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TOULOUSE - Die brummende Nachfrage für Airbus-Mittelstreckenjets lässt den Flugzeugbauer über einen noch stärkeren Ausbau der Produktion nachdenken

vor 20 Minuten veröffentlicht

Airbus will mehr Mittelstreckenjets bauen - Hoffen auf A380-Auftrag. Schon ab 2018 könnten jährlich rund 720 Flugzeuge aus der A320-Modellfamilie die Airbus-Werke verlassen - gut 40 Prozent mehr als heute. Deutlich trüber sieht es beim größten Modell A380 aus: Airbus wirbt seit Jahren um neue Kunden für den weltgrößten Passagierjet. Verkaufschef John Leahy stellte am Donnerstag für 2015 zumindest einige neue Bestellungen in Aussicht.

Derweil türmen sich die Aufträge für den Mittelstreckenjet A320 und seine spritsparende Neuauflage A320neo: Ende April hatte Airbus Bestellungen für mehr als 5100 Exemplare vorliegen. Rechnerisch wäre die Produktion damit für zehn Jahre ausgelastet.Bis Anfang 2017 will Airbus die Fertigung daher von heute 42 schrittweise auf 50 Maschinen pro Monat ausbauen. Doch das könnte nicht reichen, sagte Leahy. "Wir prüfen, ob wir die Produktion auf mehr als 60 Maschinen ausweiten können." Leahy denkt an 63 Jets pro Monat. Ob dies gelinge, hänge auch von den Möglichkeiten der Zulieferer ab. Produktionschef Tom Williams hält es für möglich, dass Airbus schon im Jahr 2018 die Schwelle von monatlich 60 Jets durchbrechen kann.Noch im laufenden Jahr will Airbus das erste Exemplar der A320neo ausliefern. Sie soll vor allem dank sparsamerer Triebwerke bis zu 20 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen als ihre Vorgängerin A320.Unterdessen hofft Verkaufschef Leahy nach der jüngsten Durststrecke wieder auf Aufträge für das Flaggschiff A380. Er erwartet in diesem Jahr "einige Bestellungen". Marketing-Manager Kiran Rao sieht auch ein Interesse von Billigfluglinien an dem weltgrößten Passagierjet - "etwa solche, die heute mit dem Airbus A330 Langstreckenflüge anbieten". Dazu zählt etwa die malaysische Gesellschaft AirAsia mit ihrem Langstreckenableger AirAsia-X.Laut Rao könnten die Billigheimer gebrauchte A380 von Premium-Fluglinien wie Singapore Airlines übernehmen und in die Maschinen deutlich mehr Sitze einbauen. Als normal gilt eine Bestuhlung für 544 Passagiere, allerdings darf der doppelstöckige Jet bis zu 853 Fluggäste befördern. Mit mehr Passagieren an Bord könnten auch die Ticketpreise sinken.Airbus wirbt seit Jahren um neue Kunden für die A380. Größter Abnehmer ist bislang die arabische Fluglinie Emirates, die 140 Maschinen geordert und etwa 60 davon schon erhalten hat. Im vergangenen Herbst löste der Mutterkonzern Airbus Group sogar eine Debatte darüber aus, ob man die 2007 erstmals ausgelieferte A380 überhaupt noch lange weiterbauen sollte.In diesem Jahr will Airbus mit dem Jet erstmals keine Verluste mehr schreiben. Dafür muss die Produktion allerdings einigermaßen ausgelastet sein. Ende April standen noch Bestellungen für 158 Exemplare in den Büchern, in diesem und den nächsten Jahren will Airbus jeweils rund 30 Maschinen des Typs ausliefern.Über eine mögliche Neuauflage "A380neo" mit sparsameren Triebwerken, die Emirates-Chef Tim Clark wiederholt gefordert hatte, hat Airbus laut Leahy noch immer nicht entschieden. Der Konzern scheut bislang die hohen Entwicklungskosten. Die Bedenken gelten auch für die Triebwerkshersteller. Branchenkreisen zufolge würde sich eine Modernisierung für Anbieter wie Rolls-Royce oder Pratt & Whitney erst ab rund 1000 verkauften neuen Triebwerken rechnen. Dafür müsste Airbus 250 Exemplare der vierstrahligen A380neo absetzen.

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