Ort des Loveparade-Unglücks in Duisburg bietet Bild des Schreckens: Etwas verloren wirkt der Blumenstrauß, den die sichtlich betroffene Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) am Sonntagmittag am Ort der Duisburger Loveparade ablegte. Nur wenige Meter entfernt zeugen die Hinterlassenschaften von Feuerwehr und Rettungsdienst von den dramatischen Ereignissen, die hier Stunden zuvor 19 jungen Menschen das Leben gekostet haben.
Vergrößern Ort des Loveparade-Unglücks in Duisburg bietet Bild des Schreckens | Bild: © ddp

Verwaist liegen die metallisch glänzenden Überlebensdecken auf dem Asphalt, in die die Schwerverletzten gehüllt wurden. Zwischen ihnen finden sich inmitten halbvoller Wasser- und Limonadeflaschen noch die Reste von Infusionsbehältern und die Gummihandschuhe der Sanitäter. Bis zur eigentlichen Unglücksstelle ist die schweigende Ministerpräsidentin und ihr Tross gar nicht gegangen: Ein etwa sieben Meter breiter Durchgang, der für die Opfer zur Todesfalle wurde und der erahnen lässt, was hier für ein Chaos herrschte.

Dort stehen noch die Reste von mehreren mannshohen Absperrgittern, die unter dem Druck der Menschenmassen zur grotesken Drahtskulpturen zusammengepresst wurden. Im Dreck liegen zerbrochene Sonnenbrillen und zerrissene Blumenketten neben den Resten von Kleidungsstücken. Der graue Himmel und der leichte Nieselregen lassen die Szene noch zusätzlich trostlos wirken.

Unverkennbar ist aber auch, weshalb es gerade hier zu der Katastrophe kommen konnte. Die drei Unterführungen, die wie ein langer Tunnel erscheinen, wirken schon unter normalen Umständen eng und auf keinem Fall für den Ansturm von mehreren hunderttausend euphorisierten Party-Gängern gewachsen.

Hinter dem rot-weißen Absperrband der Polizei machen unter den rund 200 Schaulustigen Gerüchte und Momentaufnahmen von Augenzeugen die Runde. Minutenlang hätten Polizei und Ordner tatenlos an der Unglücksstätte der Eskalation der Lage zugesehen, behaupten die Einen. Andere wollen gesehen haben, wie Schwerverletzte unversorgt liegen blieben, nachdem sie von Polizeibeamten voreilig für tot erklärt wurden. Was an diesen Gerüchten dran ist, muss die anstehende juristische Aufarbeitung des Unglücks ergeben.

ddp