Wahlen, Parlament

Bei der Parlamentswahl nimmt Frankreich Staatschef Macron Kurs auf eine historische Mehrheit.

12.06.2017 - 12:08:05

«Starkes Votum für Reformen» - Hoffnung und Erleichterung in Europa nach Macrons Wahlerfolg. Das politische System wird im Nachbarland völlig umgekrempelt. Kanzlerin Merkel setzt auf Reformen beim wichtigsten EU-Partner.

  • Macron in Le Touquet - Foto: Thibault Camus

    Der französische Präsident Emanuel Macron begrüßt seine Anhänger. Foto: Thibault Camus

  • Macron - Foto: Kamil Zihnioglu

    Frankreichs neu gewählter Präsident Emmanuel Macron möchte vor allem Frankreichs Wirtschaft wieder in Schwung bringen. Foto: Kamil Zihnioglu

  • Macron nach der Stimmabgabe - Foto: Emmanuel Macron

    Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron und seine Ehefrau Brigitte nach der Stimmabgabe in Le Touquet. Foto: Emmanuel Macron

  • Wahllokal in Lyon - Foto: Laurent Cipriani

    Blick in ein Wahllokal in Lyon. Foto: Laurent Cipriani

  • Wahlplakate in Paris - Foto: Francois Mori

    Wahlplakate in Paris. Foto: Francois Mori

  • Emmanuel Macron - Foto: Francois Mori

    Der französische Präsident, Emmanuel Macron, wartet vor dem Elysee-Palast in Paris auf die Ankunft des Präsidenten aus dem Senegal. Foto: Francois Mori

Macron in Le Touquet - Foto: Thibault CamusMacron - Foto: Kamil ZihniogluMacron nach der Stimmabgabe - Foto: Emmanuel MacronWahllokal in Lyon - Foto: Laurent CiprianiWahlplakate in Paris - Foto: Francois MoriEmmanuel Macron - Foto: Francois Mori

Paris/Brüssel - Der Durchmarsch des Mitte-Lagers von Staatspräsident Emmanuel Macron bei der französischen Parlamentswahl wird in Deutschland und Europa begrüßt.

«Starkes Votum für Reformen», ließ Bundeskanzlerin Angela Merkel über Regierungssprecher Steffen Seibert mitteilen. Sie gratulierte Macron zum «großen Erfolg seiner Partei» im ersten Wahlgang.

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz teilte über Twitter mit: «Freue mich über das gute Ergebnis für Emmanuel Macron.» Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) erklärte: «Der erneute Erfolg zeigt: Macron überzeugt - nicht nur in Frankreich, sondern auch in und für Europa!»

Macrons junge Partei La République en Marche und ihre Verbündeten gewannen am Sonntag aus dem Stand 32,3 Prozent der Stimmen und steuern wegen des Mehrheitswahlrechts auf eine absolute Mehrheit in der Nationalversammlung zu. Die Entscheidung fällt bei der Stichwahl am kommenden Sonntag (18. Juni).

Macron (39) strebt eine breite Basis für sein Reformprogramm an. Der bislang jüngste französische Präsident will vor allem die Wirtschaft ankurbeln und den Terrorismus bekämpfen.

Der Vizepräsident des EU-Parlaments, Alexander Graf Lambsdorff (FDP), sagte im Bayerischen Rundfunk, der neue französische Präsident wolle Europa nach vorn bringen und Frankreich von innen heraus stark machen. Das sei auch im Interesse Deutschlands. Der europäische Grünen-Chef Reinhard Bütikofer forderte, Macron zu unterstützen, die Lage in Frankreich zum Besseren zu wenden. «Europa muss auf den Erfolg von Macron setzen und für die gemeinsamen Ziele unserer Union mit ihm kooperieren.»

Laut Meinungsforschern kann das Macron-Lager bei der entscheidenden Runde mit 400 bis 455 der 577 Sitze in der Nationalversammlung rechnen. «Als Neuling in der Politik ist Emmanuel Macron dabei, den spektakulärsten Grand-Slam der Fünften Republik zu gewinnen», kommentierte die Tageszeitung «Libération». Die Fünfte Republik wurde 1958 gegründet.

Gut einen Monat nach Macrons Wahl zum Staatschef war der Auftakt der Parlamentswahl eine weitere herbe Niederlage für die traditionellen Regierungsparteien der Sozialisten und der bürgerlichen Rechten. La République en Marche trat erstmals bei einer Parlamentswahl an. Der Präsident dürfte eine so breite Mehrheit in der Nationalversammlung bekommen wie keiner seiner Vorgänger in der Geschichte der Fünften Republik. Überschattet wurde das Ergebnis allerdings von einem Negativ-Rekord bei der Wahlbeteiligung.

