Geheimdienste, Gesundheit

Der Bundesnachrichtendienst (BND) registriert in bestimmten Mitarbeitergruppen einen Anstieg von Langzeiterkrankten.

14.12.2016 - 15:24:45

Bericht: BND registriert Anstieg von Langzeiterkrankten

Besonders betroffen sei der mittlere Dienst, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion. So ergebe eine der Antwort beigefügte Statistik des Kanzleramts, dass im mittleren Dienst des BND im Vergleich zu den anderen Laufbahngruppen (einfacher, gehobener und höherer Dienst) Krankschreibungen von 30 Tagen und mehr am Stück überdurchschnittlich lange dauern.

Betrug die Anzahl der Krankheitstage pro langzeiterkranktem Mitarbeiter in dieser Laufbahngruppe vor drei Jahren durchschnittlich 70,34 Tage, was einem Krankenstand von 28,03 Prozent entspricht, waren es im Jahr 2015 schon 75,67 Tage (30,15 Prozent), schreibt die Zeitung. Zum mittleren Dienst im BND zählen etwa Personen, die für Fernmelde- und Elektronische Aufklärung zuständig sind oder mit operativer Nachrichtenbeschaffung und Auswertung zu tun haben. Auch im gehobenen Dienst haben die Fehlzeiten bei Mitarbeitern, die sich längere Zeit krank gemeldet haben, zugenommen, während sie bei Mitarbeitern im einfachen und im höheren Dienst abgenommen haben, berichtet das "Handelsblatt" weiter. Auch insgesamt sei der Krankenstand beim BND gestiegen. Waren laut der Statistik im Jahr 2013 die einzelnen Mitarbeiter durchschnittlich 15,92 Tage krankgeschrieben, was einer Quote von 6,34 Prozent entspricht, waren es zwei Jahre später schon 17,58 Tage (7,01 Prozent). Für dieses Jahr ? Stand November - verzeichnet die Statistik zwar einen Rückgang der Fehlzeiten, schreibt die Zeitung. Allerdings gebe das Kanzleramt zu bedenken, dass die Werte mit der Dezember-Auswertung "noch leicht steigen" würden. Über die Gründe des Krankenstands teilte das Kanzleramt nichts mit. Die SPD forderte vom BND, genau zu analysieren, wo die Gründe für solch einen "überdurchschnittlich hohen" Krankenstand lägen. Dann sollten die Verantwortlichen entsprechende Konsequenzen ziehen, sagte der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Burkhard Lischka, dem "Handelsblatt". "Angesichts der angespannten Sicherheitslage darf es auf gar keinen Fall sein, dass dadurch die Arbeitsfähigkeit in irgendeiner Art und Weise beeinträchtigt wird." Martina Renner, Obfrau der Linksfraktion im NSA-Untersuchungsausschuss, wertet die Entwicklung als "eindeutiges Zeichen für erhebliche Missstände in der Behörde". "Diese dürften auch in einer ungesunden Betriebskultur begründet liegen, die Mitarbeiter zu strengster Geheimhaltung auch gegenüber ihrem familiären Umfeld bezüglich einer latent grenzüberschreitenden Tätigkeit verpflichtet", sagte Renner dem "Handelsblatt".

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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