Raumfahrt, USA

62 Millionen Dollar kostet der Start einer Falcon 9.

31.03.2017 - 09:26:05

«Revolution für die Raumfahrt» - SpaceX nutzt wiederverwendete Rakete für Satellitenstart. SpaceX will den Preis drücken und beweist, dass Raketen keine Wegwerfprodukte sein müssen. Das nächste Ziel ist schon vor Augen.

New York - Das private US-Raumfahrtunternehmen SpaceX hat erstmals einen Satelliten mit einer wiederverwendeten Antriebsrakete ins Weltall geschickt. Die Rakete startete in der Nacht zum Freitag um 0.27 Uhr (MESZ, 18.27 Uhr Ortszeit) vom Kennedy Space Center im US-Bundesstaat Florida.

Knapp zehn Minuten später landete die Falcon-9-Rakete auf einer schwimmenden Plattform im Atlantik. Die zweite Stufe der Rakete brachte den Satelliten SES-10 in seine Umlaufbahn, der Signale nach Südamerika und Mexiko weiterleiten soll.

SpaceX-Gründer und Selfmade-Milliardär Elon Musk feierte den Einsatz als «unglaublichen Meilenstein in der Geschichte des Weltalls». 15 Jahre hatten Entwickler laut Musk an der Wiederverwendbarkeit von Antriebsraketen gearbeitet, mit der Raumfahrt-Missionen deutlich günstiger werden sollen. Der Start einer solchen Rakete kostet SpaceX zufolge mindestens 62 Millionen Dollar (58 Mio Euro). Durch die mehrmalige Verwendung könnten die Kosten deutlich sinken. Die erste Stufe der jetzt erneut verwendeten Rakete war im April 2016 erstmals im All.

«Dies wird eine riesige sein», sagte Musk. Bisher seien Antriebsraketen mit Flugzeugen vergleichbar, die man nach jedem Flug entsorge. «Wir haben bewiesen, dass etwas möglich ist, das viele Menschen nicht für möglich gehalten haben.» Der 45-jährige Unternehmer denkt schon weiter und twitterte: «Das nächste Ziel ist ein erneuter Start (einer Rakete) innerhalb von 24 Stunden.»

Raumfahrt-Fans, die den Einsatz im SpaceX-Hauptquartier südlich von Los Angeles in Kalifornien mitverfolgten, jubelten während jeder erfolgreich abgeschlossenen Phase begeistert. Die US-Raumfahrtagentur Nasa schrieb auf Twitter: «Gratulation an SpaceX für einen erneut historischen Start.»

Die Landung auf einer schwimmenden Plattform im Atlantik war SpaceX schon früher gelungen. Zudem hatte das Unternehmen 2012 als erste Privatfirma mit einer Falcon 9 einen Raumfrachter zur Internationalen Raumstation ISS befördert.

@ dpa.de

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