Konflikte, Autonomie

Barcelona - Bei den katalanischen Separatisten ist Streit über das weitere Vorgehen angesichts der vom spanischen Regierungschef Mariano Rajoy gestellten Ultimaten ausgebrochen.

13.10.2017 - 10:22:07

Polit-Krise in Spanien - Kataloniens Separatisten streiten: Dialog oder Konfrontation. Kräfte um Regionalregierungschef Carles Puigdemont hoffen weiter auf einen Dialog mit der Zentralregierung in Madrid.

Dagegen wollen radikalere Gruppen den offenen Bruch mit Spanien. Puigdemont bleibt nur noch wenig Zeit bis zum Ablauf der Ultimaten am Donnerstag kommender Woche. Danach droht seine Entmachtung und die Übernahme der Verwaltung des bisher autonomen Kataloniens durch Madrid.

Die Katalanische Nationalversammlung (ANC), der Dachverband mehrerer Hundert separatistischer Bürgerinitiativen, forderte, die vergangenen Dienstag von Puigdemont angekündigte und gleich wieder ausgesetzte Unabhängigkeit sofort in Kraft zu setzen. Zur Aufschiebung der Unabhängigkeitserklärung, um Zeit für Gespräche mit der Zentralregierung zu lassen, meinte die ANC laut einem Bericht der Zeitung «La Vanguardia» vom Freitag: «Da der spanische Staat jeden Vorschlag für einen Dialog ablehnt, macht das überhaupt keinen Sinn mehr».

Ähnlich hatte sich zuvor schon die linksradikale Partei CUP geäußert, die die Minderheitsregierung von Puigdemont im Regionalparlament stützt. Auch die gemäßigt linke Partei ERC, die zu Puigdemonts Wahlbündnis Junts pel Sí gehört, betonte, Puigdemont habe mit seiner Rede am vergangenen Dienestag bereits die Unabhängigkeit der wirtschaftsstarken Region ausgerufen. Hingegen betonte der Abgeordnete des spanischen Zentralparlaments in Madrid, Jordi Xuclà, der Puigdemonts Partei PDeCAT gehört, die Unabhängigkeit sei noch gar nicht bindend erklärt worden.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Bei Unabhängigkeitserklärung droht Puigdemont Festnahme. Generalstaatsanwalt José Manuel Maza bestätigte Medienberichte, wonach die oberste Anklagebehörde einen Strafantrag wegen Rebellion vorbereitet für den Fall, dass Puigdemont in den nächsten Tagen die Loslösung Kataloniens von Spanien erklärt. Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy hatte die Absetzung der separatistischen Regionalregierung in Barcelona angekündigt und Neuwahlen in Aussicht gestellt. Madrid - Dem katalanischen Regierungschef Carles Puigdemont droht bei Ausrufung der Unabhängigkeit seiner Region von Spanien die sofortige Inhaftierung. (Politik, 22.10.2017 - 11:50) weiterlesen...

Zwangsmaßnahmen - Madrid macht Ernst: Separatisten in Katalonien vor dem Aus. Neben anderen Zwangsmaßnahmen soll der separatistische Regierungschef Puigdemont abgesetzt werden. Aus Protest gehen Hunderttausende in Barcelona auf die Straße. Die Unabhängigkeitsbefürworter wollen weiterkämpfen. Madrid fährt in Katalonien schwere Geschütze auf. (Politik, 22.10.2017 - 10:24) weiterlesen...

Regionalregierung von Katalonien soll abgesetzt werden. Mit dieser und weiteren Zwangsmaßnahmen will man den Bestrebungen der Region zur Loslösung von Spanien ein Ende setzen. Kataloniens Präsident Puigdemont wies die angekündigten Maßnahmen als «Putsch» zurück. In seiner TV-Ansprache beteuerte er, man werde «weiter kämpfen». Madrid - Madrid greift härter als erwartet durch: Im Konflikt um die Unabhängigkeitsbestrebungen in Katalonien hat der spanische Regierungschef Rajoy die Absetzung des katalanischen Ministerpräsidenten Puigdemont und aller Kabinettsmitglieder angekündigt. (Politik, 22.10.2017 - 08:02) weiterlesen...

Madrid macht Ernst: Separatisten in Katalonien vor dem Aus. Der spanische Regierungschef Mariano Rajoy kündigte die Absetzung des katalanischen Ministerpräsidenten Carles Puigdemont und aller Kabinettsmitglieder an. Mit dieser und weiteren Zwangsmaßnahmen will Madrid den Bestrebungen der Region zur Loslösung von Spanien ein Ende setzen. Der Countdown läuft: Nach der Billigung durch den Senat am Freitag sollen die Vorkehrungen umgesetzt werden. Innerhalb von sechs Monaten soll es in Katalonien Neuwahlen geben. Puigdemont wies am späten Abend die Maßnahmen als «Putsch» zurück. Madrid - Die Tage der separatistischen Regierung Kataloniens scheinen gezählt. (Politik, 22.10.2017 - 04:48) weiterlesen...

Harte Hand gegen Separatisten: Rajoy kündigt Regierungsabsetzung an. Der Ministerpräsident kündigte die Absetzung der separatistischen Regionalregierung in Barcelona sowie die Ausrufung von Neuwahlen zum Regionalparlament innerhalb von sechs Monaten an. Der katalanische Präsident Carles Puigdemont hüllte sich lange in Schweigen. Nachdem er aber in Barcelona an einer Protestkundgebung von Hunderttausenden Separatisten teilgenommen hatte, wies er die angekündigten Maßnahmen als «Putsch» zurück. Madrid - Im Konflikt um die Unabhängigkeitsbestrebungen in Katalonien greift der spanische Regierungschef Mariano Rajoy mit harter Hand durch. (Politik, 21.10.2017 - 21:48) weiterlesen...

Rund 450 000 Menschen protestieren in Barcelona gegen Madrid. Die Demonstranten forderten die Freilassung von zwei führenden Aktivisten der separatistischen Bewegung. Die Polizei der katalanischen Hauptstadt schätzte die Zahl der Teilnehmer auf rund 450 000. Kurz vor Beginn der Kundgebung hatte der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy Zwangsmaßnahmen zur Beendigung der Loslösungsbestrebungen Kataloniens bekanntgegeben. Barcelona - Hunderttausende Anhänger der Unabhängigkeitsbewegung der spanischen Region Katalonien sind in Barcelona auf die Straße gegangen, um gegen die Zentralregierung in Madrid zu protestieren. (Politik, 21.10.2017 - 19:30) weiterlesen...