Terrorismus, Explosionen

Der Applaus ist gerade verklungen, da explodiert die Bombe.

23.05.2017 - 17:18:06

IS bekennt sich zu Bombe - Terror gegen Teenager: 22 Opfer bei Anschlag in Manchester. Tausende Fans des Popstars Ariana Grande rennen um ihr Leben. Es ist das blutigste Attentat in Großbritannien seit über zehn Jahren. Die Terrormiliz IS rühmt sich der Tat.

  • Tote bei Konzert in Manchester - Foto: Rui Vieira/AP/

    Polizeifahrzeuge blockieren eine Straße in der Nähe der Manchester Arena. Foto: Rui Vieira/AP/

  • Krankenwagen - Foto: Peter Byrne/PA Wire

    Kurz nach der Explosion rasten Krankenwagen zur Manchester Arena. Hubschrauber kreisten über dem Areal. Foto: Peter Byrne/PA Wire

  • Hilfe - Foto: Joel Goodman/London News Pictures via ZUMA

    Ein Polizist hilft unweit des Explosionsortes einer verletzten Frau. Foto: Joel Goodman/London News Pictures via ZUMA

  • Absperrung - Foto: Peter Byrne/PA Wire

    Polizisten haben die Innenstadt der nordenglischen Metropole Manchester abgeriegelt. Foto: Peter Byrne/PA Wire

  • Schwer bewaffnet - Foto: Peter Byrne/PA Wire

    Schwer bewaffnete Polizisten in der Innenstadt von Manchester. Vor allem Kinder und Jugendliche zählten zu den Besuchern des Konzerts. Foto: Peter Byrne/PA Wire

  • Nach dem Anschlag - Foto: Joel Goodman/London News Pictures via ZUMA

    Polizisten und andere Einsatzkräfte kümmern sich um eine verletzte Frau. Bei dem Anschlag verloren mehr als 20 Menschen ihr Leben. Foto: Joel Goodman/London News Pictures via ZUMA

  • Road closed - Foto: Rui Vieira

    Eine Absperrung unweit des Anschlagortes. Nach Angaben der Ermittler war ein Selbstmordattentäter für das Blutbsd verantwortlich. Foto: Rui Vieira

  • Spurensuche - Foto: Danny Lawson/PA Wire

    Eine Polizistin in einem weißen Overall passiert die Brücke, die die Manchester Arena mit der Victoria Station verbindet. Foto: Danny Lawson/PA Wire

Tote bei Konzert in Manchester - Foto: Rui Vieira/AP/Krankenwagen - Foto: Peter Byrne/PA WireHilfe - Foto: Joel Goodman/London News Pictures via ZUMAAbsperrung - Foto: Peter Byrne/PA WireSchwer bewaffnet - Foto: Peter Byrne/PA WireNach dem Anschlag - Foto: Joel Goodman/London News Pictures via ZUMARoad closed - Foto: Rui VieiraSpurensuche - Foto: Danny Lawson/PA Wire

Manchester - Ein Terroranschlag auf ein Popkonzert in Manchester mit vielen jugendlichen Fans hat Großbritannien schwer erschüttert. Ein mutmaßlich islamistischer Selbstmordattentäter zündete im Eingang der Konzerthalle eine Bombe und riss mindestens 22 Menschen mit in den Tod.

Viele der 59 Verletzten in Manchester wurden schwer verletzt und waren am Dienstag teils noch in Lebensgefahr.

Regierungschefin Theresa May nannte die Tat besonders «abstoßend und abscheulich», da wehrlose Kinder und Jugendliche das Ziel waren. behauptet, für die Tat am Montagabend verantwortlich zu sein. In gut zwei Wochen wählen die Briten ein neues Parlament, der Wahlkampf wurde unterbrochen.

