Wahlen, Parteien

Der französische Präsidentschaftskandidat François Fillon kämpft ums politische Überleben.

05.03.2017 - 12:28:06

Präsidentschaftswahlkampf - Fillon will Rücktrittsforderungen mit Großkundgebung kontern. Gegen wachsende Kritik aus den eigenen Reihen mobilisiert der Konservative seine Anhänger - und seine Frau gibt erstmals ein Interview zur Affäre, die ihren Namen trägt.

Paris - Erstmals hat die Frau des angeschlagenen französischen Präsidentschaftskandidaten François Fillon sich öffentlich zum Verdacht einer Scheinbeschäftigung geäußert.

Sie habe als parlamentarische Mitarbeiterin «vielfältige Aufgaben» für ihren Mann übernommen, versicherte Penelope Fillon in einem Interview mit der Sonntagszeitung «Journal du Dimanche». Der Konservative kämpft wegen der Vorwürfe um sein politisches Überleben. Politiker aus dem eigenen Lager hatten in den vergangenen Tagen seinen Rückzug gefordert, um einen Ersatzkandidaten ins Rennen zu schicken.

«Ich habe ihm gesagt, dass er bis zum Ende weitermachen soll», sagte seine Frau. Mit einer Großkundgebung in Paris wollte Fillon am Sonntag seinen Kritikern entgegentreten. Die Anhänger des Konservativen sollten am Nachmittag (15.00 Uhr) in der Nähe des Eiffelturms demonstrieren. Einen Tag nach seinem 63. Geburtstag wollte Fillon damit ein Zeichen der Stärke setzen, sein Wahlkampf-Team hoffte auf bis zu 45 000 Teilnehmer. Für Montag hat die konservative Republikaner-Partei ein Führungstreffen angesetzt, um über die Lage zu beraten.

Ende Januar war bekanntgeworden, dass Penelope Fillon jahrelang als parlamentarische Mitarbeiterin für ihren Mann und dessen Nachfolger in der Nationalversammlung angestellt war. Über mehr als 15 Jahre bekam sie nach Abzug der Sozialbeiträge gut 680 000 Euro aus der Parlamentskasse. Das ist an sich legal, die Zeitung «Le Canard Enchaîné» hatte aber die Frage aufgeworfen, ob die gebürtige Waliserin tatsächlich dafür gearbeitet hatte. Die Justiz ermittelt wegen des Verdachts der Hinterziehung öffentlicher Mittel.

Penelope Fillon erklärte in dem Inteview, dass sie die Post für ihren Mann bearbeitet habe und Notizen für Veranstaltungen im Wahlkreis vorbereitet habe. Zudem habe sie eine lokale Presseschau erstellt. «Er brauchte jemanden, der diese vielfältigen Aufgaben übernimmt. Wenn ich das nicht gewesen wäre, hätte er jemand anderen dafür bezahlt.» Vor einigen Wochen hatte ein altes Interview aus dem Jahr 2007 für Schlagzeilen gesorgt, in dem Penelope Fillon erklärt hatte, sie sei niemals die Assistentin ihres Mannes gewesen. Ihr Anwalt hatte kritisiert, die Sätze seien aus dem Zusammenhang gerissen.

Penelope Fillon sagte nun weiter, dass sie gewusst habe, dass auch zwei ihrer Kinder zeitweise als Mitarbeiter ihres Mannes bezahlt wurden. «Alles war legal und ausgewiesen.» Dass ihr Name im Begriff «Penelopegate» mit einem Skandal verbunden worden sei, habe ihr sehr weh getan. «Das ist das Schlimmste, was ich in meinem Leben erlebt habe.»

Die Lage hatte sich für Fillon weiter zugespitzt, als er für Mitte März von Ermittlungsrichtern vorgeladen wurde. Dabei droht ihm die Eröffnung eines Verfahrens. Nach Zählung der Zeitung «Libération» sind inzwischen mehr als 250 Politiker der Republikaner und ihrer Verbündeten sowie Mitglieder des Wahlkampfteams von Fillon abgerückt. Selbst Fillons Kampagnen-Chef hatte seinen Rücktritt eingereicht.

Mehrere Politiker hatten zuletzt den früheren Premierminister Alain Juppé als möglichen Ersatzkandidaten ins Spiel gebracht, falls Fillon sich zurückzieht. Fillons Unterstützer verweisen jedoch auf das eindeutige Ergebnis, mit dem Fillon bei der Vorwahl des bürgerlichen Lagers im November zum Kandidaten gewählt wurde. Er hatte Juppé damals haushoch geschlagen.

Die Franzosen wählen ihren neuen Staatschef in zwei Runden am 23. April und am 7. Mai. Fillon war wegen der Affäre in der Wählergunst abgerutscht. Derzeit würden nach Umfragen die Rechtspopulistin Marine Le Pen und der sozial-liberale Kandidat Emmanuel Macron das Rennen unter sich ausmachen. Für die Stichwahl liegt Macron dabei klar vorn. Wegen der hohen Umfragewerte für die Rechtspopulistin Marine Le Pen findet der Wahlkampf auch international viel Beachtung.

@ dpa.de

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