Kriminalität, Internet

Attentat von München.

24.10.2016 - 13:52:04

Ermittler: Münchner Amokschütze chattete mit sich selbst. Im Internet soll der Amokschütze von München über seine blutigen Pläne geschrieben haben. Einer seiner Chatpartner: Ein gewisser «Bastian». Über diesen ominösen Unbekannten haben die Ermittler nun neue Erkenntnisse - die überraschen.

München - Der Münchner Amokschütze hat im Vorfeld seiner Bluttat im Internet vermutlich mit sich selbst gechattet. Sein Gesprächspartner «Bastian» sei «mit höchster Wahrscheinlichkeit» eine nichtexistente Person, teilte das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) mit.

Der 18-Jährige hatte in den virtuellen Gesprächen demnach auch über Amokläufe geschrieben. «Er war zwei Personen in diesem Chat», sagte ein LKA-Sprecher. Zum Inhalt der Unterhaltungen machten die Beamten keine Angaben. Fingierte Gespräche jedenfalls würden zur bisherigen Einschätzung der Ermittler passen, wonach der 18-Jährige wohl ein Einzeltäter war. Zuvor hatte die «Bild am Sonntag» (BamS) darüber berichtet.

Die «BamS» hatte berichtet, der 18-Jährige habe sich in dem Chat mit «Bastian» über Mobbing beklagt und erklärt, sein Amoklauf solle eine Rache sein. Das LKA wollte dies nicht bestätigen und verwies auf die laufenden Ermittlungen. Nach der Tat seien sehr viele elektronische Datenträger gesichert worden, die nun ausgewertet würden.

Am 22. Juli hatte der Amokschütze am Olympia-Einkaufszentrum in München neun Menschen getötet und sich dann selbst erschossen. Die Pistole hatte er nach Auskunft der Ermittler im Darknet, einem anonymen Teil des Internets, erworben. Bereits im August war deshalb ein 31-Jähriger im hessischen Marburg als mutmaßlicher Waffenhändler festgenommen worden.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Bericht: BKA hat Bundestrojaner bislang nicht eingesetzt Das Bundeskriminalamt (BKA) hat die umstrittene staatliche Spionagesoftware - umgangssprachlich Bundestrojaner genannt - mehr als eineinhalb Jahre nach Freigabe durch das Bundesinnenministerium noch nicht eingesetzt. (Polizeimeldungen, 22.09.2017 - 13:06) weiterlesen...

Mögliche Insidergeschäfte - US-Börsenaufsicht meldet Hackerangriff Washington - Unbekannte Hacker sind im vergangenen Jahr in Systeme der US-Börsenaufsicht SEC eingedrungen und haben erbeutete Informationen möglicherweise für verbotene Insidergeschäfte benutzt. (Wirtschaft, 21.09.2017 - 10:39) weiterlesen...

Mehr als 1000 Beteiligte - «Task-Force Cybercrime» deckt Millionen-Betrug auf. Das Netzwerk habe Online-Versandhändler um mindestens zehn Millionen Euro gebracht, sagte der Leiter der Göttinger «Task-Force Cybercrime», Oliver Knabe. Göttingen ? Internet-Spezialisten der Polizei haben eine europaweit operierende Betrügerbande aufgespürt. (Wissenschaft, 18.09.2017 - 17:20) weiterlesen...

«Task-Force Cybercrime» deckt Millionen-Betrug auf. Das Netzwerk habe Online-Versandhändler um mindestens zehn Millionen Euro gebracht, sagte der Leiter der Göttinger «Task-Force Cybercrime», Oliver Knabe. Gegen mehr als 1000 Beteiligte werde ermittelt. Die Spezialeinheit mit derzeit 16 Mitgliedern war ebenso wie elf weitere Internet-«Task Forces» der niedersächsischen Polizei im Oktober 2016 gegründet worden. Göttingen ? Internet-Spezialisten der Polizei haben eine europaweit operierende Betrügerbande aufgespürt. (Politik, 18.09.2017 - 17:04) weiterlesen...

Umfrage: Mehrheit befürchtet Cyber-Angriffe im Wahlkampf-Finale 77 Prozent der Bundesbürger befürchten laut einer Umfrage, dass Hacker die anstehende Bundestagswahl manipulieren könnten, etwa indem interne Informationen über Parteien oder Politiker veröffentlicht werden. (Polizeimeldungen, 18.09.2017 - 12:08) weiterlesen...