Der Täter hatte am späten Montagabend am Ende eines Popkonzerts von Teenie-Star Ariana Grande seine selbstgebaute Bombe gezündet, sagte May nach einer Sitzung des Sicherheitskabinetts in London. «Er hat Zeit und Ort absichtlich so gewählt, .» Den Rettungskräften zufolge waren unter den Verletzten zwölf Kinder und Jugendliche unter 16. Eine Achtjährige starb.

Der IS erklärte, ein habe eine Bombe platzieren können. Anhänger des IS feierten die Tat in sozialen Netzwerken. US-Präsident Donald Trump verurteilte den Anschlag auf das Schärfste. «So viele junge Menschen sind von bösartigen Verlierern ermordet worden», sagte Trump bei seinem Besuch in Bethlehem.

Die Polizei geht bei dem Angriff von einem Einzeltäter aus. «Am wichtigsten ist es, jetzt herauszufinden, oder als Teil eines Netzwerks», sagte Ermittler Ian Hopkins in Manchester. May sagte, die Polizei kenne wahrscheinlich die Identität des Täters, wolle aber noch keine Details nennen.

Am Mittag wurde im Süden Manchesters ein 23 Jahre alter Mann festgenommen. Welche Verbindung er zu dem Attentäter hat, war zunächst unklar.

«Es gibt jetzt keinen Zweifel daran, dass die Bevölkerung Manchesters und dieses Landes Opfer eines eiskalten terroristischen Angriffs geworden ist», sagte May, die am Nachmittag mit Innenministerin Amber Rudd in Manchester eintraf.

Der Wahlkampf vor den Parlamentswahlen am 8. Juni ist unterbrochen. Es ist dies der schwerste Terroranschlag in Großbritannien seit 2005. Damals zündeten vier Muslime mit britischem Pass in der U-Bahn und einem Bus Sprengsätze. 56 Menschen starben, etwa 700 wurden verletzt.

Die Explosion hatte sich am späten Montagabend im Foyer der Manchester Arena ereignet, einer Konzerthalle, die bis zu 21 000 Besuchern Platz bietet. Zeugen berichteten von einem Knall im Eingangsbereich zwischen Halle und Victoria-Bahnhof nach dem letzten Lied Grandes gegen 22.30 Uhr Ortszeit (23.30 Uhr MESZ).

Laut Augenzeugen spielten sich dramatische Szenen ab. Konzertbesucher flüchteten in Panik, Opfer lagen blutüberströmt am Boden. «Ich sah ein kleines Mädchen (...) sie hatte keine Beine mehr», sagte ein Zeuge dem Sender Sky News. Metallteile und Splitter lagen den Berichten zufolge am Boden. Auch Stunden nach dem Anschlag suchten Angehörige noch nach vermissten Konzertbesuchern.

Popstar Grande war angesichts der Ereignisse «am Boden zerstört». «Aus tiefstem Herzen: Es tut mir so leid. Mir fehlen die Worte», schrieb die 23-Jährige auf Twitter. In Manchester boten Anwohner den Betroffenen Unterschlupf an; bei Twitter gab es dafür den Hashtag #roominmanchester. Im Etihad-Stadion, dem Heimstadion von Manchester City, wurde ein Notfallzentrum eingerichtet. Die Polizei bat Hilfesuchende, sich dorthin zu begeben.

Der unmittelbar neben der Halle liegende Bahnhof Manchester Victoria war gesperrt, Hunderte Polizisten waren im Einsatz. Bewohner wurden aufgefordert, das Stadtzentrum weiterhin zu meiden. Auch in der Hauptstadt London wurden die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt.

Queen Elizabeth II. erklärte, die ganze Nation stehe unter Schock. Der Anschlag löste weltweit Betroffenheit aus. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) äußerte sich entsetzt. «Es ist unbegreiflich, dass jemand , um so vielen Menschen den Tod zu bringen oder ihnen schwere Verletzungen zuzufügen». Die Kanzlerin und und CSU-Chef Horst Seehofer sagten aus Mitgefühl mit den Terroropfern eine Wahlkampfveranstaltung in München ab.

@ dpa.de

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