Regierung, Präsident

Auf Barack Obamas Ex-Berater David Axelrod wirkte Donald Trumps Kabinettssitzung «nordkoreanisch»: Die übertrieben überschwänglichen Danksagungen seiner Minister sorgten weltweit für beißenden Spott.

13.06.2017 - 15:42:06

«Wirkte nordkoreanisch» - Lobhudelei zuhauf: Spott über bizarre Trump-Kabinettssitzung

Washington - US-Präsident Donald Trump und seine Kabinettsmitglieder haben sich mit einer bizarren Kabinettssitzung Hohn und Spott im In- und Ausland eingehandelt. Trump hatte fünf Monate nach Amtsantritt erstmals sein gesamtes Kabinett um sich versammelt.

Wie bei einer Schulveranstaltung hatte er vor laufenden Kameras seine Kabinettskollegen um eine Vorstellungsrunde gebeten. Die Minister nutzten diese, um in übertrieben-überschwänglicher Weise dem Präsidenten zu huldigen.

Vizepräsident Mike Pence etwa erklärte, es sei «das größte Privileg seines Lebens, als Vizepräsident dem Präsidenten zu dienen, der seine Versprechen dem Volk gegenüber einlöst.» Arbeitsminister Alexander Acosta sagte: «Ich möchte Ihnen danken, für ihr Bekenntnis zu den amerikanischen Arbeitern.» Der aus Mississippi kommende Landwirtschaftsminister Sonny Perdue sagte zu Trump: «Sie werden dort geliebt.»

Trump verteilte seinerseits Lob, wie man es üblicherweise Schulkindern zuteil werden lässt. «Good job!», sagte zum Chef der Umweltbehörde EPA, Scott Pruitt. «Very good, Daniel!», bekam Geheimdienstdirektor Daniel Coats zu hören.

Der Oppositionsführer im Senat, Chuck Schumer, versammelte sogleich ein paar Mitarbeiter um sich und stellte davon ein Video ins Netz. «Das beste Personal in der Geschichte der Welt», sagte er. Er ließ sich zum Spaß von seinen Leuten über den grünen Klee loben. «Niemand hat schönere Haare als Sie», sagte eine Mitarbeiterin.

Kommentatoren bezeichneten die gestellten Lobeshymnen an Trump als «peinlich». Der ehemalige Berater von Präsident Barack Obama, David Axelrod, erklärte: «Auf mich wirkte das nordkoreanisch.» In dem abgeschotteten kommunistischen Land gibt es einen ausufernden Personenkult um Machthaber Kim Jong Un.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Präsident auf dünnem Eis - Trump und die Hinterbliebenen: Von Anrufen und Unwahrheiten Die Aufregung ist sehr groß. (Politik, 19.10.2017 - 15:48) weiterlesen...

Vorwurf: Mangel an Respekt - Trump wegen Umgang mit Familien toter Soldaten in der Kritik. Ihren Familien wird besondere Hochachtung zuteil. An der soll es US-Präsident Trump zuletzt gemangelt haben. Soldaten haben in den USA eine besondere Stellung, vor allem Gefallene. (Politik, 19.10.2017 - 12:24) weiterlesen...

US-Präsident in der Kritik - Trump soll Vater von totem Soldaten Geld versprochen haben Washington - US-Präsident Donald Trump soll dem Vater eines getöteten Soldaten einem Bericht zufolge 25.000 US-Dollar versprochen haben, dies aber nicht eingelöst haben. (Politik, 19.10.2017 - 08:48) weiterlesen...

Bericht: Trumps Ex-Sprecher von Sonderermittlern befragt. Spicer habe sich mit Muellers Mitarbeitern getroffen, berichtete das Magazin «Politico» unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Spicer sei zu der Entlassung von FBI-Chef James Comey «gegrillt» worden. Zudem habe sich das Gespräch um Treffen des US-Präsidenten mit Vertretern der russischen Regierung gedreht. Trump sieht sich Vorwürfen ausgesetzt, er habe Einfluss auf die Russland-Ermittlungen des FBI nehmen wollen. Washington - In der Russland-Affäre um US-Präsident Donald Trump ist dessen Ex-Sprecher Sean Spicer vom Team des Sonderermittlers Robert Mueller befragt worden. (Politik, 18.10.2017 - 04:54) weiterlesen...