Papst unterschreibt Brief zum Missbrauchsskandal: Papst Benedikt XVI. unterschreibt heute den Hirtenbrief zum tausendfachen Missbrauchsskandal in der irischen Kirche. Der Vatikan veröffentlicht den Brief an die irischen Bischöfe jedoch erst am Samstag.
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Erwartet wird, dass das Schreiben auch Konsequenzen für die katholische Kirche in Deutschland zieht. Denn im Vatikan hatte es geheißen, der Skandal im Heimatland des deutschen Papstes habe das Erscheinen des seit langem angekündigten Schreibens noch verzögert. Benedikt will mit dem Brief den von Skandalen erschütterten Kirchen zu Reue, Heilung und Erneuerung verhelfen. Das Dokument dürfte praktische Vorgaben enthalten, wie die von Rom geforderte «Null Toleranz» in Sachen Missbrauch durchzusetzen ist.

Unterdessen sollen die von den Bischöfen in Bayern verschärften Leitlinien zum Umgang mit Missbrauchsfällen bald in allen deutschen Bistümern gelten. Demnach muss künftig jeder Verdachtsfall der Staatsanwaltschaft gemeldet werden.

Die Freisinger Bischofskonferenz der bayerischen Bistümer hat diese Meldepflicht am Donnerstag bereits inkraft gesetzt. Auch die Deutsche Bischofskonferenz will sich nun daran orientieren, wie ihr Sprecher Matthias Kopp am Freitag in Bonn ankündigte: «Die Ergebnisse der Freisinger Bischofskonferenz werden in die Überarbeitung der Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz einfließen.»

Zahlreiche katholische Geistliche sind in den vergangenen Wochen in den Verdacht geraten, Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht zu haben. Die bisher geltenden Leitlinien verpflichten die Kirche nur bei einem erhärteten Verdacht und bei nicht-verjährten Fällen die Staatsanwaltschaft einzuschalten. Außerdem kann die Kirche bisher auf eine Anzeige verzichten, wenn die Opfer das nicht wollen. Diese Lücke soll nun geschlossen werden. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) begrüßte den Vorstoß aus Bayern.

Rom (dpa)