Papst spricht mit Bischöfen über Mixa-Rücktritt: Papst Benedikt XVI. hat am Donnerstag mit drei deutschen Bischöfen über das Rücktrittsangebot des Augsburger Bischofs Walter Mixa beraten.
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Eine Woche nach Mixas Gesuch empfing das Kirchenoberhaupt überraschend den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, den Vorsitzenden der Bayerischen Bischofskonferenz, Reinhard Marx, und den Augsburger Weihbischof Anton Losinger zu einer Audienz. Unterdessen räumte auch der frühere Würzburger Weihbischof Helmut Bauer mögliche Schläge gegen Schüler in den 60er und 70er Jahren ein.

Die Bischofskonferenz teilte mit, Anlass der Begegnung des Papstes mit den Bischöfen sei Mixas Bitte um Entpflichtung als Augsburger Bischof und als katholischer Militärbischof für die Bundeswehr gewesen. Die Entscheidung über das Gesuch liegt beim Kirchenoberhaupt, bis sie gefällt wird, bleibt Mixa offiziell im Amt.

Die Audienz habe den Bischöfen auch Gelegenheit gegeben, dem Papst über die jüngsten Beratungen des Ständigen Rates der Deutschen Bischofskonferenz zu berichten, hieß es weiter. Das Gremium hatte am Montag unter anderem über eine Verschärfung der Leitlinien der Bischofskonferenz zum Vorgehen bei Missbrauchsfällen in der Kirche beraten. Auf die Audienz beim Papst folgte den Angaben zufolge ein gemeinsames Mittagessen. Nähere Angaben zum Inhalt des Gesprächs der Bischöfe mit Benedikt XVI. machten weder der Vatikan noch die Bischofskonferenz.

Mixa wird vorgeworfen, in seiner Zeit als Stadtpfarrer von Schrobenhausen von 1975 bis 1996 körperliche Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ausgeübt zu haben. Nach anfänglichem Leugnen räumte Mixa vergangene Woche ein, dass er Ohrfeigen nicht ausschließen könne. Schwere körperliche Züchtigungen bestreitet er aber weiterhin. Außerdem werden Mixa aus der damaligen Zeit finanzielle Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit einer Waisenhausstiftung vorgeworfen.

Nach Mixa räumte am Freitag auch der frühere Würzburger Weihbischof Bauer ein, dass er möglicherweise Schüler geschlagen habe: Auch wenn er sich «bei bestem Wissen und Gewissen» an die ihm vorgeworfenen Prügel nicht erinnern könne, zweifle er nicht an den Darstellungen ehemaliger Schüler, teilte der 77-Jährige mit und fügte hinzu: «Als Erzieher war ich in der damaligen Zeit der Meinung, eine körperliche Züchtigung sei als pädagogische Maßnahme in bestimmten Fällen angebracht.» Aus heutiger Sicht sei dies aber falsch und tue ihm leid.

Der Ansprechpartner in der Diözese Würzburg für Missbrauchs- und Gewaltopfer, Klaus Laubenthal, gab bei der Vorstellung einer ersten Zwischenbilanz bekannt, drei ehemalige Schüler hätten sich mit Vorwürfen gegen den früheren Weihbischof an ihn gewandt. Bauer soll als Internatsdirektor in Bad Königshofen und Würzburg Disziplinarverstöße von Schülern durch Schläge sanktioniert haben.

Laubenthal erläuterte, in den vergangenen 40 Tagen hätten sich 54 Menschen mit «relevanten» Hinweisen bei ihm gemeldet. In fünf Fällen ermittle die Staatsanwaltschaft. Drei Fälle habe er an Ansprechpartner anderer Bistümer weitergeleitet, weitere acht beträfen Ordensgemeinschaften. Zwei Fälle beträfen Vorgänge außerhalb der Kirche.

40 Fälle wertete Laubenthal für eine Statistik aus: Demnach sind mehr als zwei Drittel der Betroffenen männlich. In fast zwei Dritteln der Fälle geht es um Sexualvergehen. Mehr als die Hälfte der Vorwürfe beziehe sich auf die 50er und 60er Jahre. Aus den vergangenen zehn Jahren wurden Laubentahl keine Verdachtsfälle gemeldet.

Rom/Würzburg (ddp)