Gesellschaft, Szene

Berlin - In der NS-Zeit drohte ihnen Konzentrationslager und Zwangskastration, heute sind Schwule und Lesben Heterosexuellen rechtlich fast gleichgestellt.

20.06.2017 - 16:34:06

Chronologie - Meilensteine der Homosexuellen-Bewegung in Deutschland

1949: Die neu gegründete Bundesrepublik lässt den von den Nazis verschärften Strafrechts-Paragrafen 175 bestehen. Er bestraft «widernatürliche Unzucht zwischen Männern» egal welchen Alters.

1969: Die sozialliberale Regierung von Willy Brandt entschärft den Paragrafen 175. Ab dem 1. September ist praktizierte männliche Homosexualität unter Erwachsenen nicht mehr strafbar.

1971: «Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt» von Rosa von Praunheim wird uraufgeführt. Der Film kritisiert die Gesellschaft, aber auch die verzagte Schwulen-Szene.

1972: In Münster findet die erste Schwulendemo in der Geschichte der Bundesrepublik statt.

1979: In Bremen und Berlin finden erstmals Demos als Christopher Street Day (CSD) statt.

1990: Erster schwuler Fernsehkuss in der ARD-Serie «Lindenstraße». Bei RTL geht die Komikerin Hella von Sinnen bereits seit 1988 in der Spielshow «Alles Nichts Oder?!» offen mit ihrem Lesbischsein um.

1991: In der RTL-Show «Explosiv - Der heiße Stuhl» outet Rosa von Praunheim in ihrer Abwesenheit Hape Kerkeling und Alfred Biolek.

1994: Der «Schwulenparagraf» 175 fällt. Im Westen Deutschlands galt ein höheres Schutzalter für gleichgeschlechtlichen Sex als im Osten.

2001: Die eingetragene Lebenspartnerschaft für Homosexuelle wird deutschlandweit eingeführt.

2001: Der Spitzenkandidat der Berliner SPD, Klaus Wowereit, improvisiert auf einem Sonderparteitag den Satz «Ich bin schwul, und das ist auch gut so».

2009: Als erster offen schwuler Politiker wird FDP-Chef Guido Westerwelle Vizekanzler und Außenminister.

2014: Dreizehn Jahre nach Einführung der eingetragenen Lebenspartnerschaft leben und wohnen 84 000 Menschen so zusammen.

@ dpa.de

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