlerin Angela Merkel und die EU-Spitze zeigten sich erleichtert und sicherten dem designierten Staatschef ihre Unterstützung zu. Die Kanzlerin freue sich darauf, «im Geist der traditionell engen deutsch-französischen Freundschaft vertrauensvoll mit dem neuen Präsidenten zusammenzuarbeiten», ließ Merkel mitteilen. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker twitterte: «Gemeinsam für ein stärkeres und gerechteres Europa.» Auch US-Präsident Donald Trump gratulierte dem Pariser Amtskollegen in spe, nachdem er im Wahlkampf auf Le Pen gesetzt hatte.

Macron will noch am Montag den Vorsitz der von ihm gegründeten Bewegung «En Marche!» niederlegen, wie aus seinem Umfeld verlautete. Er hatte «En Marche!» vor gut einem Jahr gegründet. Die Bewegung will Kandidaten für die Parlamentswahlen im Juni aufstellen, um eine Regierungsmehrheit zu erringen. Ohne Mehrheit wäre Macron gezwungen, eine Regierung zu ernennen, der auch Politiker eines anderen politischen Lagers angehören. Eine derartige «Kohabitation» gab es zuletzt von 1997 bis 2002 mit dem Konservativen Jacques Chirac als Präsidenten und dem Sozialisten Lionel Jospin als Premierminister.

Macron will zudem am Vormittag an der traditionellen Gedenkfeier zum Jahrestag des Kriegsendes 1945 an der Seite des scheidenden Staatschefs François Hollande teilnehmen. Hollande will einen Kranz an der Statue von Charles de Gaulle an der Pariser Prachtstraße Champs-Élysées niederlegen, danach ist eine Zeremonie am Triumphbogen geplant.

Macron soll spätestens am 14. Mai die Amtsgeschäfte von Hollande übernehmen. Der frühere Wirtschaftsminister und Investmentbanker steht für einen klar europafreundlichen Kurs und tritt für eine enge Partnerschaft Frankreichs mit Deutschland ein.

Le Pen ließ durchblicken, dass sie ihre Partei im Juni in die Parlamentswahlen führen werde. FN-Vize Florian Philippot kündigte an, seine Partei werde sich in eine neue politische Kraft verwandeln und dann auch nicht mehr denselben Namen tragen.

Kurz vor der Stichwahl war ein Hackerangriff auf das Team Macrons bekannt geworden. Tausende Dokumente seiner Mitarbeiter tauchten im Internet auf. «En Marche!» sprach von einer «massiven und koordinierten» Attacke. Es seien vor Wochen erbeutete E-Mails, Verträge sowie andere interne Dokumente zusammen mit gefälschten ins Netz gestellt worden. Die Pariser Staatsanwaltschaft leitete Vorermittlungen ein.

@ dpa.de

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