Parteien, CSU

Der Druck auf CSU-Chef Horst Seehofer nimmt massiv zu: Mit der Jungen Union stellt sich der erste große Parteiverband öffentlich gegen ihn.

04.11.2017 - 11:14:05

Antrag mehrheitlich angenommen - Junge Union will «personellen Neuanfang» ohne Seehofer

Erlangen - Die bayerische Junge Union (JU) stellt sich offen gegen CSU-Chef Horst Seehofer und fordert einen Rückzug des 68-Jährigen spätestens im kommenden Jahr.

Ein Antrag, in dem mit Blick auf die Landtagswahl im Herbst 2018 ein «personeller Neuanfang» gefordert wird, wurde von einer Landesversammlung des CSU-Nachwuchses in Erlangen mit deutlicher Mehrheit angenommen.

«Für einen Erfolg bei der Landtagswahl im kommenden Jahr braucht es einen glaubwürdigen personellen Neuanfang», heißt es in dem Antrag der Jungen Union wörtlich. Und weiter: «Bei allen Verdiensten, die sich Horst Seehofer zweifellos in vielen Jahrzehnten für die CSU, Bayern und Deutschland erworben hat, muss er jetzt den Weg bahnen für einen geordneten Übergang an der Spitze der Staatsregierung.»

Seehofer steht seit dem CSU-Fiasko bei der Bundestagswahl intern unter Druck. Mehrere CSU-Bezirksvorstände forderten bereits jeweils mit großer Mehrheit einen «geordneten» personellen Übergang. Das waren allerdings interne Sitzungen. Die JU-Versammlung ist das erste große Gremium, das sich öffentlich gegen Seehofer stellt.

Offiziell, unter anderem vom CSU-Vorstand, war die Personaldebatte angesichts der laufenden Jamaika-Gespräche in Berlin vertagt worden. Das entscheidende Datum ist spätestens der Parteitag im Dezember.

Seehofer hätte eigentlich am Samstag bei der JU-Landesversammlung sprechen sollen - er hat aber am Freitag kurzfristig abgesagt. Er entschuldigte dies am Samstag mit den Jamaika-Gesprächen. «Wissen Sie, ich bin hier in historisch bedeutsamen Verhandlungen», sagte er vor unionsinternen Beratungen in Berlin. «Da darf kein Fehler passieren. Da muss man sich sehr vorbereiten.»

Auf die Frage, ob er nicht am Sonntag zum CSU-Nachwuchs nach Erlangen hätte fahren können, sagte er: «Am Sonntagvormittag haben sie ja einen Redner, den ich nicht verdrängen möchte ? Sie kennen den Namen.» Am Sonntag wird in Erlangen Bayerns Finanzminister Markus Söder als Redner erwartet. Er gilt als aussichtsreichster Kandidat für die Seehofer-Nachfolge.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

Grüne: Schmerzgrenze erreicht - Jamaika-Unterhändler: Verantwortung für das Land übernehmen. Entsprechend schwierig sind die Gespräche. Es handelt sich angesichts der Tiefe der Entscheidungen um «Sondierungen de luxe», quasi als Sondierung getarnte Koalitionsverhandlungen. (Politik, 19.11.2017 - 14:22) weiterlesen...

Chef-Unterhändler der Jamaika-Parteien beraten. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Verhandlungskreisen in Berlin. In der wohl entscheidenden Schlussrunde ihrer Sondierungen wollen die vier Parteien entscheiden, ob es eine gemeinsame Basis für die Aufnahme formeller Koalitionsverhandlungen gibt. Vor allem bei Migration und Klimaschutz gab es zunächst aber keine Einigung in den strittigsten Punkten. Berlin - In den Sondierungen für eine Jamaika-Koalition haben sich die Chef-Unterhändler von CDU, CSU, Grünen und FDP zu Beratungen zusammengesetzt. (Politik, 19.11.2017 - 14:16) weiterlesen...

Seehofer: CSU will stabile Regierung. «Ich glaube, wir brauchen ein Stückchen mehr Zeit, als bis 18.00 Uhr», sagte er beim Eintreffen am Verhandlungsort in Berlin angesichts der verfahrenen Lage bei den Beratungen mit CDU, FDP und Grünen. Die CSU sei «willens, auch eine stabile Regierung zu bilden». Berlin - CSU-Chef Horst Seehofer hat sich vor der wohl entscheidenden Jamaika-Verhandlungsrunde dazu bekannt, nach Lösungen für eine stabile Regierung zu suchen. (Politik, 19.11.2017 - 13:56) weiterlesen...

Grüne an Jamaika-Partner: Verantwortung übernehmen. Man müsse bereit sein, sich zu bewegen, aus Verantwortung oder auch «Patriotismus für das Land». Das sagte Grünen-Chef Cem Özdemir mit Blick auf die weltweiten Krisen und den stärker werdenden Rechtspopulismus in Europa. Dies hätten die Grünen in den Verhandlungen auch über die Schmerzgrenze hinaus getan. Jetzt stelle sich die Frage, ob diese Verantwortung für das Land für alle gelte. Berlin - Angesichts der verfahrenen Lage in den Jamaika-Sondierungen hat die Grünen-Spitze an die Verhandlungspartner von CDU, CSU und FDP appelliert, Verantwortung für Deutschland zu übernehmen. (Politik, 19.11.2017 - 12:50) weiterlesen...

Diskussion über Urwahl - Machtkampf in der CSU eskaliert. Die Spaltung der Partei wird von Tag zu Tag tiefer. Mitten in der Schlussphase der Jamaika-Sondierungen erreicht der Machtkampf um Horst Seehofers Erbe in Bayern einen neuen Höhepunkt. (Politik, 19.11.2017 - 12:30) weiterlesen...

Entscheidende Jamaika-Sondierungsrunde hat begonnen. Die vier Parteien hatten gestern Fortschritte erzielt. Bei den Themen Migration sowie Klimaschutz und Energie gibt es aber noch keine Einigung in den strittigsten Punkten. Beide Bereiche sollten am Sonntagnachmittag erneut aufgerufen werden. In Teilnehmerkreisen hieß es, wenn das Thema Migration gelöst werde, käme man auch bei Klimaschutz und Energie zusammen. Berlin - Die Unterhändler von CDU, CSU, FDP und Grünen sind zur entscheidenden Sondierungsrunde für eine Jamaika-Koalition zusammengekommen. (Politik, 19.11.2017 - 11:56) weiterlesen...