Arbeitsmarkt, Asyl

Deutschland braucht nach Ansicht von Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer eine grundlegende Neuorientierung in der Zuwanderungspolitik: Bis 2030 sind nach Berechnungen der Arbeitgeber rund drei Millionen neue Zuwanderer im erwerbsfähigen Alter nötig, um Wettbewerbsfähigkeit und Sozialstaat zu erhalten.

02.12.2016 - 08:10:50

Arbeitgeber: Zuwanderungsbedarf von drei Millionen Menschen bis 2030

"2030 werden wir nach den Prognosen schon sechs Millionen Erwerbsfähige weniger haben als heute", sagte Kramer der "Rheinischen Post" (Freitagausgabe). "Zwei, drei Millionen Erwerbstätige können wir hoffentlich aus eigenen Ressourcen durch mehr Erwerbstätigkeit von Frauen und Älteren sowie bessere Qualifizierung von Jüngeren rekrutieren. Für die restliche Lücke brauchen wir mehr systematische Zuwanderung, die sich am Arbeitsmarkt orientiert", sagte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA).

Doch davor scheue die Politik wegen der Flüchtlingskrise zurück. "Aber die arbeitsmarktpolitische Zuwanderung darf kein Tabu sein", mahnte Kramer. "Je früher wir anfangen, den Menschen zu erklären, dass wir spätestens ab 2030 nicht nur ein gravierendes Problem mit der Rente haben werden, sondern auch mit der Pflege, mit der Krankenversicherung, mit der Infrastruktur, ja mit der gesamten Volkswirtschaft, gewinnt die Zuwanderung mehr gesellschaftliche Akzeptanz", sagte er. Zuwanderung sei "keine Frage von Ober- oder Untergrenze, sondern von Bedarf". Deutschland stehe international im harten Wettbewerb um Fachkräfte. "Es ist nicht so, dass die Computerspezialisten Schlange stehen, um einzuwandern", sagte Kramer.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

@ dts-nachrichtenagentur.de

Weitere Meldungen

CDU will Grünen bei Asylbewerberleistungsgesetz entgegenkommen Die CDU will die Vorrangprüfung bei der Beschäftigung von Asylsuchenden komplett abschaffen und 100.000 Langzeitpraktika für Flüchtlinge ("Einstiegsqualifizierungen") einrichten. (Politik, 30.04.2017 - 00:04) weiterlesen...

Nahles will neues Teilzeitgesetz Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) drängt auf ein neues Teilzeitgesetz. (Politik, 30.04.2017 - 00:03) weiterlesen...

Arbeitsministerin lädt zu Lohngipfel ein Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) will mit einem Gipfel im Juni für höhere Löhne im Dienstleistungsbereich sorgen. (Politik, 30.04.2017 - 00:03) weiterlesen...

Wagenknecht: Hohe Sozialausgaben sind kein Selbstzweck Die Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Sahra Wagenknecht, sieht in den gestiegenen Sozialausgaben keinen Fortschritt für die Bedürftigen: "Hohe Sozialausgaben sind kein Selbstzweck", sagte Wagenknecht der "Welt am Sonntag". (Politik, 29.04.2017 - 16:21) weiterlesen...

Bericht: Viele Leihkräften rutschen bei Arbeitslosigkeit direkt in Hartz-IV-Bezug Fast 130.000 Leiharbeitsbeschäftigte, die im vergangenen Jahr arbeitslos geworden sind, haben nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit keine Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung erhalten: Stattdessen rutschten sie nach Ende des Arbeitsverhältnisses direkt in den Hartz-IV-Bezug, berichtet die "Berliner Zeitung" (Freitagssausgabe). (Politik, 28.04.2017 - 01:01) weiterlesen...

IG-Metall-Vorstand: Stille Sympathien für rechtes Denken unter Mitgliedern IG-Metall-Vorstand Hans-Jürgen Urban erkennt unter Gewerkschaftsmitgliedern "stille Sympathien" für rechtes Gedankengut. (Politik, 27.04.2017 - 18:36) weiterlesen...