POLITIK/Spitzel für ausländische Geheimdienste: Anklagen und Urteile: BERLIN (dpa-AFX) - Spione, die für ausländische Geheimdienste ihre Landsleute in Deutschland ausspähen, haben die Justiz schon mehrfach beschäftigt. Einige Beispiele:
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September 2011: Die Bundesanwaltschaft klagt einen 34-jährigen Marokkaner vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Celle wegen Spionage an. Er soll von Januar bis Juli 2010 Anhänger der Westsahara-Befreiungsfront Polisario für den marokkanischen Nachrichtendienst ausgespäht haben.

Februar 2011: Ein 46-jähriger Libyer wird vom Berliner Kammergericht wegen geheimdienstlicher Agententätigkeit zu 14 Monaten Haft mit Bewährung verurteilt. Der Elektromechaniker hatte als inoffizieller Mitarbeiter eines libyschen Geheimdienstes Informationen über Oppositionelle an seinen Führungsoffizier weitergegeben. Bei einem Treffen kassierte der Familienvater 3000 US-Dollar (2290 Euro) Agentenlohn. Der Führungsoffizier, ein Verwaltungsbeamter des libyschen Außenministeriums, war einen Monat zuvor zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

September 2003: Ein langjähriger Spion eines iranischen Geheimdienstes wird vom Berliner Kammergericht zu zwei Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Der 65-jährige Kaufmann und Gastronom mit deutschem und iranischem Pass hatte für rund 5000 Euro Agentenlohn in Deutschland lebende Oppositionelle des Teheraner Regimes auf ihren Veranstaltungen in Berlin und anderen deutschen Städten bespitzelt.