Brände, Regierung

Die Briten sind wütend.

17.06.2017 - 16:49:50

Mindestens 30 Tote - Hochhausbrand: Britische Regierung kämpft gegen Kritik. Theresa May habe nach dem Hochhausbrand nicht schnell genug reagiert. Mit Hilfsmaßnahmen versucht die Premierministerin ihr Volk zu beruhigen.

  • Grenfell-Tower - Foto: Guilhem Baker

    Der Grenfell-Tower brennt wie eine Fackel. Foto: Guilhem Baker

  • Grenfell Tower - Foto: Rick Findler/PA Wire

    Blick durch ein Fenster am ausgebrannten Grenfell Tower in London. Foto: Rick Findler/PA Wire

  • Demonstranten - Foto: Yui Mok

    Wütende Demonstranten vor dem Rathaus von Kensington. Foto: Yui Mok

  • Gerechtigkeit - Foto: Die Demonstration stand unter dem Motto «Justice for Grenfell!» (Gerechtigkeit für Grenfell). Foto: Tim Ireland

    Die Demonstration stand unter dem Motto «Justice for Grenfell!» (Gerechtigkeit für Grenfell). Foto: Tim Ireland

  • May am Grenfell Tower - Foto: Premierministerin Theresa May (M) besichtigt den ausgebrannten Grenfell Tower. Foto: Rick Findler

    Premierministerin Theresa May (M) besichtigt den ausgebrannten Grenfell Tower. Foto: Rick Findler

Grenfell-Tower - Foto: Guilhem BakerGrenfell Tower - Foto: Rick Findler/PA WireDemonstranten - Foto: Yui MokGerechtigkeit - Foto: Die Demonstration stand unter dem Motto «Justice for Grenfell!» (Gerechtigkeit für Grenfell). Foto: Tim IrelandMay am Grenfell Tower - Foto: Premierministerin Theresa May (M) besichtigt den ausgebrannten Grenfell Tower. Foto: Rick Findler

London - Nach dem Hochhausbrand in London ist die Zahl der Toten auf vermutlich 58 gestiegen. Das teilte die Polizei in der britischen Hauptstadt auf Basis von Vermisstenmeldungen mit.

In dem Sozialbau lebten Berichten zufolge 400 bis 600 Bewohner 19 Verletzte wurden am Samstag noch in Krankenhäusern der britischen Hauptstadt behandelt. Zehn von ihnen befanden sich in kritischem Zustand, wie die Gesundheitsbehörde NHS mitteilte.

Nach heftiger Kritik an ihrer Reaktion auf die Brandkatastrophe in London hat die britische Premierministerin Theresa May Regierungsmitglieder zu einer Sondersitzung einberufen.

Sie wolle dafür sorgen, dass «alles Mögliche getan wird, um die Betroffenen der Tragödie von Grenfell zu unterstützen», sagte ein Regierungssprecher. Später werde May in der Downing Street Opfer der Brandkatastrophe und freiwillige Helfer treffen.

Die Londoner Nahverkehrsbehörde TfL hat unterdessen den Verkehr auf zwei U-Bahnstrecken im Westen der britischen Hauptstadt vorübergehend unterbrochen. Es gebe Sicherheitsbedenken in Verbindung mit dem ausgebrannten Gebäude in der Nähe, hieß es am Samstag. Die Schließungen seien auf Wunsch der Londoner Feuerwehr erfolgt.

Demnach seien Trümmerteile des Grenfell Tower auf die Gleise gefallen. TfL bemühe sich, diese baldmöglichst zu entfernen, um die U-Bahnstrecken wieder öffnen zu können.

Betroffen waren demnach Abschnitte der Hammersmith and City Line sowie der Circle Line.

Die Wut auf Regierung und Behörden in Großbritannien war auch am Wochenende noch groß. Vize-Premier Damian Green wies am Samstagmorgen Vorwürfe zurück, May habe nicht angemessen auf das Unglück reagiert. «Sie ist von den Ereignissen genauso bestürzt wie wir alle», sagte Green der BBC. Die Regierung werde in den kommenden Tagen einen Vorsitzenden für die öffentliche Untersuchung des Brandes bestimmen.

Bei Protesten und Solidaritätskundgebungen für die Brandopfer hatten Demonstranten am Freitagabend unter anderem einen Rücktritt der Premierministerin gefordert. Zuvor war May als «Feigling» beschimpft worden, als sie aus einer Londoner Kirche in der Nähe des Brandorts kam. Dort hatte sie den Opfern Hilfe in Millionenhöhe versprochen. Bei einem Fernsehinterview am Freitagabend hatte eine Journalistin May wiederholt gefragt, ob sie die Wut im Land nicht begriffen habe.

Kritiker hatten May vorgeworfen, nicht schnell genug auf das Unglück reagiert zu haben. Außerdem hatte sie bei einem Besuch am Grenfell Tower am Donnerstag nicht mit den Opfern gesprochen. Der Oppositionsführer und Labour-Chef Jeremy Corbyn hatte derweil Betroffene getröstet. Am Freitag besuchte May Verletzte in einem Londoner Krankenhaus.

@ dpa.de