Kriminalität, Amoklauf

Der Amoklauf in München hat vor einem Jahr die ganze Stadt in einen Ausnahmezustand versetzt.

22.07.2017 - 11:28:05

Mahnmal erinnert an neun Opfer - Jahrestag des Münchner Amoklaufs: «Ins Mark getroffen». Zum heutigen Jahrestag wird neben der provisorischen Erinnerungsstelle ein offizieller Gedenkort eröffnet.

  • Mahnmal Für Euch - Foto: Peter Kneffel

    Das Mahnmal "Für Euch" von Elke Härtel - in Form eines Ringes um einen Baum - wird heute der Öffentlichkeit übergeben. Foto: Peter Kneffel

  • Gedenken - Foto: Peter Kneffel

    Bilder, Briefe und Blumen in der Nähe des Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) in Gedenken an die Opfer des Amoklaufes vor einem Jahr. Foto: Peter Kneffel

  • Holzkreuz zum Amoklauf vor OEZ - Foto: Peter Kneffel/Archiv

    Ein Holzkreuz mit der Aufschrift «Warum nur!» hängt vor dem OEZ. Foto: Peter Kneffel/Archiv

Mahnmal Für Euch - Foto: Peter KneffelGedenken - Foto: Peter KneffelHolzkreuz zum Amoklauf vor OEZ - Foto: Peter Kneffel/Archiv

München - Am ersten Jahrestag des Münchner Amoklaufs haben Angehörige der Opfer und Spitzen der Politik der Getöteten gedacht. «Der Amoklauf vor einem Jahr hat ganz Bayern ins Mark getroffen», sagte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) bei der Gedenkfeier am Olympia-Einkaufszentrum (OEZ).

Kein Name, kein Gesicht dürfe vergessen werden. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) sagte, Tag und Ort seien mit unerträglichen Erinnerungen verbunden.

Der 18 Jahre David S. hatte vor einem Jahr am OEZ neun Menschen erschossen, vorwiegend Jugendliche mit Migrationshintergrund. Danach tötete er sich selbst. Der Amoklauf hatte die Stadt für Stunden in einen Schockzustand versetzt. An mehr als 70 Orten meldeten Menschen Schüsse, in zwei Fällen sogar Geiselnahmen - obwohl nur am OEZ geschossen worden war.

Das Motiv des psychisch kranken Schülers war den Ermittlern zufolge persönliche Kränkung durch jahrelanges Mobbing. Sein Hass richtete sich demnach gegen Jugendliche, die von Alter, Aussehen, Herkunft und Lebensstil denen ähnelten, die ihn über Jahre gedemütigt haben sollen.

«Bei allem Schrecken, den der 22. Juli 2016 über uns gebracht hat, bin ich unendlich dankbar für die Mitmenschlichkeit», sagte Seehofer. In der Amoknacht hatten viele Münchner für Schutzsuchende ihre Wohnung geöffnet. Reiter betonte: «Wenn Amokläufer und Attentäter etwas gemeinsam haben, dann, dass sie Misstrauen, dass sie Angst und dass sie Hass verbreiten wollen. Doch ich sage ganz deutlich: Dieses zynische Kalkül ist weder in unserer Stadt noch in den anderen betroffenen Städten aufgegangen.»

Am Tatort vor dem Olympia-Einkaufszentrum wird ein Gedenkort der Öffentlichkeit übergeben. Das Mahnmal «Für Euch» besteht aus einem Gingko-Baum, den ein zwei Meter hoher Edelstahlring, umfasst. Der Ring trägt wie ein Schmuckstück neun Steine, an deren Innenseite die Namen und Bilder der Todesopfer zu sehen sind.

@ dpa.de

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