Opferverband kritisiert Personalvorschlag für Gedenkstätten-Stiftung: Die Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) kritisiert die Nominierung eines Ex-SED-Funktionärs für einen Sitz im Stiftungsrat der sächsischen Gedenkstätten-Stiftung. Der Verband forderte die Staatsregierung am Montag zum Handeln auf. Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer (parteilos) dürfe der Berufung von Volker Hölzer nicht zustimmen, verlangte der Verband.
Vergrößern Opferverband kritisiert Personalvorschlag für Gedenkstätten-Stiftung | Bild: © ddp

Der VOS-Vize-Bundesvorsitzende Hugo Diederich bezeichnete es als geschmacklos, «dass die Rotlicht-Einpeitscher aus der DDR-Staatspartei heute per Sitz im Aufsichtsgremium der Gedenkstättenstiftung diejenigen kontrollieren wollen, die die Erinnerung an die SED-Diktatur wachhalten».

Die Organisation «Verfolgte des Naziregimes/Bund der Antifaschisten» will Hölzer als Stiftungsratsmitglied durchsetzen. Er soll von 1983 bis 1989 die Abteilung Agitation und Propaganda der SED-Bezirksleitung Leipzig geleitet haben. Aus seiner damaligen Abteilung soll ein bisher noch weitgehend unbekanntes Argumentationspapier stammen, in dem DDR-Oppositionelle im Oktober 1989 als «Ratten» bezeichnet worden seien, die «aus ihren Löchern kriechen».

Die Stiftung verwaltet sowohl Gedenkorte der NS-Verfolgung als auch des DDR-Unrechts, etwa das ehemalige Zuchthaus Bautzen.

ddp