«Ich setze auf die Bereitschaft der Partei, genau das nicht zuzulassen.» Nach der Eskalation im Machtkampf zwischen Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch und Parteichef Oskar Lafontaine sei Versöhnung nötig.
Zimmer, die von 2000 bis 2003 PDS-Vorsitzende war, sieht ihre Partei «an einem kritischen Punkt» angelangt. «Wir haben eine Situation, in der aus Extrempositionen heraus um die politische Ausrichtung der Linken gekämpft wird, und das halte ich nicht für produktiv», sagte die heutige Thüringer Europaparlamentarierin.
Das Problem sei, dass es in der Linkspartei eine «große Bereitschaft» gebe, die eigenen Politiker Lagern zuzuordnen und damit Barrieren aufzubauen. Die Linke müsse aber lernen, die verschiedenen Ansätze, die sich etwa in der Kompromissbereitschaft bei möglichen Regierungsbeteiligungen unterscheiden, miteinander zu verbinden. «Wir brauchen eine neue Akzeptanz für die Sicht der jeweils anderen.»
«Ich halte nichts von einer ´digitalen Partei´, wo man nur Ja oder Nein sagt», sagte Zimmer weiter. Sie wünsche sich «mehr Debatte, mehr kulturellen Anspruch» in ihrer Partei. Die Linke müsse künftig attraktiver werden für ein breites Spektrum von Kräften, die eine wirkliche Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse anstrebten, insbesondere aus Kultur, Wissenschaft und Studentenschaft.
Der amtierende Bundesgeschäftsführer Bartsch, der in der vergangenen Woche nach Vorwürfen der Illoyalität gegenüber Lafontaine seinen Rückzug ankündigte, hatte unter dem Vorsitz Zimmers 2002 schon einmal das Amt des Bundesgeschäftsführers aufgegeben. Auch damals hatten seine Gegner den Pragmatiker zum Rückzug gedrängt. Zimmer, die früher als Traditionalistin galt, will sich heute keiner Strömung mehr zuordnen.
Straßburg (ddp-lth)


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