In fast allen 577 Wahlkreisen fällt die endgültige Entscheidung erst in der Stichwahl zwischen den stärksten Kandidaten. Pro Wahlkreis wird ein Abgeordneter gewählt. Im ersten Wahlgang braucht es für einen Sieg die absolute Mehrheit - das schafft kaum jemand.

Die bürgerliche Rechte um die konservativen Republikaner kam auf etwa 21,6 Prozent und kann laut dem Institut Ipsos mit 70 bis 110 Mandaten rechnen. Einen dramatischen Absturz legten die Sozialisten von Macrons Vorgänger François Hollande hin, die bislang die Nationalversammlung dominiert hatten. Sie kamen nur noch auf 7,4 Prozent, auch gemeinsam mit nahestehenden Kandidaten reichte es nicht für ein zweistelliges Ergebnis.

Auch die Kräfte von Rechts- und Linksaußen blieben schwächer als gedacht. Die Front National von Rechtspopulistin Marine Le Pen kam auf gerade einmal 13,2 Prozent. Das Ziel, erstmals seit 1988 eine Fraktion bilden zu können, dürfte damit hinfällig sein, die nötigen 15 Abgeordneten sind außer Reichweite - ein Misserfolg nach dem deutlich besseren Ergebnis Le Pens bei der Präsidentenwahl. Die Linkspartei La France Insoumise von Jean-Luc Mélenchon kam auf knapp 11 Prozent.

Gegner Macrons warnten vor einer zu großen Mehrheit für dessen Partei und riefen dazu auf, im zweiten Wahlgang die Opposition zu stärken. Nur jeder zweite Franzose ging am Sonntag ins Wahllokal, so wenige wie noch nie bei einer Parlamentswahl in der Fünften Republik.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

Zweite Runde im Dezember - Schwierige Präsidentschaftswahl in Chile. Der Ausgang der Stichwahl gegen den Kandidaten des Regierungslagers ist ungewiss. Beide brauchen viele Stimmen von Außenseitern. Der konservative Ex-Präsident Piñera gewinnt die erste Runde der Präsidentschaftswahl in Chile, verfehlt aber die absolute Mehrheit. (Politik, 20.11.2017 - 18:02) weiterlesen...

Ausgang ungewiss - Stichwahl in Chile: Konservativer gegen Mitte-Links-Kandidat. Ob er sich in der Stichwahl gegen den Kandidaten des Regierungslagers, Guillier, durchsetzen kann, erscheint aber ungewiss. Der konservative Ex-Präsident gewinnt die erste Wahlrunde klar, verfehlt aber die absolute Mehrheit. (Politik, 20.11.2017 - 07:58) weiterlesen...

Piñera siegt bei Präsidentenwahl in Chile. Santiago de Chile - Der konservative Unternehmer Sebastián Piñera hat die Präsidentenwahl in Chile nach ersten Hochrechnungen klar gewonnen, allerdings die absolute Mehrheit verfehlt. Nach Auszählung von 82 Prozent der Stimmen erreichte der 67-Jährige 36,7 Prozent, für Alejandro Guillier, den Bewerber der Allianz von Sozialisten, Sozialdemokraten und Kommunisten, votierten 22,6 Prozent. Zwischen den beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen wird es am 17. Dezember zu einer Stichwahl kommen. Piñera siegt bei Präsidentenwahl in Chile (Politik, 20.11.2017 - 01:04) weiterlesen...

Chile wählt Präsidenten. Santiago de Chile - Die Chilenen haben den Nachfolger der scheidenden Staatschefin Michelle Bachelet gewählt. Als Favorit unter den acht Kandidaten gilt der konservative Unternehmer Sebastián Piñera, der bereits 2011-2014 das Amt innehatte. Allen Prognosen zufolge wird es aber am 17. Dezember zu einer Stichwahl mit dem unabhängigen Journalisten Alejandro Guillier kommen, dem Bewerber der Mitte-Links-Koalition «Fuerza de Mayoría». Wahlberechtigt waren 14,3 Millionen Bürger. Die Ergebnisse sollten am frühen Morgen bekanntgegeben werden. Chile wählt Präsidenten (Politik, 19.11.2017 - 22:58) weiterlesen...

Chile wählt Nachfolger der Präsidentin Bachelet. Als Favorit unter den acht Kandidaten gilt der konservative Unternehmer Sebastián Piñera, der bereits 2011-2014 das Amt innehatte. An zweiter Stelle in der Wählergunst steht nach Umfragen der Bewerber der Koalition von Sozialisten, Sozialdemokraten und Kommunisten, der unabhängige Journalist Alejandro Guillier. Piñera könnte nach den letzten Umfragen nicht die absolute Mehrheit erreichen. Es müsste dann eine Stichwahl zwischen den beiden meistgewählten Kandidaten stattfinden. Santiago de Chile - Chile wählt heute den Nachfolger der Staatschefin Michelle Bachelet. (Politik, 19.11.2017 - 03:30) weiterlesen...