Kirche, Religion

Der Papst setzt bei seinem Ägypten-Besuch ein starkes Zeichen für das friedliche Miteinander der Religionen.

29.04.2017 - 09:30:06

Starke Sicherheitsvorkehrungen - Papst Franziskus beendet mit großer Messe Ägypten-Reise. Als Brückenbauer ist er in das arabische Land gekommen.

Kairo - Papst Franziskus beendet heute seine Reise nach Ägypten mit einer großen Messer in der Hauptstadt Kairo. Auf einem Militärflugplatz hält er einen Gottesdienst, zu der etwa 25 000 Menschen erwartet werden.

Aus Angst vor Anschlägen findet die Zeremonie unter starken Sicherheitsvorkehrungen statt. Nach einem Treffen mit katholischen Geistlichen reist der Pontifex am Nachmittag wieder zurück nach Rom.

Franziskus hatte am ersten Besuchstag die Religionen zu einem verstärkten Einsatz gegen Extremismus und gegen Gewalt aufgerufen. Bei einer Rede an der Kairoer Al-Azhar-Universität, dem wichtigsten Lehrinstitut des sunnitischen Islams, verurteilte er Hass und «demagogischen Populismus». Zugleich warnte er davor, dass Religionen politisch missbraucht werde. Der Großimam von Al-Azhar, Ahmed Mohammed al-Tajjib, betonte, dass die Religion nicht für die «Verbrechen einer kleinen Gruppe ihrer Anhänger» verantwortlich gemacht werden dürfe. Der Koran rufe zum Frieden auf. 

In dem arabischen Land mit größtenteils muslimischer Bevölkerung sind rund zehn Prozent Christen, die meisten Kopten. Nur rund 270 000 Katholiken leben in Ägypten. Christen werden immer wieder Ziel von Anschlägen, erst vor knapp drei Wochen starben mehr als 40 Menschen bei einem Anschlag auf zwei koptische Kirchen im Norden des Landes. Die christliche Bevölkerung erhoffte sich, dass der Papst zu ihrem Schutz aufruft.

Als Zeichen seiner Nähe hatte Franziskus am Freitag auch das Oberhaupt der Kopten, Papst Tawadros II., getroffen und eine gemeinsame Erklärung zur Ökumene und weiteren Annäherung unterzeichnet.  

Der Argentinier ist erst der zweite Papst der Neuzeit, der das arabische Land besucht. Im Jahr 2000 war Johannes Paul II. in Kairo und auf dem Berg Sinai.  

@ dpa.de

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