Konflikte, Südkorea

17 Monate war er in Nordkorea in Haft, 15 Monate lag er im Koma.

20.06.2017 - 11:50:07

Seoul fordert Freilassungen - Nach Haft in Nordkorea: US-Student Otto Warmbier gestorben. Jetzt ist Otto Warmbier tot. Der Student aus Ohio starb nur wenige Tage nach seiner Rückkehr in die USA.

Seoul - Südkorea hat die Freilassung aller im Nachbarland Nordkorea festgehaltenen Landsleute und Amerikaner gefordert.

Südkorea reagierte damit auf den Tod des US-Studenten Otto Warmbier, der aus 17-monatiger Haft in Nordkorea entlassen und vor einer Woche mit schweren Hirnschäden in die USA zurückgebracht worden war. «Nordkorea hält weiter Südkoreaner und US-Bürger fest, es muss sie rasch an ihre Familien zurückgeben», hieß es in einer Erklärung des Büros von Präsident Moon Jae In.  

Moon warf der international isolierten Führung in Pjöngjang in einem Interview vor, die Menschenrechte nicht zu achten. Es sei «bedauerlich, dass Nordkorea die Menschenrechte nicht respektiert, bei denen es sich um universale Normen und Werte handelt», wurde Moon von seinem Büro zitiert. Das Interview mit einem ausländischen Medium sei noch nicht veröffentlicht worden.

Der 22-jährige Student war im Wachkoma liegend in die USA zurückgebracht worden. Er war im Januar 2016 in Nordkorea festgenommen und im März zu 15 Jahren Straflager verurteilt worden. Die kommunistische Führung in Pjöngjang warf ihm Straftaten gegen den nordkoreanischen Staat vor. 

Nach Angaben des US-Außenministeriums befinden sich derzeit noch drei weitere Amerikaner in einem Gefängnis in Nordkorea. Seoul geht davon aus, dass Nordkorea zudem mindestens sechs südkoreanische Staatsbürger wegen unterschiedlicher Vorwürfe festhält.

@ dpa.de