Osnabrück/Köln (ddp-nrw). Lisa Ortgies sieht im feministischen Journalismus eine dauerhafte Größe in der Medienlandschaft. Die Moderatorin des WDR-Magazins «frauTV» sagte der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Donnerstagausgabe): «Wenn ich sehe, wie schnell sich die Familienpolitik bewegt und wie die Gesellschaft hinterherhinkt, dann würde ich mal ganz frech schätzen: Wir haben noch locker dreißig Jahre ausreichend Themen.»

Nach ihrem gescheiterten Engagement als Chefredakteurin der feministischen Zeitschrift «Emma» übernimmt Ortgies ab Donnerstag (26. Februar) wieder die Moderation des WDR-Formats «frauTV» (WDR, 22.00 Uhr). «Totaler Quatsch» ist für die 43-Jährige das Konzept, Frauenmagazine mit rein weiblichem Team zu fahren. «Man sollte sich mal angucken, wer in den großen Medien die feministischen Themen behandelt. Da sind doch mittlerweile einige Männer dabei. Nach Geschlecht geht es nicht mehr. Das ist gestrig.»

Grundsätzlich appellierte Ortgies für ein Bekenntnis zum Feminismus: «In Schweden, in Amerika gibt es Ministerinnen, die sich stolz mit dem Etikett schmücken. Keine Ahnung, warum das hier keiner macht. Ich kann nur dazu ermuntern. Niemand hat die Deutungshoheit über den Begriff des Feminismus. Jeder darf ihn füllen.»

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